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Zivilschutz Wynental – Erprobtes Zusammenspiel aller Bereiche

Andreas Wolf
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undefined Die Lage am Schadenplatz wird von den Unterstützern besprochen und weitere Aufträge erteilt.
undefined Die Verletzten werden in der Betreuungsstelle versorgt.

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Während des Wiederholungskurses kam am zweiten Tag mitten in einer Lektion die Nachricht, dass in Unterkulm eine Gasexplosion stattgefunden habe. Mehrere Häuser seien einsturzgefährdet und es gäbe Obdachlose. In diesem Übungsszenario stellten die verschiedenen Bereiche der ZSO Wynental ihr Zusammenspiel unter Beweis.

Nach dem Einrücken machten sich die rund 120 Zivilschutzangehörigen der vier Bereiche Führungsunterstützung, Schutz und Betreuung, Unterstützung sowie Logistik an die Auffrischung ihrer Kenntnisse. Die Führungsunterstützung repetierte, wie ein Kommandoposten aufgebaut und betrieben wird. Es wurden Telefonleitungen gebaut und geübt, wie eine Lagesituation beschrieben wird.

Der Bereich Schutz und Betreuung setzte sich theoretisch und praktisch damit auseinander, wie ein Impfzentrum aufgebaut und betrieben werden muss. Auch eine Sammelstelle wurde aufgebaut, bei der sich im Ernstfall die obdachlos gewordenen Leute einfinden und vom Zivilschutz betreut werden. Der Kulturgüterschutz inventarisierte die kulturell wertvollen Güter, damit diese bei einem Ereignis möglichst gerettet und geschützt werden können.

Der Bereich Unterstützung wiederholte das Abfüllen von Sandsäcken und den Umgang mit den verschiedenen Geräten wie Hebekissen oder Kombischleifer. Die Handhabung des Einsatzanhängers, auf dem die verschiedenen Rettungsgeräte einsatzbereit gepackt sind, wurde eingeübt.

Währendessen erledigte die Logistik mit Transporten, Material und Verpflegung für die anderen Bereiche die gleichen Aufgaben, wie sie es auch in einem Ernstfall täte.

Eine fiktive Gasexplosion in Unterkulm

Am zweiten Tag wähnten sich die Zivilschützer, ausser dem höheren Kader, in einer weiteren Wiederholungslektion, als diese plötzlich mit einer Nachricht unterbrochen wurde. In Unterkulm hätte es eine Gasexplosion gegeben, mehrere Gebäude seien einsturzgefährdet und es gäbe Verletzte und Obdachlose. Sofort wurden die Zivilschützer aus den Wiederholungslektionen abgezogen und für die Bewältigung des fiktiven Ereignisses eingesetzt. Die Unterstützer rückten mit dem Einsatzanhänger an und erkundeten den Schadensplatz, während die Verkehrslenker die davor liegende Hauptstrasse sperrten. Figuranten mit echt wirkenden Wunden wurden geborgen und falls nötig lebensrettende Sofortmassnahmen ergriffen. Anschliessend wurden die Verletzten zur eingerichteten Sammelstelle bei der alten Post gebracht, wo sie von den Betreuern übernommen wurden. Von dort aus transportierten die Fahrer der Logistik die Verletzten zur Betreuungsstelle in Gränichen, welche eine weitere Gruppe Betreuer während der Rettungsphase in Betrieb genommen hatte. In einem Ernstfall werden Verletzte normalerweise direkt vom Schadensplatz dem Gesundheitswesen übergeben. Bei der Übung konnten die Betreuer aber so die Versorgung, Triagierung und Weiterleitung von 12 teilweise verletzten Obdachlosen üben, um auch für den Fall eines überlasteten Gesundheitswesens gewappnet zu sein.

Während draussen auf dem Schadenplatz und in der Betreuungsstelle das Ereignis bewältigt wurde, waren auch die Zivilschützer im Hintergrund gefordert. Im Kommandoposten behielt die Führungsunterstützung für das Kommando den Überblick über die Lage und Entwicklungen. Das Kommando koordinierte die Aktivitäten der verschiedenen Bereiche. Auch die Fahrzeugzentrale war gefordert und musste die Wege und Standorte der 11 Fahrzeuge mitverfolgen.

Eine lehrreiche Übung für das Zusammenspiel

Mit zwei der Fahrzeuge wurden die 18 eingeladenen Behördenmitglieder gefahren, um an den verschiedenen Standorten die Übung mit kritischem Blick zu beobachten. Am Ende des Rundgangs zeigte sich der Präsident des Zivilschutzverbandes Wynental, Hanspeter Lüem, zufrieden und dankte für den Einsatz und das Engagement der Zivilschützer. Der Leiter des Wiederholungskurses, der stellvertretende Kommandant Stefan Eichenberger, zieht als Fazit: „Es war eine interessante und lehrreiche Übung gewesen.“ Die Bewältigung des Ereignisses war gut angelaufen, rasch ein gutes Lagebild und die Handlungsschwerpunkte vorhanden. Der Ablauf und das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Bereichen war sehr gut, die Betreuungsstelle rasch in Betrieb, so dass die Strasse bald wieder freigegeben werden konnte. Wie zu erwarten war, zeigten sich auch Herausforderungen bei der ersten Übung dieser Art. So gab es einige Abstimmungsprobleme und an verschiedenen Orten waren zu wenige Zivilschützer. Die Übung zeigte trotz engagierten Zivilschützern die Grenzen der einzelnen Bereiche auf, insbesondere jenen, die personell zur Zeit noch unterdotiert sind.

Kommandant Gregor Müller sagt dazu: „Die ZSO Wynental analysiert die Stärken und Schwächen, welche sich in dieser erfolgreichen Probe des Zusammenspiels aller Bereich gezeigt haben, und wird danach im Sinne einer lernenden Organisation weitere Optimierungen vornehmen. Damit wir die Bevölkerung der Gemeinden Gränichen, Teufenthal, Unterkulm und Oberkulm weiterhin bei einem Ereignis bestmöglich schützen können.“

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