Leserbeitrag
Veloclub- Spreitenbach

Jacky Treier
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Bericht zur Mallorca-Trainingswoche 2014

Nach den guten Erfahrungen im Vorjahr brauchte es wenig Überredungskünste, um den VC Spreitenbach für einen neuerlichen Ausflug nach Mallorca zu begeistern. Und so standen 23 Velobegeisterte (eine Vorhut von 3 VCS’lern war bereits eine Woche früher aufgebrochen) am Samstag, den 26.04.2014, voll Vorfreude am Flugschalter in Kloten bereit, um uns für die kommende Woche aus der kühl-feuchten Schweiz in den sonnigen Süden verfrachten zu lassen.

Nach einem angenehmen Flug erwartete uns Palma de Mallorca mit eitel Sonnenschein und lauen Temperaturen und eine knappe dreiviertel Stunde Busfahrt später standen wir auch schon vor unserem Domizil, dem Hotel Marqués, nur 65 Km von Mallorcas Hauptstadt entfernt am Sandstrand von Colonia de Sant Jordi gelegen. Nach dem Zimmerbezug hiess es sogleich, die Mietvelos in Empfang nehmen. Diesmal standen nebst den üblichen Rennvelos auch 4 E-Bikes parat, mit denen die etwas gemütlicher veranlagten Mitglieder die Insel unsicher machen sollten. Am Abschluss-Abend erfuhren wir von den „Stromern“ in Bild und Ton welch‘ interessante und wunderschöne Ziele angesteuert wurden, stets verbunden mit einem gediegenen Mittagessen und genügend Zeit, um Land und Leute kennenzulernen. Da könnten die „Gümmeler“ doch glatt neidisch werden...

Am Sonntag starteten wir also erstmals zum Abenteuer VCS-Trainingswoche. Einzelne sehr sportliche Fahrer schlossen sich den von Gusti Zollinger organisierten Speed-Gruppen an. Die übrigen „Gümmeler“ reihten sich hinter dem ambitionierteren Andy Haller bzw. dem etwas gemütlicheren Walti Tobler ein, die sich in verdankenswerter Weise auch dieses Jahr bereit erklärt hatten, den VCS-Trupp sicher über die grösste Balearen-Insel zu begleiten. Kilometer-mässig sollte es kaum einen Unterschied machen, hinter welchem Tourenleiter hergefahren wurde. Andy brachte es auf knapp 630 Km und Walti konnte ebenfalls über 500 Km verbuchen. Nur liess sich Walti unterwegs wesentlich mehr Zeit, was ihm die zahlreichen Gastwirte entlang seiner Routen sicher hoch anrechneten... Bei sensationellen Bedingungen, die lediglich manchmal durch kräftigen Gegenwind etwas geschmälert wurden, konnten alle geplanten Touren abgefahren werden. Kaum ein Plattfuss und schon gar kein Unfall trübten die Velowoche.

Am Montag schlossen sich die VCS‘ler routenmässig den Zollinger-Gruppen an und stürmten den 542 m hohen Puig de Randa, um vor- oder hinterher einen feinen Spaghetti-Zmittag zu geniessen. Der San Salvador stand am Dienstag auf dem Programm und am Donnerstag, dem 1. Mai-Feiertag, wurde die Orient-Runde zu einem Thema mit Variationen: Nachdem der Ort Casa Blanca wegen eines riesigen Marktes von der Polizei quasi abgeriegelt worden war, entschieden sich einzelne Gruppen zu einem längeren Fussmarsch über das Festgelände, während andere den etwas vagen Hinweisen der Gesetzeshüter folgend mehr oder weniger grosse „Umkürzungen“ in Kauf nahmen. Aber auch diese Herausforderung wurde – nicht zuletzt dank der Kombination von hervorragenden Ortskenntnissen und „Garmin“-Vorschlägen wunderbar gemeistert, so dass alle Velofahrer wie immer rechtzeitig zum Abendessen wieder zuhause waren.

