Aesch

André Guyer zieht in den Gemeinderat ein

André Guyer erhielt die meisten Stimmen und darf in den Aescher Gemeinderat einziehen.

André Guyer erhielt die meisten Stimmen und darf in den Aescher Gemeinderat einziehen.

Der FDPler André Guyer macht das Rennen um den frei gewordenen Gemeinderatssitz in Aesch. Damit tritt er die Nachfolge des zurückgetretenen Hochbau- und Liegenschaftenvorstands Max Holliger (FDP) an.

Die Würfel sind gefallen: Der neue Aescher Hochbau- und Liegenschaftenvorstand heisst André Guyer (FDP). Er übernimmt das Amt des zurückgetretenen Max Holliger (FDP). 236 Stimmen erhielt der 63-Jährige. Weit hinter ihm liegen seine Konkurrenten. Karsten Kunert (parteilos) sicherte sich 100 Stimmen, Hans-Rudolf Keller (Grüne) erreichte 37 Stimmen. Damit verpassten beide das Absolute Mehr von 193 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 36 Prozent. Die Ersatzwahl für den frei werdenden Gemeinderatssitz hätte am 17. Mai stattfinden sollen. Aufgrund der Coronapandemie wurde sie auf den gestrigen Sonntag verschoben.

Der neu gewählte Gemeinderat feierte seinen Wahlsieg im eigenen Garten an seiner traditionellen Sommergrillparty, zu der er jeweils die ganze Nachbarschaft einlädt. «Es ist schön, dass nun beides an diesem Tag zusammenfällt», sagte André Guyer. Mit diesem deutlichen Resultat habe er nicht gerechnet. «Die Stimmberechtigten hatten die Wahl zwischen drei valablen und völlig unterschiedlichen Kandidaten. In einem so kleinen Dorf wie Aesch machen nur ein paar Stimmen den Unterschied.»

Gewählt – auch wenn er im Dorf kaum bekannt ist

Zudem

, sagte Guyer. Ihm sei klar: «Ohne die Unterstützung der FDP-Ortspartei und der SVP Aesch hätte ich es wohl nicht geschafft.» Der IT-Unternehmer und CEO eines Start-ups will sich nun in sein Ressort einarbeiten. «Ich habe mein Eigenheim auch schon umgebaut, trotzdem bin ich ein Laie in Sachen Bauangelegenheiten. Deshalb ist es wichtig, dass ich die Materie bald verstehe, damit ich meinen Handlungsspielraum zum Wohle der Gemeinde voll ausnutzen kann», sagte Guyer. Ihm sei es ein Anliegen, mit Hilfe eines qualitativen und verträglichen Wachstums die ländlichen Vorzüge Aeschs zu erhalten und die Gemeinde trotzdem für Neuzuzüger attraktiv zu gestalten. «Eine gute Balance zu finden, wird sicherlich eine Herausforderung werden.»

Guyers Konkurrenz trägt die Wahlniederlage mit Fassung. «Als Grüner konnte ich in einem Dorf wie Aesch nicht damit rechnen, gewählt zu werden. Ich war wohl der Erste, der sich überhaupt gewagt hat, sich zur Wahl zu stellen», sagte Hans-Rudolf Keller. Er habe mit seiner Kandidatur ein Zeichen setzen und den Leuten zeigen wollen, dass man tätig werden, kandidieren und sich einsetzen könne. Auch für Karsten Kunert geht das Leben weiter. «Ich habe Freude, dass mir so viele Aescherinnen und Aescher ihre Stimme gegeben haben. Als Parteiloser konnte ich nicht auf die Unterstützung der Parteien zählen», sagte Kunert. Er wünsche André Guyer viel Erfolg und gutes Wirken zu Gunsten von Aesch. Er blickt bereits nach vorne. In zwei Jahren stünden die Gesamterneuerungswahlen an, so Kunert. «Ich könnte mir durchaus vorstellen, wieder anzutreten.»

Nach zwölf Jahren das Amt abgeben

Max Holliger ist erleichtert, dass nun seine Nachfolge geregelt ist. «Mit 56 trat ich in die Politik ein, zuerst wirkte ich in der Rechnungsprüfungskommission, dann im Gemeinderat. Ich kann jetzt nach zwölf Jahren mein öffentliches Amt abgeben und darüber bin ich sehr froh. André Guyer gratuliere ich von Herzen.» Enttäuscht zeigt sich Holliger von der tiefen Stimmbeteiligung und darüber, dass keine Frau als Kandidatin aufgestellt wurde. «Ich hätte es gerne gesehen, wenn eine zweite Frau einen Sitz im Gemeinderat bekommen hätte.» Er wolle seine neu gewonnene Zeit als Rentner nutzen, um mit seiner Frau reisen zu gehen.

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