Ersatzneubau "Lachern"

Die Fassade als Kleinkraftwerk: In Schlieren entsteht eine umweltfreundliche Überbauung

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Limmattal plant im Zelgli eine Überbauung. Beim Projektwettbewerb konnte sich ein Architekturbüro mit einer aussergewöhnlichen Idee durchsetzen.

Im Schlieremer Zelgliquartier entsteht eine neue Siedlung. «Meridiana» nennt sich das Projekt der Duplex Architekten aus Zürich, das als Sieger aus dem Studienwettbewerb zum Ersatzneubau «Lachern» hervorgegangen ist. Es bietet insgesamt 35 Wohnungen. Die bisherigen Mieter der drei Mehrfamilienhäuser an der Limmattalstrasse 2 bis 10, die für die neue Überbauung weichen müssen, seien informiert, heisst es bei der Baugenossenschaft auf Anfrage.

Die Umsiedlungen seien am Laufen. «Alle erhalten Ersatzangebote», sagt Geschäftsführer Roman Stäger. Allfällige Wünsche heutiger Bewohner, nach der Fertigstellung der beiden Neubauten wieder an der Limmatstrasse zu wohnen, würden bei der Vermietung zudem berücksichtigt.

Die 35 Wohnungen zählen gemäss vorläufigem Plan 2,5 bis 4,5 Zimmer und sind knapp 60 bis 105 Quadratmeter gross. Wie viel sie kosten, ist heute noch nicht bekannt. Es gelte aber das Prinzip der Kostenmiete; die Wohnungen werden «für einen Neubau günstig» sein.

Umweltfreundlicher Ansatz

Überzeugt hat die sechsköpfige Jury aus Architekten, Genossenschafts- und Stadtvertretern unter anderem der umweltfreundliche Ansatz der Duplex-Architekten, die sich gegen drei weitere Teams durchsetzen konnten. So sollen in die Fassaden der neuen Gebäude entweder Photovoltaikpanels oder Sonnenkollektoren integriert werden, die Strom oder Warmwasser für die Siedlung erzeugen. Von aussen erkennbar wird das aber nicht sein, da vor die Energiegewinnungselemente eine matte Glasplatte kommt. Damit könnten auch störende Spiegeleffekte verhindert werden.

Für die Überbauung muss die Genossenschaft das bisher städtische Land erwerben, auf dem sie das Gebäude Limmatstrasse 10 damals im Baurecht erstellt hatte; die übrige Fläche gehört bereits ihr. Zuerst wollte die Stadt ihr Land für 900 Franken pro Quadratmeter verkaufen. Unter anderem, weil der Stadtrat im Parlament mit seinen als zu tief empfundenen Landverkaufspreisen kurz zuvor schon auf Widerstand gestossen war, wurde der Preis bis zur Gemeinderatsabstimmung auf 1200 Franken pro Quadratmeter erhöht.

Zudem will die Stadt das direkt an die Engstringerstrasse angrenzende Stück Land, auf dem ein Fussballplatz steht, nicht hergeben. Dies, weil den Quartiergrünflächen im Stadtentwicklungskonzept eine hohe Bedeutung zugemessen wird. Im Juni 2016 stimmte das Gemeindeparlament dem Landverkauf zu einem Preis von knapp 1,9 Millionen Franken dann einstimmig zu.

Der Kaufvertrag ist allerdings unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass die Baugenossenschaft innert vier Jahren ab Verkaufsvertragsdatum ein bewilligungsfähiges Projekt vorweisen kann. Um diesen Zeitplan einhalten zu können, sollen die Genossenschafterinnen und Genossenschafter im Mai über das Siegerprojekt abstimmen. Vom 19. Dezember bis Ende Januar werden die Projektstudien im Stadthaus aufliegen. Mit dem Baubeginn ist frühestens 2019 zu rechnen.

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