Leserbeitrag
Wallfahrt der Pater Pio Gebetsgruppen

Marcel Siegrist
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Der Heilige Pater Pio.

Der Heilige Pater Pio.

Während einer Woche waren 26 Pilger mit Pater Rolf Schönenberger aus Will SG auf Pilgerfahrt nach San Giovanni Rotondo zum heiligen Pater Pio. In Windisch bei Regen, stiegen die ersten Pilger der Pater Pio Gebetsgruppen in den Eurobus ein. Die Fahrt führte sie über Zürich nach Luzern, wo die letzten Pilger einstiegen. Die Pilgerschar, der Jüngste war 24 Jahre und der Älteste 88 Jahre alt, machten sich auf nach Süden, wo sie die ersten Sonnenstrahlen erreichten. Am Mittag war die Heilige Messe in Como im Kloster „Monastero della Visitazione“ beim Grab von Sr. Benigna Consolata Ferrero, (5.8.1885 – 1.9.1916). Sie stand in mystischen Kontakt mit Jesus Christus, was nur ihrem Seelenführer dem Seligen Ludwig Boccardo, bekannt war. Nach dem Tod von Sr. Benigna veröffentlichte man das Buch „Vade Mecum“, das ihr Jesus diktiert hat, um der erkalteten Welt die Liebe und das unbegrenzte Vertrauen auf Seine unendliche Barmherzigkeit zu erneuern und zu bestärken. Der liebe Jesus nannte Schwester Benigna selbst Apostel seiner Barmherzigkeit und die Sekretärin seiner Liebe.

Padua

Nach der Weiterfahrt in die Wallfahrtstadt Padua ging es zum heiligen Antonius und zum heiligen Leopold Mandic. Die Pilgergruppe kam rechtzeitig an zur Prozession mit dem heiligen Antonius dessen Gedenktag gefeiert wurde. Antonius von Padua wurde am 15.8.1195 in Lissabon geboren und starb am 13. Juni 1231 in Arcella bei Padua. Er wurde in einer reichen Familie geboren, aber um Christi Willen wollte er den Menschen in franziskanischer Armut dienen. Er wird gern bei verlorengegangenen Gegenständen angerufen.

Die erste Nacht in Padua verbrachte man im Hotel M14, das sich nur zehn Gehminuten von der Kathedrale entfernt befindet. Bevor die Reise weiterging, besuchten die Pilger die Kirche des heiligen Leopold Mandic und hielten dort die Hl. Messe mit Pater Rolf.

Leopold Mandic wurde am 12. Mai 1866 in Heiceg Novi, Montenegro geboren und starb am 30. Juli1942 in Padua. Er ist der zweite Kroate, der in der katholichen Kirche heiliggesprochen wurde. Er war Priester des Kapuzinerordens und ein sehr beliebter Beichtvater. Sein pastorales Wirken widmete er besonders der Einheit der Christen.

Bologna und Ortona

Anschliessend Weiterfahrt nach Bologna, Ancona und Pescara nach Ortona. In Ortona befindet sich das Grab des heiligen Thomas (Apostel), auch der Zweifler genannt. Thomas gehört zu den zwölf Aposteln. Der Name entstammt aus dem Aramäischen und bedeutet „Zwillingsbruder“. In der Bibel wird Thomas daher auch Didymus genannt.

San Giovanni Rotondo

Nun führte die Reise über Termoli und San Seveno nach San Giovanni Rotondo. Die Pilger bezogen dort im Hotel Villa Bianca, das nur fünf Gehminuten vom Heiligtum entfernt war, für vier Nächte ihre Zimmer. Am nächsten Morgen feierte die Pilgerschar mit Pater Rolf die heilige Messe im alten Kirchlein Santa Maria delle Grazie, wo Pater Pio am 20. September 1918, einem Freitag, beim Chorkreuz die Gnadengabe der Wundmale Christi erhielt, welche 50 Jahre hindurch offen, frisch und blutig blieben.

Nach der Hl. Messe zeigte die Pater-Pio-Kennerin Sybille Wagensommer den Pilgern die Wallfahrtstätte. Im Jahre 1540 kamen die Kapuziner nach San Giovanni Rotondo, gemäss Regeln des heiligen Franziskus, um das Evangelium zu verkünden. 1576 baute man eine kleine Kirche, die der Santa Maria delle Grazie geweiht wurde. Am 28. Juli 1916 kam Pater Pio zum ersten Mal nach San Giovanni Rotondo ins Kapuzinerkloster, wo er dann, bis auf wenige Unterbrechungen, 51 Jahre lang lebte. Bei der Heiligen Messe spürten die Gläubigen die Tiefe und Fülle seiner Spiritualität. Im Bereich der Nächstenliebe, bemühte er sich, die Leiden und Nöte der Familien zu lindern, hauptsächlich durch das Spital „Haus der Linderung“ das im Jahre 1956 eingeweiht wurde. Dies ist das beste und modernste Spital von ganz Süditalien. Die Menschen suchten bei ihm Rat und Trost. Pater Pio hörte bis zu 16 Stunden pro Tag die Beichte. Am 23.9.1968 starb er im Alter von 81 Jahren.

