Urdorf

113 Schüler der Kanti Limmattal feiern ihre bestandene Matura

In zwei Etappen und mit viel Abstand erhielten Maturandinnen und Maturanden der Kanti Limmattal ihre Zeugnisse überreicht. Die Feier stand im Zeichen der Corona-Pandemie.

Immer zwei Plätze bleiben zwischen Gästegruppen auf der Tribüne der Zentrumshalle Spitzacker in Urdorf frei. Ein Mann weist die Zuschauer in die Reihen und bietet Masken an. Vor der Bühne sind Stühle in zwei Metern Abstand zueinander angeordnet. Die Maturfeier der Kantonsschule Limmattal stand gestern im Zeichen der Corona-Pandemie. Maturandinnen und Maturanden durften von maximal zwei Personen aus der Familie begleitet werden. Zudem erfolgte die Feier in zwei Etappen. Drei Abschlussklassen erhielten ihre Maturzeugnisse am Morgen und vier am Nachmittag.
«Ich bin, wie vielleicht auch einige von Ihnen, mit einem etwas mulmigen Gefühl in diese Halle gekommen. Die aktuellen Fallzahlen wirken doch kaum beruhigend», sagte Rektor Werner De Luca zu den Gästen. Um jedoch den grossen Verdienst der Maturandinnen und Maturanden gebührend begehen zu können, habe sich die Schulleitung dazu entschieden, die Maturfeier in nahezu gewohntem Rahmen durchzuführen.

Maturanden fordern Mitleid statt Neid

Und so fiel um 10 Uhr der Startschuss für die Feierlichkeiten. 116 Schülerinnen und Schüler zählt der Maturajahrgang, 113 haben erfolgreich bestanden. Es ist der erste Jahrgang, der ohne Abschlussprüfungen die Schulzeit beendet. Ausschlaggebend für die Zeugnisse waren die Erfahrungsnoten. Diesen Umstand nahmen Gianin Arnold und Nicolas Huber in ihrer Maturrede auf. Die jüngeren Jahrgänge seien nun neidisch und wünschten sich auch eine eidgenössische Maturität ohne Abschlussprüfung. «Doch eigentlich ist das für uns eher ein Nachteil, denn uns fehlt die Erfahrung einer grossen Prüfung. Man sollte uns also eher bemitleiden statt beneiden», sagte Huber.

Trotz einem enttäuschenden Ende hätten sie mehrheitlich eine gute Zeit an der Kanti Limmattal verbracht, Freundschaften geschlossen, coole Anlässe und Reisen erlebt, wertvolle Lebenslektionen erhalten und harte Prüfungsphasen durchgemacht. «Es wird eine Zeit kommen, in der wir bis zum Hals in Arbeit stecken und uns wünschen werden, wieder an der Schule zu sein», sagte Arnold. Ihren Matur-Kolleginnen und -Kollegen gaben sie den Spruch «Carpe diem» mit auf den Weg. «Geniesst den Moment, geniesst es, keine Verantwortung zu haben. Vergesst nicht, zu leben. Zeit ist das einzige, das nicht mehr zurückkommt.»

Mit Ausdauer und Geduld das Ziel erreicht

Rektor De Luca war voll des Lobes für seine Schützlinge: «Sie haben über viele Schuljahre hinweg mit Geduld und Ausdauer auf dieses Ziel hingearbeitet. Sie haben auf diesem langen Weg durchgehalten und vor allem in den letzten Monaten der grossen Unsicherheit Immenses geleistet. Sie dürfen zu Recht stolz auf sich sein.»

An der Maturfeier prämierte Schulkommissionspräsidentin Marie-Thérese Miller drei sehr gute Maturitätsarbeiten. Eine stammt von Dominik Ruoss. Er beschäftigte sich mit dem Thema Geldwäscherei in der Schweiz und entwickelte eine Wegleitung zur Bekämpfung des Problems. Ausgezeichnet wurde auch Shirin Hänni. Sie verfasste und designte ein Kräuterreisekochbuch. Beeindruckt hat die Schulkommission auch die Arbeit von Nina Mattig. Sie führte eine Seereinigung im Türlersee durch und fischte eine halbe Tonne Abfall aus dem Gewässer.

Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom erweiterten Frauenchor der Kanti Limmattal sowie weiteren Sing- und Musiktalenten. Passend zum erfolgreichen Abschluss der Schulzeit und den vielfältigen Zukunftsaussichten stimmte der Chor am Ende der Feier die Queen-Hymne «Don’t stop me now» an.

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