Leserbeitrag
Vereinsreise des Kirchenchors Oberrüti ins Elsass

Marcel Siegrist
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Am Donnerstag, 19. Juni trafen sich 28 reiselustige Mitglieder und Fans des Kirchenchors Oberrüti zur viertägigen Reise ins Elsass. Nach der Begrüssung durch Reiseleiter Werner Steinmann und Präsident Viktor Weber ging die Fahrt Richtung Norden.

Erster Halt in Ottmarsheim. Der Ort birgt mit der Abteikirche ein bedeutendes Baudenkmal aus dem frühen 11. Jahrhundert, das Rudolf von Altenburg als Oktogon erbauen liess. In dieser Kirche ging das Herz der Sänger über und ein erstes Ständchen wird gesungen. Rudolf war der Bruder von Radbold, der das Kloster Muri gründete. Anschliessend führte die Reise zur Garnisonenstadt Neuf-Brisach. Nach dem Mittagessen erklärte uns ein kundiger historischer Führer die in Form eines Achtecks gebaute Stadt mit den beeindruckenden Anlagen aus Mauern, Gräben und Toren.

Nach einem kurzen Besuch in Colmar erreichten wir unser Hotel in Kintzheim. Bei einem guten Essen und elsässischem Wein liessen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Der Freitag war ein Ausflugstag. Wir überquerten die Vogesen und drangen ins französische Innenland vor. Bei Epinal besuchten wir den amerikanischen Soldaten-Friedhof. Ein eindrückliches Erlebnis, das den Widersinn eines jeden Krieges aufzeigt. Alle waren tief berührt beim Anblick dieser Gräber. Nach einer langen, aber landschaftlich beeindruckenden Fahrt mit Bierhalt für die Männer und „Shoppingtour“ für die Frauen freuten sich alle aufs geflügelte Nachtessen und waren gespannt auf das Fussballspiel Frankreich-Schweiz. Der katastrophale Ausgang des Spieles konnte uns aber nicht abhalten, noch einen Schlummerbecher in froher Runde zu geniessen.

Der Samstag begann mit einem gemütlichen Bummel durch die Stadt Sélestat. Nach dem Besuch der romanischen und der gotischen Kirche blieb Zeit für ein erstes Aperitif oder zum Shoppen. Weiter ging es zur Haute Königsburg. Die 260 m lange Anlage thront als Gipfelburg in 757 m Höhe am Ostrand der Vogesen auf einem mächtigen Buntsandsteinfelsen hoch über der Oberrheinischen Tiefebene und ist eine der höchstgelegenen Burgen im Elsass. Sie ist einer der am häufigsten frequentierten Touristenorte ganz Frankreichs. Wir genossen den Ausblick, der weit über das Rheintal bis zum Kaiserstuhl reicht. Ein Führer erklärte uns Geschichte und Aufbau der Burg. Sinnigerweise ging die Fahrt über die elsässische Weinstrasse weiter. In einem idyllischen Weindorf genossen wir ein reichhaltiges Mittagessen und bei der anschliessenden Weindegustation in Mittgelwihr konnten wir uns von der Vielfalt und der Güte des elsässischen Weines überzeugen. Als Dank für die Degustation gab der Chor im Weinkeller ein Ständchen. Es tönte trotz – oder wegen – des guten Weines hervorragend. Der Wein ist so gut, dass wir beinahe einen Anhänger für den Bus brauchten, um all den gekauften Wein zu transportieren. Nach einem – wieder – geflügelten Nachtessen war Ausgang angesagt. In Sélestat war Musikfest. Es war nicht genau das, was wir uns unter Musikfest vorstellen. An jeder Ecke dröhnte, bummte und krachte es in enormer Lautstärke. Ein paar Unverbesserliche konnte das aber nicht abhalten, durch die Menschenmenge zu flanieren. Bei einem Bio-Restaurant dann etwas Ruhe, aber die Getränke haben nicht so ganz unseren Geschmacksnerven entsprochen. Dank chinesischer Hilfe fanden dann auch diese letzten Nachtbummler den Weg zurück ins Hotel.

Am Sonntag gings wieder zurück in die Schweiz, nicht ohne dem freundlichen Hotelier mit ein paar Lieder zu danken.

Auf dem Heimweg besuchten wir die Abtei Ebersmünster, wo wir ein Orgelkonzert auf einer der einzigen noch spielbaren Silbermann-Orgeln geniessen durften.

Der nächste Halt war bei der romanischen Abteikirche in Murbach, von wo 1178 die Stadt Luzern gegründet wurde.

Zum Schluss besuchten wir in Neuendorf noch die Oberrüterin Mary Lütolf-Leu, die uns in ihren Steakhous mit einem hervorragenden Mittagessen verwöhnte und liessen zum Dank ein letztes Mal das Freiämterlied erklingen.

Nach diesen vier Tagen voller Erlebnissen, Geselligkeit, genügend Wein und Bier und gutem Essen erreichen wir am späten Nachmittag Oberrüti und der Alltag hat uns wieder.

Kirchenchor Oberrüti

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