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Sanierung Gotthardstrasse und Verlegung Ökihof – kommunaler Urnengang am 28. November 2021

Godi Marbach
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(chm)

Am eidgenössischen Abstimmungssonntag vom 28. November 2021 werden die Weggiser Stimmberechtigten auch über Infrastruktur-Investitionen in der Gemeinde entscheiden: Es geht dabei zum einen um die Sanierung der Gotthardstrasse und zum anderen um die Verlegung des Ökihofs vom Röhrli in das Gewerbegebiet Weiher. Der Gemeinderat bereitet die entsprechende Abstimmungsbotschaft vor – eine Orientierungsversammlung in der Mehrzweckhalle Sigristhofstatt findet am Montag, 27. September, um 19.30 Uhr, statt.

Mit dem Entscheid der Stimmberechtigten zur Sanierung der Gotthardstrasse können die Stimmberechtigten ein Projekt realisieren, bei dem schon seit einigen Jahren klarer Handlungsbedarf vorliegt. Die knapp 900 Meter lange Strasse von der Dorfkreuzung im Zentrum von Weggis bis zur Einfahrt in die Kantonsstrasse bei der Laugneri ist in einem baulich schlechten Zustand. Im Strassenzustandskataster der Gemeinde Weggis ist der Strassenzustand durchgehend als «schlecht» klassiert. Gemäss dem dazugehörigen Massnahmentypen-Plan der HSK Ingenieure AG ist für die Gotthardstrasse eine umfassende Sanierung notwendig.

Strassenbauarbeiten – Siedlungsentwässerung – Wasserversorgung – Öffentliche Beleuchtung

Der Perimeter beschränkt sich auf die Strassenparzelle Nr. 1435, die sich im Eigentum der Einwohnergemeinde Weggis befindet. Die gesamte Projektabwicklung wird ohne Landerwerb, d.h. ohne Verbreiterung des bestehenden Querschnittes durchgeführt. Dabei geht es nicht nur um die eigentlichen Strassenbauarbeiten, sondern auch um drei Bachläufe, welche unter der Strasse in den See münden, und um die Sanierung all dessen, was sich unterhalb des Belages befindet: Siedlungsentwässerung, Wasserversorgung, Kabel-TV-Datenleitungen, Strom-, Telefon- und Internetleitungen. Ebenfalls geplant ist dabei die Erneuerung der öffentlichen Beleuchtungskandelaber mit LED-Leuchtplatten.

Kosten

Die Weggiser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden am 28. November 2021 über einen Kredit in der Höhe von 6,7 Mio. Franken entscheiden. Die entsprechenden Teilbeträge für die Strassenbauarbeiten inkl. Entwässerung, die Siedlungsentwässerung, die Wasserversorgung und die öffentliche Beleuchtung beruhen auf einer Berechnung mit Kostenbasis April 2021, Genauigkeit plus/minus 10 Prozent. Im Kostenvoranschlag nicht enthalten sind allfällig belasteter Boden, Verwaltungskosten, Bauzinsen sowie die Teuerung.

Verkehrsführung

Die Bauausführung wird infolge der umfangreichen Werkleitungsarbeiten und geringer Fahrbahnbreite abschnittsweise unter «Sackgasse-Verkehr, Zubringer erlaubt» erfolgen. Die Zufahrt in die Gotthardstrasse ist dabei vom Dorfzentrum und von der Kantonsstrasse her bis zum jeweiligen Etappenbauabschnitt mit Baustellenlängen von ca. 150 m möglich. Die Zufahrten zu den Autoabstellplätzen oder Garagen auf den einzelnen Grundstücken sind während der jeweiligen Bauetappen nicht möglich. Deshalb werden den Anwohnenden im entsprechenden Abschnitt Ersatzparkplätze zur Verfügung gestellt. Wegen der engen Platzverhältnisse während der Sanierungsarbeiten werden die Buslinien 502 und 528 während der gesamten Bauzeit via Umfahrungsstrasse/Rigistrasse und Kantonsstrasse umgeleitet. Die Haltestelle Felsberg wird während der Bauarbeiten nicht bedient und die Haltestelle Acher wird provisorisch temporär auf die Kantonsstrasse verlegt. Bei der Talstation der Luftseilbahn wird eine temporäre Haltestelle in Fahrtrichtung Küssnacht eingerichtet.

Ökihof: Vom Röhrli in den Weiher

Die zweite kommunale Abstimmungsvorlage betrifft die Verlegung des Ökihofs in das Gewerbegebiet Weiher. Hierzu besteht die Absicht, dass die Gemeinde von der Josef Küttel AG eine bestehende Halle im Gewerbegebiet Weiher kauft und im Gegenzug ihre bestehende Entsorgungshalle an die Josef Küttel AG verkauft.

Seit 1994 betreibt die Gemeinde in der Sonderbauzone Röhrli in einer offenen Halle samt Vorplatz eine Entsorgungsstelle. Unmittelbar angrenzend an die Entsorgungshalle betreibt die Firma Josef Küttel AG ein Beton- und Recyclingwerk. Abbruchmaterial und Sekundärbaustoffe werden wiederaufbereitet, nicht wiederverwertbare Baustoffe werden zur Entsorgung auf Spezialdeponien entgegengenommen. Um beide Einrichtungen, einerseits die öffentliche Entsorgungsstelle der Gemeinde, andererseits die Anlagen der Firma Josef Küttel AG, optimieren zu können, wurden Anfang 2021 konkrete Verhandlungen aufgenommen.

Baurechts-, Kauf- und Verkaufsverträge

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass sich dieses Geschäft für beide Seiten lohnt: Die Kauf- und Verkaufspartnerin Josef Küttel AG, kann sich am bestehenden Ort im Röhrli neben der aktuellen Entsorgungshalle weiterentwickeln – und die Gemeinde ihrerseits ebenfalls als Kauf- und Verkaufspartnerin kann die Qualität ihres Entsorgungsauftrages erhöhen. Dabei kann die Gemeinde die bestehende Gewerbehalle im Weiher optimal für einen zeitgemässen Betrieb als Ökihof, welcher weiterhin durch REAL betrieben wird, einrichten. Für die Kundinnen und Kunden entfällt die enge, unübersichtliche Zufahrt ins Röhrli. Nach einer bereits unterzeichneten gegenseitigen Absichtserklärung werden gegenwärtig die genauen Grundlagen beschafft für die verschiedenen Verträge, welche zur Realisierung des Vorhabens notwendig sind. So soll die Firma Josef Küttel AG das Röhrli-Grundstück im Baurecht von der Gemeinde übernehmen. Und für das Grundstück im Weiher soll die Gemeinde das bestehende Baurecht der Firma Josef Küttel AG mit der Korporation Weggis übernommen werden. Dazu kommen entsprechende Kauf- und Verkaufsverträge für die beiden bestehenden Hallen.

Orientierungsversammlung am 27. September 2021

Über die genauen Einzelheiten dieser geplanten Abstimmungsvorlage wie auch Erläuterungen zur Sanierung der Gotthardstrasse wird der Gemeinderat am Montag, 27. September, um 19.30 Uhr, in der Mehrzweckhalle informieren.

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