Leserbeitrag
Wie Schweizer Römer Köln zurück erobern!

Marcel Siegrist
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Schon 55 v. Chr. hatte Caesar als Statthalter Galliens die Gebiete bis zum Rhein erobert und auf dem heutigen Gebiet der Stadt Köln oder wie es die Römer so schön nannten Colonia Claudia Ara Agrippinensium gesiedelt. Also taten wir es den Römern gleich und machten uns von Augusta Raurica aus auf den Weg in die alte römische Stadt. Alles frei nach unserem Motto zu diesem Wochenende: Viva Colonia!

Doch warum kommt eine Guggenmusik aus Kaiseraugst, dieser Römerstadt am schweizerischen Rhein auf die Idee nach Köln zu reisen?

Es ist der Kölner Karneval der jährlich in Köln stattfindet. Die Session des rheinischen Volksfestes beginnt am „Elften im Elften“ um „Elf Uhr Elf“ und steigert sich schrittweise. Nach der ruhigen Weihnachtszeit beginnen ab Neujahr die verschiedenen Karnevalssitzungen und -bälle mit Auftritten von Büttenrednern, Tanz- und Musikgruppen.

Bei Sonnenschein und wärmenden Temperaturen hat am Sonntag im Rheinland der Karneval begonnen. Weil der 11.11. auf einen arbeitsfreien Sonntag fiel, drängten sich besonders viele Jecken und Narren in den Karnevalshochburgen. Auch in Köln kamen an diesem jecken Sonntag über 80.000 Fastelovends-Fründe, um den Elften im Elften zu feiern. Der stand unter dem Motto „Fastelovend em Blot - he un am Zuckerhot“.

Zugegeben, das mit dem Samba im Blut müssen die Deutschen noch lernen, aber eines das muss man den Köllner lassen: Sie sind Gastfreundlich und können feiern! Eingeladen waren wir ja nicht, sondern wir haben uns selber eingeladen. Am Samstagmorgen früh fuhren wir los nach Köln um uns am Abend schon mal auf Köln einzustimmen und uns einen geringen lokalen Vorteil zu verschaffen. Dabei mussten wir so manches Kölsch verkosten um sicher zu sein, dass dieses wirklich noch gut schmeckt. Am Sonntagmorgen ging es dann so richtig los. Um 11 Uhr 11 auf den Heumarkt der Stadt Köln zu kommen war absolut unmöglich. Dazu hätte man wahrscheinlich die Nacht auf dem Platz verbringen müssen, jedoch wollten wir ja auch nicht stören. Kurz vor 13 Uhr ging es dann für uns los. Iistoh! - Richte! So heisst es bei uns. Die Instrumente wurden gesattelt und eine schöne Marschformation wurde eingenommen, ganz wie die Römer. Schon nach unserem ersten Spontankonzert auf dem ersten Platz der Stadt war es klar, hier sind wir richtig! Bis tief in die Nacht spielten wir einen Auftritt nach dem anderen.

Auch die Völkerverständigung war wieder einmal gefragt. Aus uns Grossschtadtchnulleri wurde schnell mal der GrossstadtSCHNULLERI oder der lieb gemeinte GrossstadtSCHNÜGELI!

Diverse Lokale musste man zuerst auf der Gasse ein Ständchen spielen, bevor der Wirt heraussprang und uns hereinbat, um bei Ihnen zu spielen. Als Dank gab es Kölsch und das nicht zu wenig! Mit Viva Colonia und Schenk Dir mein Herz wurden unsere Stimmbänder strapaziert, doch unser Herz konnten wir klar nach Köln verschenken! Wir danken den Kölnern für Ihre Gastfreundschaft und freuen uns auf ein nächstes Jahr in einer jecken Hochburg!