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Zum Jubiläum gab’s ein neues Gewand

Thomas Müller
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Die MGO in ihrer neuen Uniform
Silvan Zingg's - Boogie Woogie-Version vom Othmissinger Lied
inmot!on - Ivo Studer und Jan Schmutz Yo-Yo-Show in Perfektion mit MGO-Live-Musik
Michèle Binder und René Gilgen im Duett
Patti Basler - Slam-Poetin und Wort-Akrobarettistin
Stars der Gala-Abende Silvan Zingg, Patti Basler, Ivo Studer und Jan Schmutz von inmot!on, Michèle Binder, René Gilgen
Roger und Silvan - Blues-Session
Die Stars vom Freitag...

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Othmarsingen Die Musikgesellschaft Othmarsingen feiert das 125-Jahr Jubiläum mit zwei grandiosen Gala-Abenden. Das Geheimnis um die neuen Uniformen ist gelüftet.

Die Gala-Abende vom 4./5. April 2014 zum 125-jährigen Vereinsjubiläum der Musikgesellschaft Othmarsingen waren ein riesengrosser Erfolg. Ein begeistertes Publikum feierte mit der MGO an zwei Abenden und genoss die Top-Darbietungen der Musikantinnen und Musikanten und der Stars. Bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags ging nach der Gala die Party in der Bar weiter.

Doch alles der Reihe nach.
Als im Jahr 1889 eine kleine Gruppe von Musikanten die Musikgesellschaft Othmarsingen – kurz MGO – gründeten, ahnten sie wohl nicht, wie lange die MGO bestehen würde. Sicher wären sie stolz darauf zu wissen, dass ihre MGO nach 125 Jahren immer noch existiert und über eine grosse Fangemeinde verfügt, für welche die MGO am 4. und 5. April 2014 jeweils ein Gala-Konzert mit Showeinlagen von verschiedenen Künstlern präsentiert hat.

Gala-Abend mit Diner und grosser Show am Freitag, 4. April

Rechtzeitig zur Türöffnung um 18.00 Uhr waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Der rote Teppich beim Eingang der Mehrzweckhalle Othmarsingen wartete darauf, von den Gästen betreten zu werden. Im Foyer präsentierten vier Schaufensterpuppen die alten Uniformen. Die Küchencrew war mit den Vorarbeiten für den ersten Gang beschäftigt und die Musikantinnen und Musikanten der MGO – noch in der alten Uniform – warteten mehr oder weniger nervös auf den Beginn des Konzertes. Die ersten Gäste erschienen und schnell war der Saal gefüllt von elegant gekleideten, Cüpli-Gläser schwingenden und sich unterhaltenden Menschen.

Nachdem die Gäste ihre Plätze eingenommen hatten und der erste Gang des Gala-Menüs bereits verspiesen war, ging der Vorhang zur Bühne auf und die MGO eröffnete das Konzert mit dem Stück „Festival Spirit“ von Christoph Walter. Durch den Abend führte mit geschliffenem Mundwerk die Slam-Poetin und Wort-Akrobarettistin Patti Basler. Mit ihren akrobatischen Wortspielen, ihrer weit weniger akrobatischen, aber sympathischen Bühnenpräsenz und ihren gereimten Ungereimtheiten brachte sie die Gäste sowohl zum Nachdenken, als auch zum Lachen. Nun kam Bewegung auf die Bühne: das Duo inmot!on zeigte eine rasante Show mit Yo-Yo und Diabolo zu den Takten von diversen bekannten Songs von Bon Jovi, live gespielt von der MGO. Die Musikantinnen und Musikanten liessen sich zum Glück nicht durch die zwei Wirbelwinde Ivo Studer und Jan Schmutz auf der Showbühne von ihren Noten ablenken. Der erste Block des Abends wurde mit dem Musikstück „New Sounds in Disco“ abgeschlossen. Die Zuschauer freuten sich auf den zweiten Gang des Galadiners, die Musikantinnen und Musikanten auf die neue Uniform welche sie nun endlich anziehen durften.

