Bereits zum zweiten Mal wurde die Jazzformation Swing Kids aus der Ostschweiz für den Fiirabig-Jazz in Oetwil engagiert. Und nach dem Konzert auf dem Dorfplatz am Freitagabend stand fest: Es wird ein drittes Mal geben.

Kaum haben die jungen Musiktalente die Bühne betreten, werden sie von den rund 300 Zuhörenden schon gefeiert und bejubelt. Denn die Begeisterung vom vergangenen Jahr steckt noch in den Knochen. «Was die machen, ist einfach unglaublich. Das geht einem durch Mark und Bein, und ich weiss jetzt noch, wie erfüllt und mit wie vielen Glücksgefühlen ich letztes Jahr eingeschlafen bin», schwärmt im Publikum Edgar Grob, der seit 44 Jahren in Oetwil zu Hause ist.

Swing Kids am Fiirabig-Jazz in Oetwil

Swing Kids am Fiirabig-Jazz in Oetwil (Teil 1)

«So etwas gibt es sonst nicht», sagt Urs Landis, Präsident des Jazz-Clubs Oetwil, in seiner Rede. Und er bedankt sich bei Gemeindepräsidentin Rahel von Planta, die ebenfalls erschienen ist: «Ohne die Unterstützung der Gemeinde und von weiteren Helfern ist so ein toller Abend nicht möglich», sagte Landis.

Es sind die Werke grosser Namen, darunter Legenden wie Louis Armstrong und Elvis Presley, die bis in den späten Abend auf dem Dorfplatz erklingen. Jede Soloeinlage löst begeisterte Zurufe und Applaus aus. Das Stück «It’s been a long, long time» von Harry James und Helen Forrest aus den 1940er-Jahren prägte die 18-jährige Melina Huber mit ihrer Trompete. Sie übernahm gleich auch noch den Gesang.

Swing Kids am Fiirabig-Jazz in Oetwil 2

Swing Kids am Fiirabig-Jazz in Oetwil (Teil 2)

Mit den Swing Kids ist sie seit neun Jahren unterwegs. Sie wurde als «Pensionierte» vorgestellt. «Es ist so, dass die Älteren irgendwann den Jüngeren Platz machen müssen», sagte sie anschliessend. Es sei ein schöner Auftritt gewesen. Jedes Konzert sei völlig anders. Dies liegt auch daran, dass die vorgetragenen Songs aus den siebzig Arrangements, die sie als Gruppe beherrschen, jeweils spontan von Leiter Dai Kimoto am Abend ausgewählt werden. «Es ist das gemeinsame Musikmachen, das mich von Anfang an bei den Swing Kids packte», äusserte sich Jocelyne Rüdin, 13, nach dem Konzert. Sie ist seit drei Jahren mit dem Saxofon dabei.

Katholisch, evangelisch oder musikalisch?

Amüsante Geschichten runden den Jazzabend ab. So erzählt Kimoto, dass Saxofonistin Adriana Germann, 17, in der zweiten Klasse mal auf die Frage, ob sie katholisch oder evangelisch sei, antwortete: «Mein Vater sagt, ich bin musikalisch.»

Das sind auf der Bühne alle. Und für diejenigen, die nicht gerne üben, hat Kimoto kurzerhand ein eigenes Stück komponiert: So sei der vorgetragene «Lazy Dani’s Boogie» entstanden. «Als ich angefangen habe, war die Formation eine Kinderguggenmusik», erzählt Kimoto und scherzt, dass es sich dann besserte, aber er mittlerweile graue Haare habe. Es sei zu schön, um nach Hause zu gehen, liess sich eine Stimme aus dem Publikum vernehmen.