Leserbeitrag
Zwei Tage Ausnahmezustand an der Sekundarschule Freudenstein

Fabienne Schmid
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Lautes Gelächter dringt aus einem Klassenzimmer im oberen Stock der Sekundarschule Freudenstein. Angestrengt versuchen Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig beim Pneumatik-Starter zu übertrumpfen. Bei dieser anschaulichen Anwendung erfahren sie unmittelbar den Zusammenhang zwischen Druck und Kraft. Gerade daneben hören andere Jugendliche interessiert den Lernenden der FHNW und libs zu, die aus ihrem Lehrlingsalltag erzählen. In einem anderen Schulzimmer jubeln diejenigen, die es mit der Android Fernbedienung geschafft haben, den Legoroboter mitsamt einer gefüllten PET Flasche ins Ziel zu schieben. Auch beim Hubretter hört man aufgeregtes Geflüster und die bange Frage: „Darf es ich auch mal versuchen?“. Im Untergeschoss finden verschiedenen Workshops statt. Dort löten konzentrierte Jugendliche unter Anleitung von Lernenden Printplatten oder kreieren eine eigene Homepage.

Am 20. und 21. Oktober 2014 machte die Wanderausstellung „Achtung Technik Los!“ Halt im Sekundarschulhaus Freudenstein. 16 Klassen oder rund 300 Bezirks- und Sekundarschülerinnen und -schüler der 2. und 3. Klassen profitierten von diesem Angebot.

Die Bezirks- und Sekundarschule in Brugg ist die 19. Schule, die von der Wanderausstellung besucht wird. Seit 2010 ist „Achtung Technik Los!“ an Bezirks- und Sekundarschulen in der Nordwestschweiz unterwegs. Bestehend aus einer Ausstellung mit interaktiven Demonstrationen und diversen Workshops will das Projekt Jugendliche in der Berufswahlphase für Technik und Informatik begeistern und ihnen aufzeigen, wie spannend und vielfältig diese Berufe und deren Weiterbildungsmöglichkeiten sind. Gerade für Mädchen stellt eine solche Berufswahl häufig keine Option dar. Nur gerade 5-10 % Frauen arbeiten in der Schweiz in technischen Berufen oder der Informatik. Dies müsste nicht so sein. Wir fragten Arijana K., die an der Sekundarschule Freudenstein in die 3. Klasse geht und bei „Achtung Technik Los!“ dabei war, wieso sich ihrer Meinung nach so wenige Frauen für einen technischen Beruf oder die Informatik interessieren und wie ihr der Aktionstag gefallen hat.

„Die meisten Mädchen wissen gar nicht, was man in diesen Berufen macht und denken, das können nur Jungs. Man müsste viel mehr solche Sachen in der Öffentlichkeit zeigen, damit wir Frauen sehen und erkennen, wie spannend und lustig diese Berufe sind. Bei „Achtung Technik Los!“ habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass Technik spannend sein kann. Ich habe mir das nicht so vorgestellt. Auch ich habe gedacht, nur Männer arbeiten in solchen Berufen. Ich war in den Workshops Löten und Robotino. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich arbeite gerne mit den Händen. Am meisten hat mich aber der Roboter beeindruckt, den man selber steuern kann. Dort konnte man eine Art 3-D Brille anziehen, die einem die Bilder, die der Roboter „sieht“, direkt aufs Auge projiziert und somit einen 3-D Effekt auslöst (Projekt eines ehem. Lernenden der FHNW; www.jolau.ch). Verrückt und faszinierend! Ich finde dieses Projekt sehr toll. Sie sollten es an jeder Schule durchführen. Und es sollte dies auch für andere Berufe geben.“

Von Maggie Winter

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