Leserbeitrag
„Wir steuern auf eine Rezession zu“

Deutliche Worte an der Mitgliederversammlung von Perspective CH auf Schloss Habsburg

Marcel Siegrist
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„Das Problem mit der zum Teil gigantischen Verschuldung diverser Staaten ist sehr ernst, und als Folge stehen wir höchstwahrscheinlich vor einem einschneidenden Rückgang der Wirtschaftstätigkeit", hielt Otto H. Suhner in seiner Einleitung zur Versammlung fest. Der Präsident von Perspective CH, des Forums für Weltoffenheit und Souveränität, rechnet ab Frühling 2012 mit einer deutlichen Verschärfung der rezessiven Tendenzen. Je nach Branche werden die Unternehmungen unterschiedlich betroffen sein. Wie lange die Abschwächung dauern und in welche Ausmasse sie annehmen wird, lässt sich nicht prognostizieren. Mit Blick auf den Schweizer Franken betonte Suhner jedoch, noch nie sei ein Staat wegen seiner starken Währung untergegangen, und somit bestehe für unser Land für die weitere Zukunft Hoffnung. Allerdings werde der Druck aus der Europäischen Union und aus den USA zweifellos weiter zunehmen.
Im Rückblick auf die Tätigkeit 2010/2011 zeigte sich Otto H. Suhner erfreut darüber, dass 8 der 15 kürzlich bestätigten oder neu gewählten aargauischen Nationalräte Mitglieder von Perspective CH sind und gratulierte ihnen zu ihrem Erfolg. Dank zahlreichen Spenden konnten sie im Wahlkampf wirkungsvoll unterstützt werden. Ziele für 2012 sind in erster Linie die Positionsstärkung (angestrebt wird die Marke von 500 Mitgliedern) und der weitere Einsatz gegen einen von gewissen Kreisen noch nicht abgeschriebenen EU-Beitritt.
Nach der Bestätigung des aus aktiven und ehemaligen eidgenössischen und kantonalen Politikern bestehenden Co-Präsidiums und des sechsköpfigen Präsidiums mit Otto H. Suhner sowie den Vizepräsidenten Thierry Burkart und Hans-Jörg Bertschi an der Spitze stand der Ausblick auf die Bundesratswahlen vom 14. Dezember auf dem Programm. Die Nationalratsmitglieder Corina Eichenberger (FDP) und Ueli Giezendanner (SVP; er wird von Perspective CH im Hinblick auf den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen im Aargau unterstützt) zeigten mögliche taktische und arithmetische Szenarien auf. Angesichts der aktuellen Verhältnisse in den Räten ist es schwierig, den Verlauf des komplexen Verfahrens präzise vorauszusagen. Allgemein wird jedoch damit gerechnet, dass die bisherigen Bundesrätinnen und Bundesräte wieder gewählt werden, also auch Evelyne Widmer-Schlumpf von der BDP. Wenn es nach der seit 1959 geltenden Konkordanz (Vertretung im Bundesrat gemäss Wähleranteil) ginge, h tten allerdings die drei grössten Parteien je zwei Sitze und die viertgrösste einen Sitz zugute. Die BDP zählt prozentmässig nicht zu diesem Kreis und hätte somit eigentlich keinen Anspruch. Auch die SVP-Nationalräte Luzi Stamm und Hans Killer rechnen damit, dass der ihrer Partei angehörende nUeli Maurer klar bestätigt wird, aber der ihr konkordanzgemäss zustehende zweite Sitz an einen Kandidaten aus einer anderen Partei gehen könnte. „Auf jeden Fall erwartet uns ein hochspannender Tag", hielt Corina Eichenberger mit Blick auf die vorhandene Ausgangslage fest. (mwe)

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