Kontrollen

150'000 Franken sind zu teuer - der Dietiker Stadtrat will keine Radarkästen

Ein Radarkasten in der Nähe von Genf (Symbolbild)

Ein Radarkasten in der Nähe von Genf (Symbolbild)

Persönliche Verkehrskontrollen sind aus Sicht des Stadtrats unabdingbar. Daneben sind Radakästen mit auch nicht ganz günstig. Doch wie soll der Lärm von heulenden Motoren verhindert werden? Wären Warntafeln die Lösung?

Der Dietiker Stadtrat will persönliche Verkehrskontrollen nicht zugunsten von Radarkästen aufgeben. Dies schreibt er in der Antwort auf eine kleine Anfrage von Michael Segrada. Der FDP-Gemeinderat hatte vorgeschlagen, «lärmenden Rasern» an neuralgischen Stellen in Dietikon mittels Installation von Radarkästen und Radarwarntafeln «effizienter Einhalt zu gebieten» als mit personalaufwendigen Polizeikontrollen.

Der Stadtrat gibt in seiner Antwort jedoch zu bedenken, dass persönliche Verkehrskontrollen der Polizei eine wichtige Aufgabe im Strassenverkehr seien. Denn zusätzlich zur Geschwindigkeit könnten so auch andere Aspekte kontrolliert werden, so zum Beispiel der Zustand und die Fahrberechtigung des Lenkenden, die Einhaltung von Verkehrsregeln oder kriminalpolizeiliche Untersuchungen.

Nicht ganz günstig

Zudem sind Radaranlagen auch nicht ganz günstig, wie der Stadtrat schreibt: Eine fest installierte Anlage koste rund 150'000 Franken, eine semistationäre etwa 180'000 Franken. Dazu kämen jährliche Wartungsarbeiten, welche bei der fest installierten Anlage mit etwa 16'000 Franken zu Buche schlagen dürften, bei der semistationären mit 50'000 Franken.
Sowohl fest installierte als auch semistationäre Geschwindigkeitsmessanlagen dürfte auf Staatsstrassen aber sowieso nur die Kantonspolizei aufstellen, schreibt die Stadtregierung weiter: «Lediglich auf Gemeindestrassen dürfen die kommunalen Polizeien solche Anlagen montieren.» Kontrollen auf Staatsstrassen seien zwar ebenfalls möglich, jedoch nur persönliche. Auf Gemeindestrassen hätten dieses Jahr bisher 72 Geschwindigkeitskontrollen der Stadtpolizei stattgefunden, heisst es in der Antwort. Dabei sei das Augenmerk bei vier Kontrollen gezielt auf aufheulende Motoren gerichtet gewesen.

Für Polizei nicht ganz einfach

Der Stadtrat weist aber auch darauf hin, dass Geschwindigkeitskontrollen «grundsätzlich das falsche Instrument» seien, um gegen Lärm vorzugehen. Denn das Aufheulenlassen der Motoren könne nicht zwingend mit überhöhter Geschwindigkeit in Verbindung gebracht werden. «Für die Polizeiorgane ist es nicht ganz einfach, die Lärmverursacher zu eruieren und zu stellen, da diese die Orte laufend wechseln», schreibt der Stadtrat. Man sei aber in regelmässigem Kontakt mit der Kantonspolizei Zürich, um in gemeinsamen Aktionen sowohl gegen den Lärm von aufheulenden Motoren als auch gegen Raser vorzugehen.

Tafeln könnten helfen

Segradas Vorschlag, präventiv Warntafeln aufzustellen, überprüfe man gerne auf seine Machbarkeit. «Es ist vorstellbar», schreibt der Stadtrat, «dass die Installation solcher Tafeln an neuralgischen Stellen durchaus etwas zur Erhöhung der Sicherheit beitragen könnte und die Lärmsituation teilweise verbessert.»

Autorin

Bettina Hamilton-Irvine

Bettina Hamilton-Irvine

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