Leserbeitrag
Trotz Regen, erlebnisreiche Exkursion rund um Auenstein

Neunte Dorfbegehung

Marcel Siegrist
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Die 9. Dorfbegehung im Dreiklangland Aare-Jura-Rhein führte am Sonntag rund um Auenstein. Trotz den starken Regenfällen bot für gegen 80 Beteiligte der Rundgang viele Einblicke und Erlebnisse. Gemeindeammann Christoph Wasser begrüsste die Runde im Dorfkern, auch einige Neuzuzüger und stellte das Dorf vor: Ideales Wohnbaugebiet in Südhanglage, ein grosser Naturraum mit dem Auenland an der Aare und dem Juragebiet bis zum Hausberg, der Gisliflue mit Alpensicht. 2012 feiert die Gemeinde ihr 800-jähriges Bestehen. Auenland und Jurapark werden neben den beiden bestehenden Flussquerungen durch einen neuen Fussgänger- und Radsteg verbunden.

Am Tuffgraben, wo immer Wasser fliesst...
Diese Sonntagstour führte dann zum Tuffgraben, wo man durch den neu erstellten Fusspfad hinunter zum Kraftwerkareal Rupperswil-Auenstein gelangen konnte. Dr. Gerhard Ammann erläuerte die Entstehung von Kalktuff. Das Gewässer, das hier ohne Unterbruch fliesst, führt zu einem flächigen Durchnässen, zu Moosbildung und Kalkablagerungen. Erfreulicherweise wurde auf dieses Wochenende Brücke und Pfad so saniert, dass eine eindrückliche Visitation vor Ort möglich wurde.
Lautlos durch das Auenland gleiten
Der Wasserfahrverein Rupperswil stellte dann die Boote bereit für eine Flussfahrt bis an die Gemeindegrenze beim Ortsteil Fahr. Die Strömung war so, dass wenig gerudert werden musste und die Weidlinge lautlos über das Wasser glitten , während die bereits üppige Ufer-Vegation trotz dem Regen intensiv betrachtet werden konnte.

Dynamik für Zement und viel Natur am Jakobsberg
Man fand sich dann in der riesigen Abbaugrube, im Steinbruch Jakobsberg ein. Adrian Streuli, von der jura cement stellte das Abbauareal, die Vorgehensweise und die bei allen Aktivitäten „begleitende Planung" vor. Die Wunde in der Landschaft, welche das grossräumige Abbaugebiet schlägt, ist eine Tatsache, aber man mildert sie, wo immer das etappenweise möglich ist und Isabelle Flöss von der Sektion Natur und Landschaft BV führte dazu aus, dass sich hier Gelbbauchunke, Kreuzkröte oder Glögglifrosch sehr wohl fühlten bzw.die sich immer wieder verändernde Landschaft, Karrengeleise und kleine Tümpel sehr schätzten. „In einer Abbaugrube bewegt sich immer etwas, etwa so, wie früher mäandrierende Flüsse dynamisch und immer neu landschaftsgestaltend waren. Pionierarten, wie z.B. Libellen benötigen immer wieder Schotterflächen, die sie unberührt an den Flüssen kaum mehr vorfinden".
Weinbau und Jurapark
Nach dem Apéro in der Steinbruchhalle wurde zum Schützenhaus hochgefahren und hier erläuterte Jakob Hochstrasser-Küng den Weinbau, welcher dank der Güterregulierung in den Sechzigerjahren auf die beachtliche kompakte Fläche von 9.5 ha angewachsen ist. Fünf Keltereien sind um einen qualitätsvollen Wein bemüht, welcher 2003 zum Kantonsjubiläum in der Premium-Kategorie klassiert wurde und auch wieder präsent sein wird am kommenden Eidg. Schützenfest. Dr. Daniel Schaffner, Küttigen stellte als Geschäftsführer den Jurapark vor, welcher vom Verein „dreiklang.ch" getragen wird und sich mit konkreten Projekten der Bedeutung und Aufwertung der Jura-Naturlandschaft verschrieben hat. Es werden auch wirtschaftliche und energetische Ziele für die Vermarktung der Regionalprodukte verfolgt, die koordinierte Gebäudesanierung durch einheimische KMU und den sanften naturnahen Tourismus, welcher Läden, Gastro und Landwirtschaft gleichermassen Umsatz bieten kann. Am 23. Mai wird in Küttigen ein Juraparkfest steigen.
Mit grossem Applaus wurde die örtliche Organisation des Anlasses Hans Andreas Frei, dem ehmaligen Gemeindeammann, herzlich verdankt und ebenso die Dienste der Gemeinde, von „dreiklangland.ch" und die tadellose Verpflegung. Die 10. Dorfbegehung findet bereits am Samstag, den 8. Mai in Gansingen statt. Aufgrund des grossen Interesses, werden im Herbst in weiteren Juradörfern Angebote folgen.

Bild: Dr. Gerhard Ammann erläutert am Tuffgraben die Moos- und Kalkablagerung des unablässig fliessenden Gewässers.

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