Leserbeitrag
Schellen-Ursli zu Besuch in Othmarsingen

Thomas Müller
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MGO

Mit einem stimmungsvollen Konzert und den Glocken von Schellen-Ursli läutete die Musikgesellschaft Othmarsingen in der voll besetzten Kirche den Advent ein.

La Parlera, Uorsin, Tschiera, Schlitteda, Legenda Rumantscha, Steila da Nadal: Graubünden – oder präziser formuliert Musikliteratur aus der vierten Sprachregion der Schweiz – bildete den roten Faden im Konzert der Musikgesellschaft Othmarsingen am vergangenen ersten Advent. Damit die Worte und Texte auch richtig ausgesprochen wurden, hatte die MGO Marc Döderlein, den Gemeindeschreiber-Stellvertreter von Othmarsingen engagiert, der mit originalem Bünderdialekt und ruhiger Stimme kompetent durch das Programm führte.

Zum Auftakt spielte die MGO das Stück „La Parlera“, arrangiert von Hardy Schneiders.

Das zweite Stück „Uorsin“, komponiert von Kevin Kläntschi, beschreibt in sieben Szenen die Geschichte vom Schellen-Ursli. Unter der Leitung von Rolf Friderich haben Othmissinger Schülerinnen und Schüler des Freifaches Religion zu jeder Szene passende Zeichnungen angefertigt, welche während der musikalischen Darbietung auf eine grosse Leinwand projiziert wurden. Die jungen Künstler unterstützten die MGO auch akustisch, indem sie mit Schellen und Glocken den „Chalandamarz“ nachamten, einen alten Bündner-Brauch zur Vertreibung des Winters. Vor und zwischen den Szenen las Marc Döderlein jeweils den dazu gehörenden Text aus der Geschichte des Schellen-Ursli vor.

Das Jahr 2015 wurde vom Schweizer Blasmusikverband zum Jahr der Klarinette erklärt. Somit durfte ein Klarinettenstück nicht fehlen. Das Klarinettenensemble der MGO trug gleich zwei Stücke vor: zuerst den „Jingle-Bell Rock“ und danach das Stück „Tschiera“ von Hansruedi Willisegger, welches von Lukas Setz, dem ersten Trompeter der MGO, speziell für dieses Ensemble arrangiert worden war.

Als nächstes Stück spielte die MGO die Bündner Schlittenfahrt „Schlitteda“, eine schnelle Polka komponiert von Oscar Tschuor.

Mit „Legenda Rumantscha“ folgte dann das Hauptwerk des Konzerts. Es wurde von Oliver Waespi ursprünglich als Aufgabestück für die 3. Klasse am Brass-Band-Wettbewerb in Montreux im Jahr 2008 geschrieben. Der Komponist hat in dieser Rhapsodie sechs verschiedene romanische Volkslieder verarbeitet, wie zum Beispiel: „Lingua Materna“, „Binsan tu meis cour char“ oder einen Gesang aus der „Consulaziun dell’olma devuziosa“. Letzteres hat nichts mit der Ostschweizer Landwirtschafts-Messe zu tun, sondern ist eine Sammlung alter geistlicher Lieder aus der Surselva.

Vor dem offziell letzten Stück „Steila da Nadal“ bedankte sich der MGO-Präsident Thomas Müller beim Publikum und bei allen Mitwirkenden und Helfern und benützte gleichzeitig die Gelegenheit, auf das Unterhaltungskonzert vom kommenden Jahr hinzuweisen. Dieses findet wie immer zwei Wochen vor Ostern statt – nämlich am Samstag, 12. März 2016. Ein spezieller Höhepunkt des Unterhaltungskonzerts wird die Mitwirkung des Jugendspiels Lenzburg sein.

Nach den zwei Zugaben „O Christmas Tree“ und „Little Christmas Suite“ und dem Schlussapplaus leerte sich die bis auf den letzten Platz besetzte Kirche. Am Ausgang wurden die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher noch mit den von Musikantinnen der MGO gebackenen Bünder Leckereien verwöhnt und anschliessend in den stürmischen Adventsabend entlassen. (PH)

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