Leserbeitrag
Wallfahrt nach San Giovanni Rotondo

Marianne Baldinger-Lang
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Die Pater Pio Gebetsgruppe Don Bosco aus Turgi hat sich zum 10. Jahrestag der Heiligsprechung von Pater Pio vom 14. - 19. Juni nach San Giovanni Rotondo begeben.

Nach der heiligen Messe in der Christkönigkirche in Turgi wartete schon der Eurobus-Car auf die Pilgergruppe. Die Fahrt führte Richtung Innerschweiz, Gotthard und Tessin. Auf der Raststätte Bellinzona konnten die Pilger das Abendessen bei schönem Wetter geniessen. Via Mailand gelangte die Reisegruppe nach Parma, wo sie übernachtete.

An einem strahlend schönen Sommertag ging es weiter Richtung Süden, vorbei an Modena, Rimini, Ancona, Pescara und Fioggia nach San Giovanni Rotondo. Während der Fahrt wurde der Rosenkranz gebetet, und Pater Rolf Schönenberger erzählte Interessantes über seine Tätigkeit in der Ostpriesterhilfe.

Am dritten Tag in San Giovanni Rotondo konnte die ganze Pilgergruppe an der heiligen Messe mit seiner Eminenz Kardinal Bertone zum 10. Jahrestag der Heiligsprechung von Pater Pio teilnehmen. In der Ciesa di San Pio da Pietrelcina, dem neuen Sakralbau des Stararchitekten Renzo Pano, konnten die Pilger mit Tausenden von Gläubigen beten und feiern.

Am Nachmittag zeigte die Pater Pio Kennerin Sybille Wagensommer den Pilgern die Wallfahrtsstätte. Im Jahre 1540 kamen die Kapuziner nach San Giovanni Rotondo, gemäss Regeln des heiligen Franziskus, um das Evangelium zu verkünden. 1576 baute man eine kleine Kirche, die der Santa Maria delle Grazie geweiht wurde. Pater Pio wurde am 25. Mai 1887 in Pietrelcina geboren. Mit 16 Jahren trat er als Novize in den Orden der Kapuzinerminoriten in Morcone ein. Priesterweihe war am 10. August 1910, und im September 1916 wurde er in das Kloster San Giovanni Rotondo eingewiesen, wo er bis zu seinem Tod verblieb. Bei der heiligen Messe spürten die Gläubigen die Tiefe und Fülle seiner Spiritualität. Im Bereich der Nächstenliebe bemühte er sich, die Leiden und Nöte der Familien zu lindern, hauptsächlich durch die Stiftung "Haus zur Linderung", die im Jahre 1956 eingeweiht wurde. Dieses ist das beste und modernste Spital von ganz Süditalien. Die Menschen suchten bei ihm Rat und Trost. Pater Pio hörte bis zu zehn Stunden pro Tag die Beichte. Am 23 September 1968 starb er im Alter von 81 Jahren.

Am Sonntag feierten die Pilger im alten Kirchlein S. Maria delle Grazie die heilige Messe mit ihrem Pater Rolf Schönenberger. Anschliessend genossen die Reisenden einen Ausflug nach Monte Sant' Angelo. Es folgte der Besuch des Heiligtums des Erzengels Michael, der im Jahre 493 in der Grotte erschienen war. 89 Stufen führen hinunter in die suggestive Atmosphäre dieses Pilgerortes. Auf einer im Jahre 1076 in Konstantinopel hergestellten Bronzetür wird in 24 Bildern vom Wirken des Erzengels Michael erzählt.

Die Pilgergruppe verliess am Montag San Giovanni Rotondo. Nächster Halt war Lanciano. Lanciano verwahrt seit mehr als zwölf Jahrhunderten das erste eucharistische Wunder der katholischen Kirche. Als im 8. Jahrhundert ein Mönch in der Kirche St. Legonziano während der Wandlung Zweifel an der wirklichen Gegenwart des Leibes und Blutes Christi in Form von Brot und Wein hatte, verwandelten sich dieselben in menschliches Fleisch und Blut. Die Reliquien befinden sich heute im Sanctuario del Miracolo Eucaristico.

In Loreto wurden die Pilger mit einem guten italienischen Essen verwöhnt - Pasta, vier verschiedene Sorten Fleisch und Glace. Nach dem Petersdom in Rom ist Loreto der zweitwichtigste Wallfahrtsort in Italien. Die Basilika beinhaltet die Casa Sante (das heilige Haus) und eine schwarze Madonna. Hierzulande gibt es zahlreiche Loreto-Kappellen, die dem heiligen Haus von Loreto nachempfunden sind.

Im Verlaufe des Nachmittags ging die Reise weiter nach Ravenna. Die "Stadt aus Wasser und Stein" ist berühmt durch ihre wunderbaren Mosaike. Die Pilger übernachteten im Herzen der Altstadt. Am Morgen folgte die Rückreise über Bologna, Modena und Parma ins Tessin. In der wunderschönen Schweiz angelangt, kehten alle gesund und munter nach Hause zurück.

28. Juni 2012 / Marianne Baldinger-Lang, Lengnau /Laienleiterin Pater Pio Gebetsgruppe "Don Bosco"

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