Dietikon

Die Stadt hat ihren Slogan abgeschafft

Das Stadthaus Dietikon.

In der parlamentarischen Fragestunde musste der Dietiker Stadtrat Red und Antwort stehen – eine Auswahl.

Welche Massnahmen sieht der Stadtrat als geeignet, der wilden Sperrgut-Entsorgung entgegenzuwirken? Und wie stellt sich der Stadtrat zur Idee, nach Räumung der Plätze diese mit Hinweistafeln zu markieren?

Littering sei ein riesiges und emotionales Thema, sagte Stadtrat Lucas Neff (Grüne) auf die Frage von Martin Christen (CVP). Wichtig sei es, die Bevölkerung zu informieren und zu beraten, so etwa mit dem Abfallkalender oder dem Clean-up-Day. Zudem kontrolliere die Wisch-Equipe regelmässig und mache Fotos. Verursacher fordere man zur Räumung auf; es gibt auch Verzeigungen. Weiter werde überlegt, an Hotspots Parkbänke und Blumenkübel aufzustellen, «um aus Unorten Orte zu machen», wie Neff sagt. Auch Videoüberwachung wird geprüft. Ein weiteres Mittel ist die soziale Kontrolle, die vermehrt gefördert werden könnte. Hinweistafeln stelle man bereits auf. So etwa beim ehemaligen Standort der Altkleiderentsorgung beim Bahnhofplatz, wo viele auch nach der Auflösung des Standorts Altkleider deponierten. Nachdem der Hinweis platziert wurde, besserte sich die Situation. Nicht überall bringen Tafeln aber den gewünschten Erfolg.

Macht sich der Stadtrat Gedanken, nach der Garten-Ausstellung, die bis November 2020 dauert, die Unebenheiten auf der Allmend auszugleichen und sie attraktiver für die Bevölkerung zu machen?

Auch diese Frage von Ottilie Dal Canton (CVP) beantwortete Infrastrukturvorstand Neff. Die viel genutzte Wiese werde jeweils nur partiell repariert. Denn wo neuer Rasen angesät wird, gibt es jeweils längere Sperrungen. Und die Stadt will, dass stets eine möglichst grosse Fläche der Bevölkerung zur Verfügung steht. Dal Canton erhofft sich insbesondere eine Steigerung der Aufenthaltsqualität am Rand der Allmend. Neff will dafür einen Betrag ins Budget 2021 aufnehmen. «Super, das tönt gut», erwiderte Dal Canton.

Wäre es möglich, die Lautsprecheranlage so zu optimieren, dass der Ton im ganzen Gemeinderatssaal gut ist?

Catherine Peer (SP) beantwortete ihre Frage gleich selbst: «Ich glaube, das ist tatsächlich schon passiert. Heute dünkt mich die Tonqualität nämlich viel besser als letztes Mal.» «Willst Du trotzdem eine Antwort?», fragte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP). «Nein, ist gut», erwiderte Peer – einmal mehr: Harmonie pur im Dietiker Gemeinderatssaal.

Wann ist mit der Umsetzung und Eröffnung der geplanten Verlängerung der Unterführung am Bahnhof Glanzenberg zu rechnen?

Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Und die neuen Kostenschätzungen liegen deutlich höher als die bisherigen, erklärte der Stadtpräsident auf die Frage von Philipp Sanchez (SP). Wenn dann die Finanzierung gesichert ist, sei ein Realisierungszeitpunkt zwischen 2023 und 2028 zu erwarten, so Bachmann.

Wird der Stadtrat die Nutzer der im Sommer eröffnenden Allmend Glanzenberg aktiv informieren, um eine allfällige Unzufriedenheit über die Erschliessung zu vermeiden?

Die Stadt werde mit Flyern und über die Website auf die Erschliessungssituation hinweisen, insbesondere darauf, dass die Parkplatzsituation eingeschränkt ist und man vorzugsweise den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr nutzen und aufs Auto verzichten soll, erklärte Bachmann auf die Frage von Sanchez. Bleibt zu hoffen, dass sich die Gummiböötler das zu Herzen nehmen.

Kann sich der Stadtrat vorstellen, den Chilbistandort auf den Rapidplatz zu verlegen?

