Abkühlung

Die Hitze ist ein Stromfresser: So lässt sich Energie sparen

Ein Ventilator macht die Hitze in einem Büro erträglicher und verbraucht weniger Energie als ein mobiles Klimagerät. (Symbolbild)

An Hitzetagen wie diesen steigt der Energiebedarf von Wohnungen kaum. In den Büros kann das Plus gemäss den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) aber bis zu 10 Prozent betragen. Am ineffizientesten und teuersten sind mobile Kühlgeräte.

«Beim Stromverbrauch der Privatkunden spüren wir keinen Unterscheid zwischen einem normalen und einem heissen Sommertag», sagt Hardy Schröder von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ). Bei Gewerbekunden hingegen könne der Anstieg aufgrund der Klimaanlagen bis zu zehn Prozent betragen. Über das ganze Jahr sei das jedoch vernachlässigbar. Er weist darauf hin, dass an einem Wintertag wesentlich mehr Strom verbraucht wird als an einem Sommertag.

Auch im Sommer wird Strom fürs Heizen verwendet – nämlich für die Aufbereitung von Warmwasser, sofern dafür nicht Solaranlagen installiert worden sind. Da bei heissem Wetter häufiger geduscht wird, kann der Verbrauch von Warmwasser sogar ansteigen, sagt Schröder. Auch Kühlschränke und Tiefkühler laufen auf Hochtouren. Dafür ist der Tumbler seltener in Gebrauch, weil die Wäsche auch auf dem Balkon schnell trocknet. Für weniger Stromverbrauch sorgt auch schlicht der Umstand, dass viele in den Ferien weilen.

Eher kein Zusammenhang mit der Klimaerwärmung

Ob nun angesichts der Klimaerwärmung der Stromverbrauch im Sommer generell zunehme, sei aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Faktoren schwierig zu beurteilen, sagt Schröder. Er meint, eher nein.

Auch wenn die EKZ davon leben, Strom zu verkaufen – als Unternehmen des Kantons sind auch Energiesparmassnahmen ein gesetztes Ziel. Schröder ist als Energie- und Mobilitätsberater tätig. Als Stromdetektiv hilft er, Stromfresser ausfindig zu machen und zu eliminieren.

Mobiles Klimagerät versus Ventilator

An Hitzetagen wie nun gerade kommen oft mobile Klimageräte in Einsatz, weiss er. Er weist darauf hin, dass ihr Verbrauch sehr hoch ist. Dies rührt schlicht daher, dass der Schlauch zum Ansaugen von Frischluft ins Freie führen muss, wozu ein Fenster einen breiteren Spalt weit zu öffnen ist. Das heisst: Während das Gerät im Innern kühlt, strömt von aussen ständig warme Luft nach. Der Energieverbrauch beträgt etwa das Zwanzigfache eines einfachen Ventilators, erklärt Schröder.

Klimageräte kosten auch wegen Hochtarif mehr

Dass trotz steigender Zahl Hitzetage offenbar nicht massenhaft Klimaanlagen angeschafft werden, dürfte auch an den Kosten liegen. Gebraucht werden die Geräte ja stets dann, wenn der Hochtarif gilt. Gut 20 Rappen beträgt dieser, um ein Gerät mit 1 Kilowatt Leistung eine Stunde lang laufen zu lassen, bei den EKZ. Für die durchschnittliche Schweizer Wohnungsgrösse (115 Quadratmeter) lässt sich je nach Anbieter eine empfohlene Leistung von rund 7 Kilowatt errechnen. Dass macht dann 1.40 Franken pro Stunde Kühlung. Dies gilt bei guter Dämmung. Fürs Dachgeschoss werden bei diesem Rechenbeispiel bis 12 Kilowatt empfohlen.

Auch bei 24 Grad lasse es sich noch gut arbeiten

Einige tausend Kilowattstunden können in grossen Bürobauten für die Kühlung nötig sein, sagt Schröder. Bei grossen Anlagen ist oft eine generelle Durchschnittstemperatur eingestellt. Lautet sie 22 Grad, wird nicht nur an Hitzetagen, sondern auch schon bei 24 Grad gekühlt. Dabei liesse sich auch bei dieser Temperatur noch gut arbeiten. Hier besteht ein Energie- und Kostensparpotenzial, gibt Schröder zu bedenken.

Das sind die Tipps für ein energiearmes Kühlen

Seine Tipps für ein möglichst energiearmes Kühlen: Gutes Lüften nachts und morgens, dann Fenster zu und für Schatten sorgen. Ein feuchtes Tuch, in den Luftstrom des Ventilators gehängt, verstärkt dessen Wirkung. Ist das Büro zu heiss und erlaubt es die Firma: zuhause arbeiten, sofern es dort kühler ist.

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