Am Mittwoch wurde der obligate Ruhetag eingeschaltet. Wer Lust hatte, liess das Velo im Keller stehen und verbrachte einen Tag am Strand oder machte sich mit dem Linienbus auf nach Palma. Von dort bot sich die Möglichkeit, mit einem antiken Bähnli auf den Coll de Soller zu fahren oder sich einfach durch die hübsche Altstadt treiben zu lassen. Wir beehrten Läden, Strassencafés und Sehenswürdigkeiten wie die prachtvolle Kathedrale unten am Meer mit unserem Besuch und trafen vollgepackt mit Mitbringseln für die Zuhausegebliebenen, schönen Erinnerungen und zahlreichen Fotos aus den verschiedensten Richtungen am späteren Nachmittag wieder am Busbahnhof ein, um uns nach Colonia de Sant Jordi zurück chauffieren zu lassen.

Der Freitag sollte der einzige Tag sein, an dem sich die Sonne kurzzeitig verabschiedete: Das Wetter präsentierte sich wolkenverhangen, aber wenigstens blieb es trocken. Es entsprach fast ein bisschen der melancholischen Stimmung, die sich immer nach einer wundervollen Zeit breit macht, wenn es heisst, ans Abschiednehmen zu denken. Nach dem obligaten Gruppenfoto versammelten wir uns ein letztes Mal vor dem Hotel. Zur Feier des letzten Ferientages schlossen sich alle VCS’ler einer der beiden „eigenen“ Tourenleiter an. Unser Tagesziel hiess Sa‘ Rapità am Meer, das wir aus einer längeren Andy- und einer kürzeren Walti-Richtung anfahren wollten, um dort gemeinsam Mittag zu essen. Nach einem lustigen Ausflug auf die offene Rennbahn von Ses Salines zog die Andy-Gruppe unter der Leitung von Hansjörg Feurer in einer grossen Schlaufe nach Sa‘ Rapità, wo wir gerade noch zusehen konnten, wie sich die Walti-Gruppe nach einem knapp 2-stündigen Mittagshalt wieder auf die Räder schwang, um den Heimweg in Angriff zu nehmen - kleines Missverständnis im Zeitmanagement sozusagen... Was hingegen hervorragend klappte: Wir trafen uns alle gemeinsam nach dem Abgeben unserer Mietvelos in unserer bevorzugten Beiz zu einem letzten Umtrunk unter südlicher Sonne, die sich zwischenzeitlich doch noch hinter den Wolken hervorgewagt hatte.

Nach einer extrem kurzen Nacht mussten wir am Samstag bereits um 5 Uhr morgens schon wieder zum Frühstück antraben, denn pünktlich um 5 Uhr 40 stand unser Car vor dem Hotel, um unsere noch etwas verschlafene aber trotzdem sehr zufriedene VCS-Gruppe nach Palma an den Flughafen zu führen. Nach einem ruhigen Flug landeten wir gesund und munter im kühlen und verregneten Zürich. Der krasse Temperatursturz zeigte allerdings prompte Wirkung und einige Reiseteilnehmer – ich inklusive – begannen die folgende Arbeitswoche mit einer satten Erkältung!

Dank einem besonders gut gelaunten Wettergott und unseren Organisatoren Hansjörg Feurer und Andy Haller durften wir eine (oder zwei) tolle Ferienwoche(n) erleben – herzlichen Dank dafür! Ein ebenso grosser Dank gebührt unseren unermüdlichen Tourenleitern Andy Haller und Walti Tobler sowie Jacky Treier, der dank modernster elektronischer Unterstützung dafür sorgte, dass wir abends immer wieder den richtigen Weg zur Beiz ansteuerten. Vielen Dank auch an alle mitgereisten VCS’ler, die dank ihrer Disziplin ohne Unfall und fast ohne Materialschaden fleissig hinter den Tourenleitern her strampelten und mit viel guter Laune und Sportsgeist das ihre zum guten Gelingen einer wunderschönen Velowoche beigetragen haben. Im Durchschnitt stattliche 600 abgefahrene Kilometer pro Person bilden nun eine gute Basis für die kommende Velosaison mit vielen weiteren schönen Ausfahrten in heimischen Gefielden.

Gruss, Hans-Peter Bratschi