Nicht nur das «Wagi»-Museum kann seine Fahrzeuge am Stadtfest Schlieren vom 30. August bis 8. September zur Schau stellen, auch das Tram-Museum Zürich beteiligt sich am Schlierefäscht und nimmt mit drei Trams am Festumzug am 1. September teil. Sie alle wurden von der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren hergestellt. Mit dabei ist die legendäre gelbe Limmattal-Strassenbahn, die von 1900 bis 1931 zwischen Zürich und Schlieren verkehrte.

Wegen der gross aufgemalten Buchstaben L.S.B. wurde die Bahn im Volksmund auch liebevoll «Lisebethli» genannt. Sie beförderte nicht nur Pendler, sondern auch Bier und Eis der damaligen Brauerei in Dietikon sowie die Post auf der Zweigstrecke Weiningen-Schlieren. «Deshalb zieht das ‹Lisebethli› am Umzug einen Postanhänger mit», verrät Christoph Wehrli. Er ist Stiftungsratspräsident der Stiftung Tram-Museum Zürich und Mitglied im Organisationskomitee des Schlierefäschts. Begleitet wird das «Lisebethli» von einem blau-weissen zweiachsigen Züri-Tram mit dem Übernamen «Schnellläufer». «Das Tram heisst so, weil es das erste mit einem kleineren und rascher laufenden Motor ist», sagt Wehrli. Beim dritten Fahrzeug handelt es sich um ein historisches Züri-Tram mit grossem Wagenkasten, den «Elefanten». «Man sagt ihm so, weil es mit 27 Tonnen zu den schwersten und stärksten Gefährten gehört. Es wurde vor allem für steile Strecken wie etwa ins Albisgüetli eingesetzt.»

Am 1. und am 4. September bietet das Tram-Museum am Stadtfest zudem Shuttlefahrten mit dem «Lisebethli» an. «Wir freuen uns, dabei zu sein. Das ist für uns etwas Einmaliges», sagt Wehrli. Man sei ab und zu mal an Quartierfesten mit einem Tram vertreten, aber selten in diesem Ausmass. Die Fahrt vom Tram-Museum bei der Burgwies nach Schlieren und zurück wird problemlos funktionieren. «Wir sind berechtigt, mit den historischen Fahrzeugen auf dem Netz der Vekehrsbetriebe Zürich (VBZ) zu fahren. Sie sind mit dem heutigen System technisch kompatibel. Die Spurweite von einem Meter ist immer noch dieselbe wie früher und so verhält es sich auch mit der Fahrspannung von 600 Volt.»

Hinter dem Steuer der Trams sitzen Profis. «Nur VBZ-Tramfahrer, die eine spezielle Ausbildung für alte Fahrzeuge haben, sind für uns ehrenamtlich unterwegs.» Pro Tram sind es jeweils zwei Personen. «Eine wird als Fahrer, die andere als Kondukteur eingesetzt», sagt Wehrli. Früher hätten die Kondukteure Billette verkauft, am Stadtfest werde deren Aufgabe unter anderem daraus bestehen, den Fahrgästen die nicht automatischen Türen zu öffnen oder zu schauen, dass niemand auf dem Trittbrett mitfahre.