Stadtentwicklung

Der Stadtrat nimmt etwas Tempo raus, verspricht aber: «Es wird in Schlieren weitergebaut»

Sie haben sich 27 Leitsätze vorgenommen (von links nach rechts): Werkvorstand Andreas Kriesi (GLP), Sozialvorstand Christian Meier (SVP), Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP), Gesundheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP), Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP), Schulvorsteherin Bea Krebs (FDP) und Bauvorstand Stefano Kunz (CVP).

Schlieren soll gemäss neuem Regierungsprogramm nach Jahren der regen Bautätigkeit in eine Konsolidierungsphase eintreten.

Das übergeordnete Ziel, das sich der Stadtrat in der laufenden Legislatur 2018 bis 2022 setzt, bleibt im Vergleich zur Vorperiode unverändert: Schlieren soll sich zu «einer attraktiven Wohn-, Arbeits- und Begegnungsstadt» entwickeln. Dies hält die Regierung in ihren Schwerpunkten fest, die sie in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet hat.

Seine «Stadtidee», die der Stadtrat in dieser Woche präsentierte, umfasst insgesamt 27 Leitsätze. Diese seien insbesondere der Nachhaltigkeit verpflichtet, sagt Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP). Dabei denkt er nicht nur an die ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch an die ökonomische und soziale.

So gelte es unter anderem «das Miteinander» in der Stadt zu fördern, sagt Bärtschiger. In den Leitsätzen und Regierungsschwerpunkten heisst es dazu, dass «die Teilhabe aller Bevölkerungsschichten am gesellschaftlichen Leben gestärkt» und dass «die Begegnung der Bevölkerung mit ansprechend gestalteten Zonen für Freizeitaktivitäten gefördert» werden sollen.

Grosse Würfe oder markante Änderungen sind in der Stadtidee nicht enthalten. Darauf verzichtete der Stadtrat bewusst. Von einem Marschhalt will er dabei aber nicht reden: «Wir treten nicht auf die Bremse, gehen aber mit dem Fuss doch etwas vom Gas», erklärt Bärtschiger.

Die Bautätigkeit hält dennoch an

Denn Schlieren hat sich in den vergangenen Jahren markant verändert, die Bautätigkeit war hoch. Dieser Wandel hat bei einigen Einwohnern Sorgen oder Ängste ausgelöst. Bärtschiger spricht deshalb davon, dass in der laufenden Legislatur eine gewisse Konsolidierungsphase angezeigt sei. Die rege Bautätigkeit wird deshalb aber nicht aufhören: «Es wird in Schlieren weitergebaut», ist sich der Stadtpräsident bewusst. Aber der Stadtrat werde nicht auch noch zusätzlich weitere grosse neue Projekte anstossen.

Die Stadtentwicklung wird er aber natürlich fortführen: So sollen – etwa im Zusammenhang dem Bau der Limmattalbahn – verschiedene Plätze aufgewertet werden. Der Stadtrat arbeitet zudem darauf hin, dass das Zentrum gestärkt und mit Leben gefüllt wird. Es gelte, einerseits den bestehenden Geschäften Sorge zu tragen und andererseits neue anzuziehen, sagt Bärtschiger. In den Regierungsschwerpunkten ist von einem Branchencluster «Shopping» die Rede, der die bestehenden Cluster «Biotech» und «Startup City» erweitern soll.

Grünflächen und Investitionen

Die Leitsätze des Schlieremer Stadtrates sind in vier Kapitel unterteilt. Im Bereich von «Energie und Infrastruktur» will er unter anderem «die Elektromobilität und alternative Antriebssystem» fördern und dem Langsamverkehr einen höheren Stellenwert beimessen, so wie es der Verkehrsrichtplan vorsieht. Die Stadt soll auch «bessere Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Stadtklima» schaffen. Die Rahmenbedingungen will der Stadtrat dazu unter anderem in einer neuen Bau- und Zonenordnung schaffen. Denkbar sind beispielsweise Grünflächen, dank denen sich die Stadt im Sommer weniger aufheizt.

Im Kapitel «Finanzen und Wirtschaft» kündigt der Stadtrat an, dass er gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft eine Wirtschaftsstrategie 2025 erarbeiten will. Zudem hat er sich den Grundsatz ins Programm geschrieben, dass «die Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur vor neuen Investitionen Vorrang» habe. Ein bedarfsgerechtes Tagesbetreuungsangebot für Kinder erachtet der Stadtrat ebenfalls als wichtigen Standortfaktor.

Dass die Stadt für Einwohnerinnen und Einwohnern «in allen Lebensphasen ein würdiges Leben möglich» macht, hält der Stadtrat im Kapitel «Lebensraum und Begegnung» fest. Unter «Kultur und Gesellschaft» hat er unter anderem der Schule «eine ganzheitliche und zukunftsorientierte Bildung» verschrieben.

Basierend auf den Leitsätzen werden nun intern konkrete Massnahmen erarbeitet, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

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