Leserbeitrag
Veranstaltung zum Thema Energie

Anlass der CVP Obersiggenthal mit Ch. Bauer vom PSI und Nationalrätin E. Egger.

Marcel Siegrist
Drucken
Teilen

Saubere Energie: Traum oder bald Wirk-lichkeit?

Diese Frage stellte die CVP Obersiggen-thal den beiden Referenten Christian Bauer vom PSI und Nationalrätin Esther Egger. Vor zahlreichem Publikum erläuterte der Wissenschafter Christian Bauer, welcher sich am PSI mit Energiesystem-Analysen beschäftigt, einige Fakten: Die Energieträ-ger der Schweiz setzen sich zusammen aus etwa 20% Strom, 70% Fossile und 10% Restliche. Davon bezieht die Schweiz rund 80% aus dem Ausland! Es besteht damit eine sehr starke Abhängigkeit vom Ausland.
Die CO2-Emissionen pro Kopf betragen heute 10 Tonnen pro Jahr, wünschbar wä-ren 1 Tonne um die drohende Klimaer-wärmung zu stoppen. Soweit waren die Fakten klar und Referenten und Publikum konnten sich mit der Frage befassen, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
Christian Bauer zeigte verschiedene For-men der Energiegewinnung auf und wies darauf hin, wie schwierig es sei, eine be-stimmte Energieform mit all ihren Vor- und Nachteilen zu bewerten; insbesondere könne niemand die Preisentwicklung vor-aussagen. Dennoch wurde klar, dass wir unbedingt von den fossilen Energieformen weg kommen müssen und gleichzeitig wirksame Sparmassnahmen notwendig sind.
In einer lebhaften Diskussion wurde auch die spezielle Energieform „Strom" disku-tiert. Strom macht nur 20% aller verbrauch-ten Energie aus und die Stromerzeugung in der Schweiz ist bereits heute fast CO2-frei. Kaum jemand kann glaubhaft aufzei-gen, wie die stetige Stromverbrauchszu-nahme gestoppt werden kann, vor allem auch, weil der Strom in unserer Dienstleis-tungsgesellschaft immer wichtiger wird und der Ersatz von Erdöl häufig Strom benötigt. (z.B. Wärmepumpen und Elektrofahrzeu-ge).
Esther Egger wies in ihrer politischen Beur-teilung darauf hin, dass der schweizerische Strommix mit ca. 50% Wasserkraft, 45% Kernenergie und 1% neuen erneuerbaren Energien der Weg sei, den es weiter zu verfolgen gilt. Ideologien hätten hier keinen Platz, sondern pragmatische Lösungen seien gefordert. Die Versorgungssicherheit in der Schweiz müsse laut Esther Egger weiterhin garantiert sein, nur so könne der hohe Lebensstandard und der Wirtschafts-standort Schweiz erhalten werden.
Sie wies darauf hin, dass die Schweiz nicht darum herumkommen werde, den Ersatz der heutigen Kernkraftwerke zu planen.
Gleichzeitig müssen die Forschung für neue erneuerbare Energien verstärkt wer-den und der Energieeffizienz mehr Gewicht gegeben werden.
Das grösste Potential, in der Schweiz E-nergie zu sparen und gleichzeitig den CO2-Ausstoss zu verringern, besteht bei den Gebäuden und beim Verkehr. Beispiele sind: Gebäude isolieren, Elektrofahrzeuge oder ÖV statt PW, Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung, Wärmepumpen, usw. Viele Massnahmen in diesen Bereichen sind bereits wirtschaftlich umsetzbar und verbessern gleichzeitig unsere Luftqualität. Mit solchen Massnahmen wird der Traum von sauberer Energie Wirklichkeit. Klar wurde an der Veranstaltung, dass der Traum von sauberer Energie nicht ausge-träumt ist, dass dieser aber die Unterstüt-zung von uns allen braucht.

Josef Sieber
CVP Obersiggenthal

Aktuelle Nachrichten