Dieser von Andreas Wolf (Grüne) eingebrachten Idee erteilte Stadtrat Heinz Illi (EVP) mehr oder weniger eine Absage. Nach wie vor befinde sich nicht der ganze Platz im Eigentum der Stadt. Zudem könne man keine Verankerungen anbringen, da dies die Isolationen der Tiefgarage beschädigen würde. Ohne Verankerungen wäre zudem die Gewichtsverteilung auf dem Platz sehr genau zu prüfen. Auch müsste man mit den Chilbi-Leuten schauen, ob sie den Standort überhaupt attraktiv finden. Man könne die Idee aber prüfen, sagte Illi zum Schluss.

Mit welchen Massnahmen werden die Schulwege gesichert, die von den Limmattalbahn-Bauarbeiten betroffen sein werden?

Auch diese Frage von Maya Ritschard (CVP) beantwortete Sicherheitsvorsteher Illi. In der derzeitigen Detailplanungsphase sei es noch zu früh, um konkrete Massnahmen zu nennen. Die Schulwegsicherheit sei aber ein grosses Anliegen der Stadt. Die Stadtpolizei sei bei den Planungssitzungen dabei und die Verkehrsinstruktorin werde mit den Schulen und Kindergärten schauen und in der Bauphase sofort eingreifen, wenn ein Problem zu erkennen ist.

Wie ist der Stand betreffend Zentraleinkauf in Verwaltung und Schule?

Aktuell gebe es grundsätzlich keinen institutionalisierten zentralisierten Einkauf der Stadtverwaltung und der Schule, so Bachmann auf diese Frage von Manuela Ehmann (EVP). Sondern nur in einzelnen Bereichen. Zum Beispiel bei Reinigungsmitteln tritt die Stadt als Grosseinkäuferin auf und profitiert von Rabatten. Die Abteilungsleitungen der Stadtverwaltungen seien derzeit beauftragt, Massnahmen zusammenzutragen und dem Stadtrat Bericht zu erstatten. Ähnlich sieht es bei der Schule aus, wie danach der Antwort von Schulvorsteher Reto Siegrist (CVP) zu entnehmen war. So haben alle fünf Dietiker Schuleinheiten seit diesem Jahr den gleichen WC-Papier-Lieferanten. Der nächste Schritt wäre, dass Stadt und Schule nicht mehr separat einkaufen, so Siegrist weiter. Daran arbeite man.

Wie viel Land besitzt die Stadt im Niderfeld?

Es sind rund 9 Hektaren, erwiderte der Stadtpräsident auf die Frage von Ernst Joss (AL). Davon sind 3 für den künftigen Park gedacht und 1,5 für die Schulanlage. Zieht man zudem die Strassenerschliessung, das Abwasserpumpwerk und so weiter ab, verbleiben unter dem Strich noch 1,3 Hektaren Land im Eigentum der Stadt, das anders genutzt werden kann.

Wie lautet der aktuelle Slogan der Stadt Dietikon?

Nachdem aus der Bevölkerung immer mehr Stimmen laut wurden, der Slogan «Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität» sei in die Jahre gekommen und überholt, hat der Stadtpräsident die Verwaltung angewiesen, diesen bei neuen Publikationen nicht mehr zu verwenden. Als nächstes diskutiert der Stadtrat, ob es überhaupt noch einen Slogan braucht, und wenn ja, was für einen. «Was wir sicher nicht brauchen, ist ein teures Werbebüro, das Zehntausende Franken verbrät für irgendeinen Slogan, mit dem sich die Leute nicht identifizieren können», sagte Stadtpräsident Bachmann, der persönlich gegen einen Slogan ist, wie er in seiner Antwort auf Martin Steiners (SP) Frage weiter anmerkte.

Ist in der Planung des neuen Bahnhofplatzes ein bewachtes Velohaus angedacht?

Im Rahmen des Studienverfahrens rund ums Bahnhof-Areal ist vorgesehen, dass die SBB in ihren Bauten mehr Veloabstellplätze zur Verfügung stellen muss, sagte der Stadtpräsident auf diese Frage von Manuela Ehmann (EVP). Wie diese gestaltet werden, ist noch offen.

Hat das Stadtplanungsamt konkrete Massnahmen zur Schaffung gemeinnützigen Wohnraums vorgesehen?

Die Stadt habe schon immer gemeinnützigen Wohnraum gefördert, indem sie Land im Baurecht an Genossenschaften abgibt, antworte der Stadtpräsident auf diese Frage von Philipp Sanchez (SP). Auch im Rahmen des Mehrwertausgleichs gebe es Möglichkeiten, kostengünstigen Wohnbau zu realisieren. Die Stadt sei im Gespräch mit Bauherrschaften, insbesondere bei Gestaltungsplänen.

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