Leserbeitrag
Volles Haus für die Canny Brass in Buchs

Marcel Siegrist
Drucken
Bilder zum Leserbeitrag
4 Bilder
Zwischenablage013.jpg
Zwischenablage011.jpg
Zwischenablage018.jpg

Bilder zum Leserbeitrag

Zum siebten Mal seit ihrem Bestehen lud die CANNY BRASS zum Konzert am Sonntagabend in Buchs ein. Rund 400 Gäste folgten der Einladung dieser Brass Band-Formation, welche ambitionierte Musiker aus sechs Kantonen zu einem einzigen jährlichen Konzert vereint.

Mit dem Konzertmarsch „Adlerflug“ eröffnete die Band ihr Programm auf der akustisch idealen Bühne im Gemeindesaal Buchs und demonstrierte damit gleich zu Beginn ihren präzisen Chorklang. Danach interpretierten die erfahrenen Instrumentalisten mit „Dichter und Bauer“ die Ouvertüre zur gleichnamigen Operette von Franz von Suppé stilsicher und ergreifend. Die Aufführung dieses Bühnenwerkes gelang unter der erfahrenen Stabführung ihres bewährten Leiters Ronald Frischknecht so überzeugend, dass „Bravo“-Rufe aus dem Publikum zu vernehmen waren. Das diesjährige Repertoire bestand aus Kompositionen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, England und den USA. Die Schweiz war mit Programmmusik des jungen Berners Mario Bürki vertreten. „Basilica die San Marco“ beschreibt den 1200 Jahre alten Dom von Venedig lautmalerisch und äusserst subtil.

In Emile Waldteufels Walzer-Potpourri „Estudiantina“ konnte die Band ihre Virtuosität demonstrieren. Der französische Zeitgenosse des Österreichers von Suppé verstand den Walzer nicht wienerisch beschwingt sondern filigran und virtuos.

„James Bond Collection“ hiess ein Medley aus zahlreichen Melodien aus den Filmen des Agenten 007. Deren Bearbeitung durch den Briten Goff Richards klang aus den Instrumenten der CANNY BRASS so echt, dass man sich akustisch im Kino wähnte.

Nach einer Erfrischungspause für Bläser und Publikum stimmte die Band ihre Zuhörer mit einer witzigen Bearbeitung des Karnevals von Venedig wieder auf Musikgenuss ein. Die äusserst unterhaltsame Komposition von Elgar Howarth wartete mit Überraschungseffekten in jedem Instrumentenregister auf. Sogar ein Posaunenzug machte sich selbstständig. Gewollt oder ungewollt lässt sich nicht sagen. Ihre Wirkung auf das Publikum verfehlte diese Show-Einlage jedenfalls nicht. Eine Welle der Erheiterung schwappte durch den Saal.

Ein Protagonist aus der Stummfilmzeit kam im Medley „Charles Chaplin“ zu Ehren. Die effektvolle Aufführung liess dabei oft vergessen, dass auf der Bühne nur 31 Musiker für den vielfältigen farbigen Sound verantwortlich waren. Was im vielfältigen Programm der CANNY BRASS bis zu diesem Zeitpunkt noch fehlte, war ein Blues. Dieser Stil wurde mit dem Kirchenlied „The Old Rugged Cross“, arrangiert durch Alan Fernie ebenfalls abgedeckt. Dabei glänzten Marco Frischknecht auf dem Flügelhorn und Roland Schaub auf dem Solo-Horn mit ihrem gefühlvollen Spiel.

Die CANNY BRASS wurde seit ihrer Gründung 2007 vom Dirigenten Ronald Frischknecht geleitet. Er war es auch, welcher zusammen mit André Brunner die Idee einer solchen Projektband geboren hatte. Nun erfuhr das überraschte Publikum, dass der Leiter sein „Kind“ in neue Hände geben wollte. Sein Entscheid gründete auf der Überzeugung, dass nach sieben Jahren ein Dirigentenwechsel neue Impulse vermitteln würde. Dabei sei vermerkt, dass er seine Tätigkeit über die ganze Zeit hinweg ehrenamtlich ausgeübt hatte! Die Band brachte ihm und seiner charmanten Gattin gegenüber ihre Dankbarkeit auf verschiedene Weise zum Ausdruck. Nicht nur der Dirigent sondern auch zahlreiche Musiker zeigten sich gerührt. Zu dieser Stimmung passte die letzte Nummer auf dem Programm, die Melodie des Sklavenchors aus der Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi vortrefflich. Angesagt wurde diese vermeintlich letzte Nummer wie alle anderen Titel von Helen Gloor. Die junge Moderatorin meisterte diese Aufgabe mit Charme, Witz und beeindruckender Kompetenz nun bereits zum dritten Mal mit Bravour und erntete dafür kräftigen Applaus. Mit unmissverständlichem Beifall forderte das begeisterte Publikum eine Zugabe. Mit Erfolg! Nach „Italo Pop Classics“ und dem Marsch „Hoch Beromünster“ wandte sich das Publikum dem offerierten reichhaltigen Apéro zu.

Die Band aus über Fünfzigjährigen braucht sich trotz des hohen Durchschnittsalters um den Nachwuchs nicht zu sorgen. Ronald Frischknecht hat aus den reifen Musikern einen ausgewogenen Klangkörper geformt, bei dem viele gerne mitspielen würden. Zahlreiche Besucher versicherten beim Verlassen des Saals, dass sie auch nächstes Jahr, am 2. November 2014, wieder zum Publikum gehören würden.

Rolf Haller

Aktuelle Nachrichten