Dietikon

40 Jahre Blues, Boogie-Woogie und Freundschaft: Die «Piano Connection» feierte ihren Geburtstag

Beim Jubiläumskonzert der «Piano Connection» in Dietikon blieb im Publikum kein Fuss still.

Seit geschlagenen vierzig Jahren sind die Pianisten Thomas Pfann und Jürg Bärtschi zusammen mit Drummer Beat Theiler als «Piano Connection» in der weiten Musikwelt unterwegs. Und eröffneten mit ihren chaotisch-verspielten Hemden, die perfekt zu ihrer Musik passen, für Grössen wie Alvin Lee, Johnny Winter und die Blues Brothers. Am Samstagabend lud das legendäre Limmattaler Trio zur groovigen Feierstunde ins «Gleis 21», um mit einer dynamischen Mischung aus Blues und Boogie-Woogie und ungehemmtem Tastengewusel zu brillieren. Es war eine Jubiläumsfeier mit etwas Verspätung, eigentlich wollten die Musiker schon im Frühjahr feiern.

Piano Connection

Piano Connection

Die Pianisten Thomas Pfann, Jürg Bärtschi und der Drummer Beat Theiler feiern ihr 40-Jahr-Jubiläum The Piano Connection im Gleis 21

An diesem Samstagabend erinnert die Situation im neuen Kulturhaus am Bahnhof Dietikon daran, wieso die Kulturlandschaft so lange brach lag. Da stehen Desinfektionsmittel und eine Schachtel mit Masken herum. Auf einer Liste sind die Kontaktdaten der maximal achtzig erlaubten Anwesenden notiert. Ohne die Beschränkung wären wohl noch mehr Zuschauer gekommen. Unter den Anwesenden ist die Vorfreude zu Beginn zu spüren. So auch bei Christian Kuster aus Dietikon: «Mit viel Spielwitz begleitet mich diese groovige Reise durch vierzig Jahre Boogie-Woogie, Blues und Freundschaft. Ich freue mich schon jetzt auf die Weiterfahrt.»

Sie spielen den Blues, als wären sie aus den Südstaaten der USA

Pünktlich beginnt das Trio mit dem «NZ-Boogie» als Erinnerung an die beiden Neuseelandtouren in den Jahren 1988 und 2000. Dann interpretieren sie Klassiker wie «Dust My Broom» von Robert Johnson und «Pinetop’s Boogie Woogie» von Pine Top Smith sowie eine Adaption vom russischen Volkslied Kalinka. Für Songs wie «Roo Bar Blues» und «Guitar Boo-Woo» wechselt der Dietiker Thomas Pfann vom Klavier auf die Gitarre. Die drei Limmattaler spielen den Blues, als stammten sie direkt aus den Südstaaten der USA. Beim rassigen Boogie-Woogie zum Auftakt ist still sitzen unmöglich. Die beschwingten Melodien gehen dank dem hochpräzisen Klavierspiel in Fleisch und Blut über.

Mit viel Charme moderiert Pfann die einzelnen Stücke an. Nach ihrer einjährigen Tournee durch Neuseeland und Australien 1988 starteten die drei Limmattaler international richtig durch. Seither sind sie viel rumgekommen in der Welt und haben einiges zu erzählen. Ende der 1980er-Jahre sei Drummer Theiler in Indien kurzfristig im Knast gelandet, sagt Pfann. Daraufhin hätten sie den Klassiker «Istanbul Blues» auf ihre Situation angepasst. «Das war ein guter Tag für uns», scherzt er.

Piano Connection

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Schlussbouquet mit Gästen am Jubiläumskonzert von The Piano Connection im Gleis 21 in Dietikon 

Hinter den Musikern werden während dem ganzen Konzert Bilder aus längst vergangenen Bandtagen eingespielt. Zum Schlussbouquet erhält die «Piano Connection» Unterstützung von Posaunen, Bass und Eufonium. Sie begleiten den Dankes-Abgesang von Pfann. So klingt das Konzert nach rund zwei Stunden aus und im Raum brandet frenetischen Applaus auf, der fast nicht mehr zu enden scheint.

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