Leserbeitrag
Winterwanderung zum Gottschalkenberg

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Das geplante Ziel unserer diesjährigen Winterwanderung mit Schnee, war das Gebiet um den Gottschalkenberg im Kanton Zug. Ein beliebtes Ausflugsziel mit herrlicher Rundsicht auf rund 1150m über Meer, hoch über dem Ägerital. Der Ort besteht aus einem Bauernhof und einem Restaurant. Er liegt in der südöstlichsten Ecke der Gemeinde Menzingen und war früher im Besitz des Klosters Einsiedeln.

Für unseren Wandertag verhiessen die Wetterprognosen nichts Gutes. Niederschläge und in den Höhenlagen stürmische Winde waren versprochen. Auf der Busfahrt von Oberägeri über Alosen auf die Passhöhe des Ratens zeigten sich die ersten Aufhellungen und höher werdende Schneewalmen an den Strassenrändern. Auf dem kurzen Weg zum Restaurant Raten bekamen wir aber einen bissigen Wind zu spüren, aber dies spielte noch keine Rolle, denn die Gruppe war in Gedanken schon beim Startkaffee mit Gipfeli in der warmen Gaststätte.

Doch wie heisst es, „alles Schöne geht rasch vorbei“. Vor uns stand der zirka einstündige Marsch zum Mittagsziel, dem Gottschalkenberg. Kaum richtig auf dem Winterwanderweg, machten wir nicht nur Bekanntschaft mit dem stürmischen Wind, sondern auch mit den mitgeführten Schneekristallen. Da nützen auch die tief über die Ohren gezogenen Mützen und Kapuzen wenig. Man hatte das Gefühl, der eisige Schnee bohre sich in die nicht geschützten Gesichtsteile. Hatte man die Chance die Augen zu öffnen, wähnte man sich in einem polaren Gebiet, denn die Gesichter der einzelnen Kameraden waren mit Schnee verkrustet. Zum Glück kamen wir in den Bereich eines Waldvorsprungs und wir konnten uns an der Sonne ein bisschen aufwärmen. Bald war unser Ziel für die Mittagspause erreicht, nämlich das Restaurant „Gottschalkenberg“, doch wir liessen es vorerst noch links liegen. Uns lockte noch der Abstecher zum Aussichtspunkt „Bellevue“. Der „Gottschäli“, wie ihn die Einheimischen nennen, den muss man besucht haben; den Zürichsee zu Füssen und „s’Vrenelisgärtli“ am Horizont. Man konnte sich kaum satt sehen.

Doch zum satt werden stapften wir nochmals durch den Schnee retour zum Restaurant und wärmten uns vorerst auf. Zur Überraschung aller wurde uns als Menue eine feine, reichhaltige „Bärnerplatte“ mit anschliessendem Dessert, serviert. Auch dies ein „Highlight“ dieses Wandertages. Die schöne Winterlandschaft mit Sonnenschein machte uns das Abschiednehmen von der warmen Gaststube nicht so schwer. Wir wanderten auf einer schmalen in den Schnee gestapften Spur zum morgigen Ausgangspunkt, dem Raten. Mit Erreichen eines Hügelzuges war es wieder da, das Polarphänomen, Wind und stiebender Schnee. Man hatte grosse Mühe durch die angewehten Schneemassen zu kommen, ohne etwas zu sehen. Gut war das Restaurant „Raten“ bald erreicht und wir konnten uns „auftauen“ lassen. Die Heimreise traten wir mit vielen winterlichen Eindrücken an und werden diese sicher in bester Erinnerung halten. von Robert Bitterli