Aesch

Auf dem Hof der Familie Stalder wird für den 1.-August-Brunch gekrampft

Monika Stalder kocht fast 100 Gläser Konfitüre ein

Monika Stalder kocht fast 100 Gläser Konfitüre ein

500 Muffins, 50 Liter Birchermüesli, 80 Kilo Rösti: Seit Tagen wird auf dem Hof der Familie Stalder für den 1.-August-Brunch gekrampft.

In den Pfannen gluckert und blubbert die zähflüssige Konfitüre. Bauersfrau Monika Stalder kippt die heisse Masse in die Gläser, verschraubt sie und stellt sie zum Abkühlen auf den Kopf. Alles muss ruckzuck gehen, rund 100 Gläser Konfitüre müssen bis zum Abend fertig sein. Holunder, Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Brombeeren und Quitten, insgesamt 25 Kilogramm Früchte.

«Das ist nicht alles für den Brunch, einen Teil verkaufe ich im Hofladen», sagt Monika Stalder und lacht. Zwei Fliegen auf einen Schlag, so macht man das. Und noch ist längst nicht alles getan. Die Zeit drängt, morgen ist der grosse Tag: Der 1.-August-Brunch findet statt.

70 Kilo Teig, 80 Kilo Rösti

Die Einkaufsliste für den Brunch ist beachtlich: 40 Kilo Speck, Schinken und Aufschnitt mussten bestellt werden, dazu sieben verschiedene Käsesorten. Heute müssen noch fast 40 Kilo Zopf und 30 Kilo Brot gebacken werden.

Dazu kommen rund 500 Muffins in fünf verschiedenen Sorten: Schoggi, Marmor, Tiroler, Rüebli und Zitrone. Morgen, in aller Herrgottsfrühe dann, werden 50 Liter Birchermüesli angerührt, mit frischer Milch, Rahm, Naturjoghurt, Erdbeerpurée, Kirschen, Johannis- und Himbeeren und Äpfeln.

Monika Stalder zieht sich die Schürze zurecht und lacht. «Ich kann den Leuten versichern: Wir hatten noch nie zu wenig zu essen, bei uns geht keiner mit knurrendem Magen heim.»

Eingekauft wird nebst dem Fleisch und dem Käse einzig noch die Rösti; aus zeitlichen und hygienischen Gründen. «80 Kilogramm Kartoffeln raffeln sich nicht von alleine», sagt Monikas Mann Markus Stalder.

Und mit den Esswaren allein ist es noch nicht getan: In der Scheune müssen Festbänke und Buffets aufgestellt und eingerichtet werden. Bei diesem Grossanlass helfen nicht nur Familienmitglieder und Freunde mit, da müssen auch die Hühner anpacken: Für den Brunch braucht es mindestens 800 Eier, besser wären 1000. Das sei immerhin leicht zu organisieren, sagt Monika Stalder: «Bei 400 Legehennen hole ich jeden Tag mindestens 330 Eier aus dem Stall.» Und die Zahl steigere sich noch.

Reservationen Anfang Mai

Der Aufwand, den die Bauernfamilie für den Brunch betreibt, ist enorm. Ausserdem fällt der Anlass in eine Zeit, die sowieso schon streng genug ist. Das sei wohl auch der Grund, weswegen immer weniger Bauernbetriebe einen Brunch organisieren, vermutet Monika Stalder.

Dieses Jahr sind es im Kanton Zürich noch 19 Bauernbetriebe – entsprechend schnell waren die 300 Plätze bei den Stalders vergeben. «Die erste Frau wollte bereits Anfang Mai Plätze reservieren», sagt Monika Stalder. Jetzt muss sie die Leute seit zwei Wochen vertrösten.

Die Familie Stalder organisiert den Brunch seit 19 Jahren. Weil sie auch unter dem Jahr oft Gäste bewirtet – unter anderem an Hochzeiten, Geburtstagen und am Muttertagsbrunch – ist sie entsprechend ausgerüstet: Eine separate Küche direkt neben der Scheune mit Grosskücheninventar lässt die Stalders Megaevents einfacher bewältigen. «Vor 19 Jahren mussten wir das Geschirr noch aus dem Gemeindehaus ausleihen», erinnert sich Monika Stalder. Heute stapelt sich Geschirr für rund 300 Gäste in den Regalen.

Rentiert ein solcher Anlass denn? Markus Stalder steht im Türrahmen und grinst. «Auf die Stunden hochgerechnet, zahlt es sich nicht aus», sagt er. «Aber fürs Helferfest hat es noch immer gereicht.»

In erster Linie gehe es auch nicht ums Geldverdienen, meint Monika Stalder. «Wir profitieren nachhaltig davon, dass die Leute unseren Hof kennenlernen und später beispielsweise im Hofladen einkaufen kommen.»

Hoffnungsschimmer: Bei schönem Wetter erweitert Familie Stalder auf 420 Plätze. Kurzfristige Reservationen werden telefonisch entgegengenommen: 044 737 12 04. Der Brunch startet um 9 Uhr.

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