Stadttiere

Der Fuchs als Nachbar: Mensch und Tier rücken im Limmattal immer näher zusammen

Vermehrt trifft man Füchse inzwischen auch in den Siedlungen an.

Vermehrt trifft man Füchse inzwischen auch in den Siedlungen an.

Die Limmattaler Füchse streifen gerne durch die Siedlungen. Die Ausbreitung liesse sich aber eingrenzen, sagten regionale Jagdaufseher.

Der Fuchs, der zuhause in der Wohnung auf dem Sofa sitzt – was wie ein schlechter Scherz klingt, ist laut Martin Peter schon vorgekommen. Peter ist Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Altberg Süd, welche die Gemeinden Oetwil, Geroldswil und Weiningen umfasst. In der Umgebung haben sich die Füchse bestens an den Menschen gewöhnt. Abfälle und Kompost bieten ihnen genügend Nahrungsquellen.

Richtige Entsorgung ist wichtig

Was in den Siedlungen darum immer wieder ein Ärgernis darstellt, sind aufgerissene Abfallsäcke. Der Unterengstringer Jagdaufseher Urs Hilfiker sieht sich vor allem in den Aufzucht-Monaten der Füchse mit dem Problem konfrontiert, wenn die Jungen gefüttert werden müssen. Anfang Juli auch die Gemeinde Unterengstringen erneut darüber: Sie empfahl, die betreffenden Säcke nicht über Nacht draussen stehen zu lassen. Peter sieht hier zudem die Gemeinden in der Pflicht: Die entsprechenden Einrichtungen wie Container oder andere Behältnisse müssten zur Verfügung gestellt werden. Lose Abfallsäcke gelte es zu vermeiden.

Nebst Abfall ist es laut Peter vor allem Hunde- und Katzenfutter, das die Füchse anlockt. Er empfiehlt, Futter für Haustiere nicht auf dem Gartensitzplatz zu lassen und Komposthaufen unzugänglich zu machen. Hilfiker rät sogar dazu, Haustiere in den Häusern zu füttern. Ausserdem solle man Spielsachen und Schuhe nicht auf der Terrasse liegen lassen – diese sind willkommene Spielzeuge für Jungfüchse.

Die Bauten der Füchse zwischen den Häusern

Es gibt laut Jagdaufseher Peter Plätze, die Füchse besonders anziehen: «Ideal ist eine Hanglage, ein sandiger oder nicht zu harter Boden.» In der Nähe von Betonbauten könnten sich Füchse ebenfalls gut eingraben. Hilfiker nennt den Hohlraum unter einer Garage als Beispiel. «Dort ist es trocken und geschützt. Der Fuchs gräbt ein Loch und sobald er dann Junge hat, kann man nicht mehr eingreifen», erklärt er. Denn vom 1. März bis am 15. Juni hat der Fuchs Schonzeit und den Jagdaufsehern sind die Hände gebunden. In dieser Zeit ziehen die Füchse ihre Jungen auf. «Man kann dann nur noch versuchen, die Füchse zu vergrämen», so Hilfiker. Fuchsbauten im Siedlungsgebiet hat auch Peter schon einige angetroffen. Diese werden nach Möglichkeit geschlossen, wenn sichergestellt ist, dass sich darin wirklich keine Tiere befinden.

Krankheiten sorgen für Probleme

Eine Zunahme der Fuchspopulation hat Peter in der Region nicht beobachtet – sie ist in den letzten Jahren aber konstant auf einem hohen Niveau. Die Probleme mit Krankheiten wie Staupe und Räude haben sich sogar verschärft. Die Fuchsräude sei früher nur alle drei bis vier Jahre aufgetaucht, heute treffe man sie permanent an. «Der Fuchsbandwurm ist nach wie vor gefährlich», warnt Peter weiter. Hilfiker empfindet den Fuchsbandwurm ebenfalls als problematisch. Er bemerkt aber, dass Siedlungsfüchse weniger stark befallen seien als Landfüchse. Der Zwischenwirt, die Feldmaus, fehle in den Siedlungen häufig. Er mahnt dennoch zur Vorsicht beim Verzehr von Früchten und anderen Produkten aus dem Garten. «Nur gründliches Abspülen oder Kochen bieten Sicherheit. Einfrieren bringt nichts.»

Um zu verhindern, dass die Füchse und ihr Nachwuchs sich zu sehr an den Menschen gewöhnen, wird generell empfohlen, sie nicht zu füttern. Jungtiere sollte man verjagen, um ihnen den Respekt vor dem Menschen beizubringen. «Füchse sind Wildtiere, man soll sie auch wie Wildtiere behandeln», betont Hilfiker. Gerade in den Monaten Januar und Februar rät er zudem, mit Sträuchern überwachsene Borde im Auge zu behalten. Dort beginnen Füchse in dieser Zeit gerne ihre Bauten zu graben. Wenn dies früh genug erkannt wird, kann dies verhindert werden. Dass der Lebensraum der Menschen und der Füchse immer näher zusammenrückt, betrachtet Peter als unvermeidbar: «Je näher an die Waldränder gebaut wird, desto grösser ist die Chance, dass sich der Fuchs im Siedlungsgebiet weiter ausbreitet.»

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