Kaum hatten die Zuschauer den nächsten Gang des Galadiners beendet, wurde es dunkel und der Vorhang öffnete sich. Voller Erwartung blickten die Zuschauer auf die Bühne, auf der sich jedoch nur eine kleine Gruppe Musikanten befanden. Unbemerkt hatte sich inzwischen der Eingang des Saales geöffnet. Die Mitglieder der MGO marschierten nun in zwei Reihen durch den Saal in Richtung Bühne und sangen dazu das Lied „Im Aargäu sind zwöi Liebi“, begleitet von den Musikern auf der Bühne. So hatten die Besucher schon eine erste Gelegenheit die neue Uniform aus der Nähe zu betrachten.

Die MGO hat eine der heutigen Zeit und den heutigen Bedürfnissen angepasste Uniform ausgewählt. War die alte Uniform eher für Marschmusik gedacht, ist die neue mit ihren leichteren Materialien und dem modernen Schnitt vor allem für Konzertanlässe bestimmt. Die Farbe Rot wurde beim Veston beibehalten. Die Hosen sind schwarz mit einem schwarzen Satin-Streifen. Ein schwarzer Borsalino (Hut) mit einem schmalen roten Band vervollständigt das Bild.

Der „Aargauer Feuerwehrmarsch“ eröffnete den offiziellen Festakt der Neu-Uniformierung. Fritz Wirz Gemeindeammann von Othmarsingen – und gemäss Patti Basler ist nicht jeder Wirz ein Kohlkopf – hielt die Festrede. Nach einem Rückblick auf die Geschichte der Musikgesellschaft Othmarsingen, betonte Fritz Wirz die Bedeutung der MGO für die Gemeinde Othmarsingen und übereichte dem MGO-Präsidenten Thomas Müller einen Check über 35‘000.- Franken, als Beitrag der Gemeinde Othmarsingen an die Neu-Uniformierung.

Die Musikgesellschaft Othmarsingen bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie beim Gemeinderat von Othmarsingen für die grosszügige Spende. Ein ebenso grosser Dank gilt allen weiteren Sponsoren, welche mit kleinen und grossen Beiträgen die Finanzierung der neuen Uniform sowie der Gala-Abende erst ermöglichten.

Die Trompeter René Gilgen, Lukas Setz und Thomas Müller zeigten beim Stück „Bugler’s Holiday“ mit rasantem Zungenschlag und klaren Harmonien ihr Können. Beim Stück „Big Spender“ begleitete die MGO die Sängerin Michèle Binder, welche unter anderem 2013 bei „The Voice of Switzerland“ im Team von Stefanie Heinzmann mit dabei war. Gleich anschliessend brillierte Ihre Mutter Brigitte Binder mit dem Alt-Saxophon zum Stück „Moon River“. „Ne partez pas sans moi“, gesungen von Michèle Binder beendete den zweiten Teil des Konzertes.

Mit „Bad Leroy Brown“ eröffnete die MGO den dritten Teil des Konzertes und änderte auch gleich die Stilrichtung. Ein Klavier wurde auf die Bühne geschoben und Patti Basler kündigte den nächsten musikalischen Star an: Silvan Zingg, den Schweizer Boogie Woogie-Botschafter aus dem Tessin mit Aargauer Wurzeln. „10W-60“ ist einerseits ein effizientes Motorenöl und andererseits der Titel eines Musikstückes für Blasmusik und Klavier, komponiert von Naoya Wada. Das Trompetensolo von René Gilgen und das Posaunensolo von Peter Hasenfratz leiteten über in ein fulminantes Pianosolo von Silvan Zingg. Auch im nächsten Stück – „Boogie Woogie Bugle Boy“ – zeigte sich, dass Blasmusik und Piano sehr gut miteinander harmonieren.

Es folgte eine Show von Silvan Zingg, in der er zeigte, dass er nicht nur Boogie Woogie spielen und sein Publikum zum mitmachen animieren kann, sondern auch komödiantisch sehr begabt ist. Dabei flirtete er mit dem Publikum, so dass dabei auch die Oma in der hintersten Reihe rote Backen bekam, was man im abgedunkelten Saal aber glücklicherweise nicht sehen konnte. Als Schlussstück vom dritten Teil des Konzertes spielte die MGO „Wave“.

