Weiningen

Beste Aussicht auf den Gubrist-Stau: Bauvorstände erhielten neue Einblicke in die Tunnel-Baustelle

Staunend über dem Gubrist-Stau: Stefano Kunz (CVP), Präsident der Limmattaler Bauvorständekonferenz und Schlieremer Planungs- und Bauvorstand, Weininger Werkvorstand Thomas Mattle (SVP) und Schlieremer Werk-, Versorgungs- und Anlagenvorstand Andreas Kriesi (GLP) (von links) an der 77. Limmattaler Bauvorständekonferenz.

Staunend über dem Gubrist-Stau: Stefano Kunz (CVP), Präsident der Limmattaler Bauvorständekonferenz und Schlieremer Planungs- und Bauvorstand, Weininger Werkvorstand Thomas Mattle (SVP) und Schlieremer Werk-, Versorgungs- und Anlagenvorstand Andreas Kriesi (GLP) (von links) an der 77. Limmattaler Bauvorständekonferenz.

An der 77. Limmattaler Bauvorständekonferenz zeigte die Gemeinde Weiningen, wie stark der Bau der dritten Gubrist-Röhre das Dorf tangiert.

Der Verkehr braust in Richtung Limmattaler Kreuz. Auf den entgegengesetzten Spuren sieht es anders aus. Die Fahrzeuge rollen stockend auf den Gubrist-Tunnel zu. «Langsam, aber stetig», beschrieb Stefano Kunz (CVP), Präsident der Limmattaler Bauvorständekonferenz und Schlieremer Planungs- und Bauvorstand, das Schauspiel. «Langsam, aber sicher. Von stetig kann nicht die Rede sein», korrigierte ihn Thomas Kieliger, Bauherrenvertreter der Gemeinde Weiningen.

Die 77. Limmattaler Bauvorständekonferenz vergangenen Donnerstag stand im Zeichen des Gubrist-Ausbaus. Auf dem Programm standen nicht nur Referate zur Vorgeschichte und zum aktuellen Stand des Projekts, sondern auch eine Begehung vor Ort. Organisiert wurde der Anlass von der Gemeinde Weiningen, die die Erweiterung der Nordumfahrung seit mehr als zwölf Jahren beschäftigt. Die teilnehmenden Hoch-, Tiefbau- und Werkvorstände sowie Bausekretäre hatten die Möglichkeit, die Eingangspforten der bestehenden Tunnels und der künftigen dritten Röhre aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und zwar vom Balkon des Lärmschutzhügels Weiningen aus.

Muffiger Teppich und Geraniumkisten

Der Betonbau über dem Gubristportal beherbergt Ersatzventilatoren für die Tunnels und Baustellenmaterial. Die Kantonspolizei soll bis in die 1990er Jahre noch in den Räumen über dem Gubrist gearbeitet und den Verkehr kontrolliert haben. Der muffige Rollteppich zeugte davon, dass das schon sehr lange her ist. «Vor kurzem haben wir noch die Geraniumkisten auf dem Balkon entfernt», sagte Projektleiter Marco Knecht vom Bundesamt für Strassen (Astra) und schmunzelte. Er führte die Gruppe in den Lärmschutzhügel und gab den Anwesenden Auskunft zur Baustelle. Auf dem schmalen Balkon drängten sich nach und nach die Limmattaler Politiker und Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, um einen etwas anderen Blick auf den Feierabendverkehr zu erhaschen und mit dem Smartphone Fotos zu schiessen. «Hier sehen Sie den ganz normalen Wahnsinn. Es hat Stau wie immer», sagte Knecht.

Mit der dritten Röhre soll sich die Verkehrssituation im Nadelöhr zwischen Weiningen und Regensdorf verbessern. Rechts des Balkons ragen Betonwände mit Stahlstangen aus dem Boden. Unmittelbar daneben liegen das Chübelackerquartier und die Weininger Rebberge. «Hier wird die dritte Gubriströhre durchgehen», sagte Knecht. Geplant sei, dass der Verkehr durch den neuen dreispurigen Tunnel Richtung Bern verlaufe und die vier bestehenden Spuren für den Verkehr Richtung St. Gallen eingesetzt würden, so wie es auch beim Baregg-Ausbau der Fall gewesen sei.

Dass Weiningen stark vom Nationalstrassenbau betroffen ist, machte Thomas Kieliger bereits vor der Baustellenbegehung in einem Referat beim Restaurant Chriesihoger in Unterengstringen klar. «39 Hektaren werden dafür benötigt, das sind 7,2 Prozent der Gemeindefläche», sagte er. «Nach diesem Anlass versteht man Weiningen hoffentlich besser. Ich glaube, wir konnten die Anwesenden sensibilisieren, dass dieser Bau sehr einschneidend für unser Dorf ist und dass unser Einsatz für den Gubrist-Deckel berechtigt war», sagte der Weininger Bauvorstand Harry Landis (parteilos).

Autor

Sibylle Egloff

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