Dietikon

Die Mitglieder der Stadtjugendmusik spielen schon 123 531 Tage zusammen

Die Stadtjugendmusik Dietikon wusste im vollbesetzten Pfarreizentrum St. Agatha zu überzeugen.

Das Jahreskonzert der Stadtjugendmusik stand dieses Mal unter dem Motto «Colors of Light».

Es sei unglaublich. Schon wieder sei ein Jahr vergangen, sagte Präsidentin Pia Siegrist-Felber und begrüsste die Besucherinnen und Besucher damit zum Jahreskonzert der Stadtjugendmusik Dietikon, das heuer unter dem Motto «Colors of Light» stand. Das Pfarreizentrum St. Agatha war bis auf den letzten Platz besetzt. Auch Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) liess sich das Spektakel am Samstagabend nicht entgehen.

Es gelte mit Leib und Seele alles für einen gelungenen Abend und ein besonderes Live-Erlebnis mit Feinheiten und Emotionen zu tun, weil es auf das Gesamtpaket und die Freude des Publikums ankomme, sagte Dirigent Marco Nussbaumer. Er selbst sei jedes Mal überrascht, wie viel an einem solchen Konzertabend funktioniere und wie das, was in den Proben geübt wurde, umgesetzt werden könne. Denn am Schluss gebe es bei den Jungen immer noch diesen Schwung nach oben: «Wenn es um die Wurst geht, sind die Jungen konzentriert bei der Sache, in den entscheidenden Momenten gar mehr als Erwachsene», so Nussbaumer.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Seit drei Jahren als aktive Musikerin mit ihrer Klarinette mit dabei ist Elma Cájdin. «Das Musikstück ‹Vision› zum Schluss war herausfordernd, aber auch das beste», sagte sie. Die Stadtjugendmusik musizierte hierfür beinahe im Dunkeln, gemeinsam mit den Tambouren, die mit Leuchtschlägeln wirbelten. Auch Elmas Schwester Semra (10) überlegte sich nach dem Konzert, mit ihrer Querflöte bei der Stadtjugendmusik einzusteigen. Es sei immer spannend, zu sehen, was aus einem Motto gemacht werde. «Es war auch dieses Jahr sehr schön», sagte die Mutter der beiden.

Die Tambouren der Stadtjugendmusik Dietikon «Diner Club» an ihrem Jahreskonzert.

Die Tambouren der Stadtjugendmusik Dietikon «Diner Club» an ihrem Jahreskonzert.

Ebenfalls zum Abend gehörten bekanntere Songs von Abba sowie «Pink Panther» von Henry Mancini. Bei den düsteren Klängen im Stück «Blood Diamond» von James Newton Howard müsse man zudem die Nastücher hervornehmen, kündigten die Moderatoren des Abends an. Leonie Stocker präsentierte sich in dieser Rolle als Alleskönnerin, die mit ihren zahlreichen beruflichen Abschlüssen in allen erdenklichen Sparten das Publikum zum Lachen brachte.

Originell war die Frage des diesjährigen Wettbewerbs: Wie viele Tage spielen alle Musiker auf der Bühne gemeinsam schon für die Stadtjugendmusik? Die Antwort lautet 123 531 Tage. Richtig geschätzt hatte Daniela Felber. Sie holte sich damit den ersten Preis. Ganze 15 Jahre trug zu dieser Zahl Emily Westman bei, ehe sie nun gemeinsam mit Linda Zehnder und Michelle Dind mit einer Urkunde verabschiedet wurde. Es sei ein schönes Konzert für den Abschluss gewesen, meinten die drei einstimmig. «Uns verbindet die Musik und das Ziel, etwas auf die Beine zu stellen. Darum spielen auch die Altersunterschiede in der Gruppe keine Rolle», sagte Linda Zehnder. «Es ist nun aber auch Zeit, für die Nächsten Platz zu machen», ergänzte Emily Westman. Für alle drei ist bereits klar: Der weitere Weg führt zur Stadtmusik Dietikon. Dieser Entscheid sei nicht zuletzt auch wegen des Dirigenten gefallen, sagte Michelle Dind.

Emotionale Dankesrede

Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte die 16-jährige Daria Schilling bei ihrer Dankesrede für Tambouren-Leiter Roger Küng. «Ich habe mir lange überlegt, was ich sagen soll», sagte sie und erzählte von ihren Anfängen als 8-jährige Tambourin. «Du hast mir gezeigt, was möglich wird, wenn man dranbleibt.» Die Intensität der Tambouren steigerte sich von Auftritt zu Auftritt. Ganz dem Motto entsprechend «wehe, wenn sie losgelassen» wirbelte die Gruppe zu Küngs neuen Stücken rhythmisch derart gekonnt, dass so manch einer im Publikum aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Dementsprechend wurden die Auftritte jeweils mit einem grossen Applaus gewürdigt.

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