Leserbeitrag
Veloclub Rheinfelden erneut 3 Tage im lieblichen Markgräflerland auf Tour

Peter Born
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Nachdem die von Peter Born im letzten Jahr organisierte 3-Tagestour im badischen Markgräflerland ein durchschlagender Erfolg war, kam man bei der Jahresplanung des Veloclubs Rheinfelden schnell zu dem Entschluss, diese Tour mit leicht geänderten Routen zu wiederholen.

Die erste Enttäuschung stellte sich aber gleich am Donnerstagnachmittag ein. Beim Verladen des Gepäckes regnete es in Strömen. Dunkle Wolken soweit man sehen konnte und kalt war es dazu. Ganz schlechte Aussichten für den Start am nächsten Morgen. Aber man liess den Kopf nicht hängen. Fast jeder konnte aus eigener Erfahrung oder einem speziellen Wettersender berichten, dass über Nacht die Lage sich grundlegend ändern würde. Optimisten sind wir Radler ja von Hause aus und tatsächlich schien bei der Besammlung am Freitagmorgen die Sonne, wenn auch die Schafskälte uns noch zwang vorsorglich Ärmlinge anzulegen. So konnte unsere Präsident Edi Feldmann pünktlich um 9.30 Uhr 17 Rennfahrer, darunter ein Tandem mit Peter Geissberger und Robert Stoffel auf die Strecke schicken. Die Begleitung mit PKW und Sprinter für Gepäck, Versorgung und Tourenführung, übernahmen auf bewährte Weise Fredy Mohler, Fritz Gallati und Edi Feldmann. Beglückt durch das erhoffte aber nicht erwartete schöne Wetter ging es flott über die Grenze und am ersten Anstieg vor Nordschwaben wurde uns dann richtig warm. Hinunter ins Wiesental nach Schopfheim und Zell, winkte nach 30 km bereits die verdiente Kaffeepause, grosszügig spendiert von unserem Geburtstagskind Robert, dem mit dem „Happy Birthday Lied“ gedankt wurde. Weiter gings nach Schönau, dem Heimatort von Jogi Löw und dann kam schon der Anstieg zum Wiedener Eck. Acht Kilometer führt die Strecke bergauf bis auf 1040 m Höhe, aber alle haben es gut geschafft. An dieser Stelle muss ich, obwohl auch bereits die sechzig überschritten, den um einiges älteren Velofreunden meine Hochachtung für ihre Leistung aussprechen. Das geplante Mittagessen auf dem Gipfel wurde Anbetracht der doch etwas kühlen Witterung ins Tal verlegt und so schossen wir nach kurzer Verschnaufpause mit hohem Speed ins Tal hinunter und erreichten schnell das Touristen Städtchen Staufen und ein schönes Strassenrestaurant, mitten in der Altstadt. Leckeren Zwiebelkuchen, direkt aus dem Ofen wurde angeboten, dem gerne alle zusprachen. Die letzte Etappe führte nach Heitersheim und dann, hervorragend geführt von unserem Guide Peter Born, auf Wirtschaftswegen viele Kilometer durch Jahrhunderte alte Rebberge, hoch zu dem Tagesziel Badenweiler. Dort, in dem wohlbekannten Hotel Behringer‘s Traube, erwartete uns schon die freundliche Wirtin und verteilte die Zimmerschlüssel. Bei schönem Wetter konnten wir noch in der Sonne sitzen, mit einem erfrischenden Getränk, und die erste Veloetappe durch den Schwarzwald Revue passieren lassen. Abgerundet wurde der Tag mit einem feinen Abendessen und Geschichten von früheren Touren.

Am nächsten Morgen gab es lange Gesichter: Es regnete Bindfäden und kein Ende war zu sehen. So dehnten wir das Frühstück etwas aus und tatsächlich hörte es allmählich auf zu regnen, so dass wir nur mit kurzer Verspätung uns auf den Weg machten Richtung Kaiserstuhl, Tuniberg und Schneckental. Angesichts der dunklen Wolken ringsum und der schlechten Wettervorhersage, wurde beschlossen die Tour zeitlich etwas zu verkürzen und auf den vormittäglichen Kaffee-Zwischenstopp zu verzichten und gleich Richtung Ihringen zum Mittagessen zu fahren. Überraschend blieb es trocken und sollte auch den ganzen Tag nicht regnen. Auf den Wettergott Zeus ist halt Verlass.....das muss man den Griechen lassen. Da heute keine nennenswerten Berge zu erklimmen waren ging die Fahrt flott voran und in einem Pulk von 17 Velofahrern kommt dann richtig Freude auf. Rücksichtsvolles Fahren und ein gutes GPS sind natürlich die Voraussetzung um die schmalen Rebwege zu passieren. In Ihringen beim Mittagsstopp hatten wir dann doch fast 60km zurückgelegt und jeder war froh, den schmalen Sattel mit einem gemütlichen Stuhl am Mittagstisch zu tauschen. Im Golden Engel in Ihringen gab es badische Hausmannskost, wie saure Leberle mit Röstkartoffeln. Einige erfahrene Kollegen bestellten nur eine halbe Portion um auch auf dem Rückweg noch ein gutes Bauchgefühl zu haben. Zurück wieder über Staufen, immer von dunklen Wolken umgeben, aber trocken bis zum Ziel. Am Sonntagmorgen hiess es schon wieder Abschied nehmen, doch waren wir uns sicher, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Nicht nur die schönen Zimmer und das guten Essen hatten es uns angetan, sondern auch die Herzlichkeit der Gastgeber war etwas Besonderes. Auf flacher Strecke ging es noch einmal durch das Weinland Richtung Kandern. Leider hatte unser Tandem etwas Pech. Gleich zweimal musste ein Pneu geflickt werden und als der dritte Plattfuss sich einstellte, wurde das Velo kurzerhand in das Begleitfahrzeug verladen inclusive Peter und Robert. Der Rest der Truppe hatte jetzt noch die kleine Scheidegg zu bezwingen, bevor es bergab Richtung Steinen ging. Auf der Abfahrt wurden wir dann doch noch geduscht und kamen nass bis auf die Haut in Obereichsel an, wo das Mittagessen auf uns wartete. Im warmen Restaurant Maien, bei einem guten Schluck und herzhaftem Essen war der Regen schnell vergessen und beim Aufbruch hinunter nach Rheinfelden schien schon wieder die Sonne.

Erneut ging eine erlebnisreiche, gelungene Velotour zu Ende, ohne nennenswerte Zwischenfälle und Verletzungen. Viel wurde während der Tage über die Weiterentwicklung des Clubs besorgt dikutiert, angesichts fehlender Neuzugänge und andere Veränderungen. Umso mehr hat sich wieder gezeigt, dass die jährliche 3-Tagestour eine der besten Massnahmen ist das Vereinsleben zu stärken. Allen, die dafür Einsatz gezeigt und Verantwortung übernommen haben sei herzlich gedankt.

24.06.2014 Klaus Blechschmitt