Birmensdorf

Die Sanierung des 150-jährigen Birmensdorfer Mühlenrades läuft rund

Das Birmensdorfer Mühlenrad beim Ortsmuseum.

Das Birmensdorfer Mühlenrad beim Ortsmuseum.

Die heimatkundliche Vereinigung hat ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Jetzt beginnt die Restaurierung des 150-jährigen Wasserrades.

Rund ein Jahr haben die Vorbereitungsarbeiten gedauert. Nun beginnt die eigentliche Restaurierung des alten Birmensdorfer Mühlenrades: «Wir sind nach den erfolgten Abklärungen und Tests für den nächsten Schritt bereit», sagt Albert Wey von der heimatkundlichen Vereinigung Birmensdorf und Umgebung.

Bei der Restaurierung des Wasserrades, das als eines der ältesten seiner Art in der Schweiz gilt, erwartet Wey keine unüberwindbaren Schwierigkeiten: «Probleme gibt es nicht, es gibt nur Lösungen», sagt er lachend. Als eine Herausforderung nennt der Kurator des Birmensdorfer Ortsmuseums aber, dass sie altes Wissen ausgraben müssten.

«Wir müssen wissen, wie die Handwerker das Wasserrad vor rund 150 Jahren gebaut haben.» Nur mithilfe der einst verwendeten Technik könnten sie die morschen Stellen detailgetreu restaurieren. Dank verschiedenen Quellen – Weys Schwiegervater war beispielsweise Wagnermeister – sowie verschiedenen alten Werkzeugen aus dem Ortsmuseum sei man diesbezüglich aber gut gerüstet.

Es ist ein Rad, das Emotionen weckt

Ein weiteres Problem waren vor dem Projektstart die Kosten. Für das Instandstellen des Wasserrades müssen rund 68'000 Franken aufgeworfen werden. Trotz vielen Eigenleistungen der Mitglieder der heimatkundlichen Vereinigung, die sich auf rund 21'000 Franken beziffern lassen, sowie eines Beitrags der Denkmalpflege in Höhe von 15'000 Franken, bleibt ein Betrag von 32'000 Franken übrig, der irgendwie bezahlt sein will.

«Wir werden das Projekt stemmen können», sagt Wey nun zuversichtlich, denn die heimatkundliche Vereinigung hatte im September einen Spendenaufruf gestartet. Rund 350 Briefe wurden persönlich adressiert verschickt. Zudem informierten die Mitglieder der Vereinigung unter anderem am Herbstmarkt über den Zustand des Wasserrades. «Wir stiessen auf ein sehr grosses Interesse», sagt Wey, der noch heute auf der Strasse wegen der Restaurierung angesprochen wird.

Sie hätten dabei bewusst keinen Grosssponsoren aus der Fremde gesucht, sondern vor allem im Dorf auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. «Denn unser Mühlenrad soll das Mühlenrad der Birmensdorferinnen und Birmensdorfer sein.» Das dem so sei, zeigten die vielen Kleinspenden, die bislang eingegangen seien. «Unser Rad weckt Emotionen», sagt Wey.

Die Restaurierung des Birmensdorfer Wasserrades, das einen Durchmesser von 3,8 Meter aufweist, dürfte nun ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen. Die Mitglieder der heimatkundlichen Vereinigung werden rund 1000 Arbeitsstunden gratis aufwenden. Begleitet werden sie von verschiedenen Experten.

Das Mühlenrad aus Eichen- und Lärchenholz ist teilweise morsch geworden. Die Holzverbindungen drohen auseinanderzufallen. Von den 30 Wassertaschen, in die das Wasser einst von oben floss und so das Rad in Schwung hielt, sind 12 kaputt.

Zudem ist das Eisenblech, an dem die Wassertaschen angebracht sind, stellenweise rostig und löchrig. «Das historische Schmuckstück droht auseinanderzubrechen», hatte Wey im September erklärt (die Limmattaler Zeitung berichtete). Mit einer fachmännischen Restaurierung, bei der so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig gemacht wird, soll es erhalten bleiben.

Das Birmensdorfer Wasserrad mit seiner Eisenwelle wurde im Jahre 1878 ans Gebäude gebaut, in dem sich heute ein Teil des Ortsmuseums befindet. Bis 1956 nutzte Drechsler Wismer die Wasserkraft.

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