Nach der Führung begab sich die Pilgergruppe zum Kreuzweg, der 1968 von Pater Pio eingeweiht worden war. Am Abend beteten die Pilger den Rosenkranz mit den Kapuzinermönchen in der Krypta beim Hl. Pater Pio.

Am folgenden Tag genossen die Pilger einen Ausflug nach Monte Sant Angelo. Besuch des Heiligtums des Erzengels Michael, der im Jahre 493 in der Grotte erschien. 89 Stufen führten hinunter in die „Himmlische Basilika“. Auf einer im Jahre 1076 in Konstantinopel hergestellten Bronzetür wird in 24 Bildern vom Wirken des Erzengels Michael erzählt.

Am Tag darauf führte ein Ausflug nach Benevent zur Basilika des heiligen Bartolomäus, wo sich seine Reliquien befinden. Bartolomäus war ein Apostel und lebte Anfangs 1. Jahrhunderts in Kana in Galiläa. Bartolomäus erlag dem Märtyrertod. Ihm wurde die Haut vom lebendigen Leib abgezogen, danach wurde er kopfüber gekreuzigt. In dieser Kirche wurde Pater Pio am 10. August 1910 zum Priester geweiht.

Danach ging es weiter nach Pietrelcina, dem Geburtsort von Pater Pio. In der Casa Natale, im Geburtshaus, vernahm man am 25. Mai 1887 um 5 Uhr nachmittags den ersten Schrei des kleinen Francesco Forgione. Und am 26.5.1887 wurde Pater Pio in der Kirche Sant Anna auf den Namen Francesco getauft.

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen vom heiligen Pater Pio. Das weisse Taschentuch wurde zum letzten Gruss aus der Tasche gezogen. Bei wunderschönem Wetter ging es weiter Richtung Heimat.

Manoppello

In Manoppello, einer Kleinstadt in der Provinz Pescara am Fusse des Majella-Massivs, besuchten die Pilger die Kirche Santuario del Volto Santo, wo Pater Rolf mit drei Priestern vor dem Antlitz Christi die Hl. Messe feierte. Das Heilige Antlitz „Volto Santo“ ist ein dünner Schleier Muschelseide (Byssus), 17 Zentimeter breit und 24 Zentimeter lang. Der Schleier zeigt das Gesicht eines Mannes mit langen Haaren, Bart, geöffneten Augen und leicht geöffnetem Mund. Seine Zähne sind nur auf einer Seite erkennbar. Die uralte Reliquie mit dem Antlitz Christi befindet sich seit 1646 im Kapuzinerkloster von Manoppello.

Assisi

Am Nachmittag ging die Pilgerreise weiter nach Assissi, dem Franziskaner-Städtchen. Das mittelalterliche Stadtbild und die Festungsruine sind noch gut erhalten und wurde im Jahre 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Die Pilgergruppe besuchte zuerst das Grab der heiligen Klara von Assisi. Sie lebte von 1193 bis 11.8.1253 in Assisi, war die Gründerin des Kontemplativen Ordens der Klarissen. Die Ordensregel der Klarissen war die erste Ordensregel der Geschichte, die eine Frau für Frauen geschrieben hatte. Die Regel ist für die damalige Zeit erstaunlich demokratisch – sie betonte insbesondere die Eigenverantwortung jeder einzelnen Schwester.

Darauf spazierten die Pilger durch das wunderschöne Städtchen zur Kirche des heiligen Franziskus. Franziskus lebte von 1181 bis 3.10.1226 in Assisi. Er war der Begründer des Ordens der Minderen Brüder (Franziskaner). Franziskus lebte nach dem Vorbild Jesu Christi, wie er selbst sagte, das Evangelium „sine glossa“(das heisst, ohne Hinzufügungen oder Veränderungen). Franziskus war Mitbegründer der Klarissen. Zwei Jahre bevor er starb, erhielt er die Wundmale Christi.

Nun konnten die Pilger im Hotel Villa Elda am Fusse des Berges Subasio, den letzten sommerlichen Abend geniessen.

Am Nächsten Morgen feierte die Pilgergruppe mit Pater Rolf die heilige Messe in der Kirche St. Maria del Angeli, wo der heilige Franziskus am 3. Oktober 1226 starb.

Danach startete die Rückreise über Bologna, Mailand, Tessin, Gotthard in die Innerschweiz. Alle kehrten wohlbehalten an ihre Einstiegorte zurück.

Laienleiterin der Pater Pio Gebetsgruppe „Don Bosco“, Turgi
Marianne Baldinger-Lang

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