Oberengstringen

«Bad Vibes» für guten Zweck am Benefizanlass der Jugendarbeit

Fünf Musikgruppen treten am Benefizanlass der Oberengstringer Jugendarbeit für Flüchtlinge in Serbien auf.

Im Fett brutzeln Bolani, afghanische Teigtaschen, und rundherum arbeiten zehn Männer. Sie sind seit dem frühen Mittwochnachmittag damit beschäftigt, ein Festessen für den Benefizanlass der Oberengstringer Jugendarbeit zu kochen. Wie alle anderen engagieren sie sich eheramtlich für den Anlass. «Der volle Erlös des Anlasses fliesst in die Arbeit von Borderfree», sagt die Oberengstringer Jugendbeauftragte Sandra Jenny. Die «Borderfree Association» engagiert sich für Flüchtlinge in Serbien. Die Organisation der Schlieremerin Vanja Crnojevic betreibt auch ein Haus für unbegleitete Jugendliche vor Ort.

Dass am zweiten Benefizanlass im Gemeindesaal im Zentrum für Flüchtlinge gesammelt wird, kommt nicht von ungefähr. Viele der Jugendlichen sind selbst als Flüchtlinge in die Schweiz gekommen. Deshalb ist Wohlstand und Chancengleichheit in der Oberengstringer Jugendarbeit immer wieder ein Thema: «Die Jugendlichen wissen, was ihnen alles fehlt, wenn sie sich mit Schweizer Kindern vergleichen», sagt Jenny. Deshalb ist es ihr wichtig, allen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen zu vermitteln, dass es noch anderes als materielle Güter gibt.
Am Benefizanlass geht es auch darum, die Erwachsenen zu sensibilisieren. «Wir wollen daraufhinweisen, dass es ein reiner Glücksfall ist, wenn man in der Schweiz auf die Welt kommt», sagt Jenny. Deshalb appelliert sie vor allem an die Nächstenliebe. Diese wird auch in Form von grossen Plastiksäcken antransportiert: Die Jugendlichen und Erwachsenen sammelten im Vorfeld Kleider für die Flüchtlinge.

Am frühen Abend betritt die erste und gleichzeitig jüngste Musikgruppe des Abends die Bühne. Der Kinderchor Les Rossignols der katholischen Kirche Oberengstringen wurde im Mai gegründet und meistert am Abend erst seinen dritten Auftritt. Als nächstes tritt die Schülerband 4B4 auf. Der 10-jährige Leadsänger Anand beginnt die Show mit dem Queen-Hit «We Will Rock You» und endete mit «We Don’t Need No Education» von Pink Floyd. Spätestens nach diesen zwei Musikteilen ist es für viele Zuhörer Zeit, sich dem reichhaltigen, afghanischen Buffet zu widmen. Besonders beliebt sind die erwähnten Teigtaschen. Der Koch wird am Ende des Abends sagen, er habe rund 60 Menus herausgegeben.

Tanzen und beatboxen mit Rapper Bossnak

Eine halbe Stunde später geht es weiter mit dem Ad-hoc-Chor PHanthom. Die Gruppe besteht aus vier Studenten der Pädagogischen Hochschule. «Wir wollten den Anlass unterstützen und haben Freude an der Musik», sagt Cyrill Weiss, der ursprünglich aus Oberengstringen stammt. Nach einigen Liedern des Duos Roxy und Fabio kommt der langersehnte Auftritt des Rappers Bossnak. Obwohl der Saal bei seinem Auftritt bereits nicht mehr so voll ist, macht die Begeisterung der Anwesenden die fehlenden Zuhörer wett. Für den Rapper, der 1992 aus Bosnien in die Schweiz flüchtete, ist der Auftritt auch ein persönliches Engagement.
Während eines Liedes lässt er gar die Teenies auf die Bühne kommen. Dort sind sie ganz in ihrem Element: Sie tanzen, beatboxen und filmen, bis er sie für «Bad Vibes» wieder in die Zuschauerränge weist. Ein begeisterter Applaus und einige Selfies der Jugendlichen später, ist der Anlass zu Ende.

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