Passend zum Anlass eröffnete die MGO den vierten und letzten Teil des Konzertes mit dem Marsch und Blues „Gala-Abend“ von Franz David. Der MGO-Trompeter René Gilgen erfreute das Publikum mit dem unverkennbaren Timbre seiner Stimme im Stück „Sway“.

Patti Basler forderte nun das Publikum auf, die Tischkerzen auszublasen. Dies war aber nicht das Ende des Konzertes, sondern der Beginn der zweiten Show des fantastischen Duo inmot!on. In absoluter Dunkelheit, nur beleuchtet mit UV- oder Schwarzlicht, verzauberten die beiden das Publikum mit zahllosen farbigen Mustern und Symbolen, sogar das Othmarsinger Wappen erschien in den Händen von Jan Schmutz, begleitet von vielen „aah’s“ und „ooh’s“ aus den Zuschauerreihen.

Mit „Vivo per Lei“ oder auf Deutsch: „Ich lebe für Sie“, gesungen von René und Michèle trat die MGO wieder in Aktion. Dies war wohl auch ein Liebeslied für die Musik, denn die Musikantinnen und Musikanten der MGO und ihr Dirigent Peter Wanner leben wirklich für die Musik. Vor dem letzten Stück: „Vielen Dank für die Blumen“ – bekannt von Udo Jürgens und durch die Zeichentrickserie Tom und Jerry - bedankte sich der Präsident der MGO bei den Künstlern und allen, welche zum Gelingen des Abends beigetragen hatten.

Natürlich liess das Publikum die MGO nicht ohne Zugabe von der Bühne und so gaben René und Michèle mit „My Way“ eine weitere Kostprobe ihres Gesangstalentes, begleitet durch die MGO. Mit „Celtic Crest“ von Christoph Walter“ und einem berührenden Trompetensolo von René Gilgen beendete die MGO das Konzert. Ein Konzert notabene, bei welchem neben der vielen gekonnt inszenierten Showeinlagen das Musikalische nie zu kurz kam und von Peter Wanner meisterlich interpretiert und mit der MGO umgesetzt und präsentiert wurde.

Der Freitagabend war sowohl musikalisch wie auch künstlerisch ein voller Erfolg. Nicht minder erfolgreich war die Sinfonie „Galadiner“, welche vom Chefkoch René Hauri und seinen drei Chefkoch- Kollegen komponiert wurde.

After-Show-Party nach Gala-Abend vom Samstag, 5. April

Positiv überrascht waren alle, wie schnell sich der Saal auch am Samstagabend nach der Türöffnung füllte. Der Andrang war gross und es mussten noch zusätzliche Tische und Stühle aufgestellt werden. Die Küchencrew kam kurzzeitig ins Schwitzen, da der für Samstagabend auf dem Menü stehende „Spaghetti Plausch“ sich als wahrer Renner entpuppte.

Das Konzertprogramm inklusive aller Showeinlagen und der Moderation durch Patti Basler war dasselbe wie am Freitagabend. Die Festrede wurde diesmal durch Frau Pfarrerin Christine Friderich gehalten. Sie erinnerte an die Bedeutung des Miteinanders in einem Verein und segnete eines der Symbole dafür - die neue Uniform.

Nach dem Konzert wurde in der Bar bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert. Silvan Zingg unterhielt und begeisterte erneut mit seinem grossen Repertoire und spornte René und Michèle an, nochmals im Duett zu performen. Wie selbstverständlich schnappte sich dann der Ex-Dirigent der MGO, Roger Trottmann, eine Klarinette und zelebrierte mit Silvan Zingg Blues und Boogie Woogie vom Feinsten – zur riesigen Begeisterung der Fans und Gäste.

Zwei Jahre und weit über tausend Stunden Arbeitseinsatz waren nötig als Vorbereitung für die beiden Gala-Abende. Es war ein wundervoller Anlass und eine Feier die dem 125-Jahr Jubiläum würdig war. Die Musikantinnen und Musikanten der MGO werden diese tolle Feier nicht so schnell vergessen und dürfen mit stolzgeschwellter Brust und in neuer Uniform die nächsten 25 Jahre in Angriff nehmen. (mgo/ph)