Leserbeitrag
Wenn Singen Spass macht

Horst Meyer
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70 Jahre Kirchenchor Suhr-Gränichen

Jubiläumsjahr festlich eröffnet

Mit den volkstümlichen Klängen der Toggenburger Messe von Peter Roth startete der Kirchenchor Suhr-Gränichen, der seit elf Jahren zusammen mit dem reformierten Chor Staufberg singt, am 17. Januar sein besonderes Jubiläum. In einem festlichen Gottesdienst in der katholischen Kirche Suhr erfreute er, verstärkt durch den Kirchenchor St. Martin Entfelden und weitere Gastsängerinnen und –sänger, überraschend viele

Zuhörende durch die gelungene Darbietung der eingängigen Melodien zu den berührenden Texten in ihrer charakteristischen Instrumentierung mit Hackbrett.

Ein Blick zurück

In der anschliessenden Generalversammlung liess die Präsidentin Ruth Wirth, Suhr, die vergangenen Jahrzehnte des Vereins Revue passieren und zeichnete den Weg nach vom katholischen Chor zur ökumenischen Chorgemeinschaft, in der man die Stimmen mal in reformierten und mal in katholischen Gottesdiensten zum gemeinsamen Lob Gottes vereinigt.

Am 4. April 1945 gründeten 18 Anwesende im Restaurant Schilling (später Gilgen) in Suhr den Katholischen Kirchenchor und beschlossen einen Monatsbeitrag von 30 Rappen pro Mitglied. Der erste Dirigent Buholzer amtete bis 1968, 4 Jahre auch gleichzeitig als Präsident, unter der Bedingung, dass der Probenbesuch besser werde. Die folgenden Jahresberichte warten mit mancher köstlichen Anekdote auf, zeigen dabei aber auch immer wieder die Bemühungen um Anerkennung und die benötigten Unterstützungsbeiträge der Kirchgemeinde Aarau. Beim „Singen des Volkschorals“ stehen der grosse Aufwand und auch nur leidliches Gelingen in keinem vernünftigen Verhältnis, liest man da etwa zwischen den Zeilen 1960. Und weil der Bischof bei der

Einweihung der Kirche Heilig Geist am 30. April 1961 zu wenig Zeit hatte, konnte der Chor nicht alle einstudierten Lieder singen. Dafür war er zum Bankett im Bären eingeladen, ein weiteres Mal bei der Installation von Paul Wettstein am 2. Dezember 1973.

Der Chor hatte immer wichtige Aufgaben bei Einsetzungen und Einweihungen zu erfüllen: 1953 wurde Pfarrer Bürgi in Suhr eingesetzt und damit Präses des Chors, der Pfarrsaal gleichzeitig eingeweiht. Am 16. August 1987 sang der Chor bei der Einweihung des Töndlers in Gränichen erstmals mit Köbi Staubli als Chorleiter und vor zwei Jahren bei der Eröffnung des neuen Pfarreizentrums unter Ruth Müller-Honegger.

Die Grösse des Chores schwankte in all den Jahren erheblich: Zuerst zwischen 15 und 25 Personen, dann nach dem Kirchenbau bis 46 Personen im Jahr 1991. Aktuell zählt der Chor 27 Sängerinnen und Sänger, plus die Mitglieder vom Chor Staufberg. Die Chorleitung und das Präsidium waren lange bis auf eine kurze Ausnahme Männersache. Dann übernahm Ruth Müller-Honegger 2003 die Chorleitung, 1 Jahr später wurde Ruth Wirth zur Präsidentin gewählt und seit dem letzten Jahr ist Rita Wismann die Präses.

Bereichernde Konzerte

Neben der Hauptaufgabe eines Kirchenchores, Gottesdienste musikalisch mitzugestalten, blieb in all den Jahren Zeit für bewegende Konzerte, welche die Sängerinnen und Sänger zwar forderten, aber auch förderten und letztlich begeisterten. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Chor Staufberg und vor allem mit dem reformierten Kirchenchor Suhr-Hunzenschwil ist dabei besonders hervorzuheben. Die Spannweite der aufgeführten Chorliteratur war und ist noch immer gross: Sie reicht vom immer beliebteren gregorianischen Choral bis zur zeitgenössischen Chormusik wie Peter Roth. Mit Balz Burch und Robert Walker sind sogar Suhrer Komponisten vertreten.

Die Zeichen der Zeit erkannt

Zwar probt der Chor regelmässig jeden Dienstagabend von 20.00 bis 21.45 Uhr, meistens im neuen Pfarrsaal der katholischen Kirchgemeinde Suhr. Doch bei den modernen beruflichen Anforderungen und einer Vielzahl von Freizeitangeboten können und wollen auch viele Sangesfreudige sich nicht mehr jede Woche am gleichen Tag

verpflichten. Chor- und Vereinsleitung haben das Problem erkannt und bieten unverbindlichen Probenbesuch zum Schnuppern an oder geben die Möglichkeit, bei Projekten mitzumachen. Interessierte melden sich bei der Präsidentin Ruth Wirth, Tel. 062 842 51 78, oder bei der Dirigentin Ruth Müller-Honegger, Tel. 062 824 67 46.

Ruedi Nussbaum