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Walliser Verein Baden und Umgebung "Bergrettung einst und heute"

Peter Schmid
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„Bergrettung einst und heute“

Bruno Jelk, Rettungschef von Zermatt sprach beim Walliser Verein Baden und Umgebung über seine Tätigkeit

Am letzten Freitag führte der Walliser Verein Baden und Umgebung seinen traditionellen Kulturanlass durch. Für dieses Jahr konnte der erfahrene und international gefragte Bergretter Bruno Jelk (71) verpflichtet werden.

Als Hirtenbub im freiburgischen Plaffeien aufgewachsen, erlernte Bruno Jelk in Liestal den Beruf des Grenzwächters. Orsières am Grossen Stankt Bernhard war sein erster Einsatzort und ab 1972 kam Bruno Jelk nach Zermatt, wo er sich als Skilehrer und Bergführer ausbilden liess. Nach verschiedenen Hochgebirgskursen ernannte man ihn zum Technischen Leiter der Ski- und Rettungskurse der Grenzwache. Nach einer Weiterbildung in den Rettungskursen des SAC kam Bruno Jelk zur Bergrettung von Zermatt der er seit 1980 als Rettungschef vorsteht.

Über 50 Vereinsmitglieder und Freunde des Aargauischen Alpenclubs versammelten sich im Saal der HPS Wettingen und lauschten gespannt den Ausführungen in Wort und Bild über die Tätigkeit eines mit Leib und Seele überzeugten Bergretters. Nach der Schilderung der verschiedenen Aufstiegsrouten auf den Italienischen resp. Schweizerischen Gipfel des Matterhorns leitete er über auf das eigentliche Thema „Bergrettung einst und heute“. Die ersten Bergretter nutzten einfache Holzschlitten auf Kufen oder Rädern, nachdem die Verunfallten durch Bergsteiger aus ihrer misslichen Lage geborgen wurden. Eine enorme Hilfe brachte später die Rettung mit dem Heli und der Leine, was jedoch im steilen Gelände äusserst gefährlich ist und höchste Konzentration des Piloten erfordert. Nebst Rettungen am Berg kam er auf Lawinenunfälle und Stürze in Gletscherspalten zu sprechen. Als Entwickler von geeignetem Rettungsmaterial zeigte er uns das von ihm konzipierte „Dreibein“ mit welchem einige knifflige Rettungen aus fast hoffnungslosen Situationen erfolgreich durchgeführt wurden. Im Weiteren erwähnte er die zahlreichen Hilfseinsätze in Nepal, am Himalaya und weiteren Gebieten, wohin er immer wieder um Hilfe angefragt wurde. Noch kürzlich bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sorgte er als Berater für die Sicherheit der Skipisten an Lawinen gefährdeten Stellen. Als erfahrener Rettungschef ist er stets bemüht, sein Wissen beim Aufbau neuer Rettungsorganisationen in Nepal, Pakistan und weiteren Ländern einzubringen. Sein ausführlicher Bericht über das verheerende Lawinenunglück am Mount Everest in der Todesschlucht am Himalaya, wo über 130 Menschen ihr Leben verloren, hat uns gezeigt, welches Ausmass Naturgewalten erreichen können und wie machtlos wir dagegen sind.

Wir hätten noch lange den Schilderungen vieler Bergrettungen zugehört und die eindrücklichen Bilder bestaunt, doch mussten wir darauf achten, dass unser Referent noch rechtzeitig Zermatt erreichen konnte. In gemütlicher Runde bei einem Gläschen Wein und einem wärschaften Walliser Teller stand Bruno Jelk für weitere Fragen gerne bereit.

Schmid Peter/30.04.2014

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