Leserbeitrag
Schatten über einer harmonischen GV von Insieme Rheinfelden

Marcel Siegrist
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Eigentlich war es eine familiäre, sehr reichhaltige GV mit über 50 Teilnehmern, und sogar die Geschäftsstellenleiterin des Zentralsekretariates von Insieme Schweiz, Christa Schönbächler, machte dem initiativen regionalen Verein ihre Aufwartung. Der versierte Stimmenzähler hatte ein leichtes Amt und stellte immer Einstimmigkeit fest...Doch vernahm der Vorstand wenige Stunden vor dem Anlass, dass sich in der gleichen Woche sein Partnerverein „Insieme Frick“ aufgelöst hatte. Zwar haben die beiden Vereine in einigen Sachbereichen gut zusammengearbeitet, aber ein Zusammenschluss kam leider nie zustande. Leider Eine verpasste Chance mit absolut unglücklichem Ausgang. Insieme Rheinfelden bittet überzeugte Freunde der Förderung von behinderten Mitmenschen, mit Rheinfelden in Kontakt zu treten.

Punkt 20.00 Uhr eröffnete der Präsident Heinz Meier den geschäftlichen Teil der GV im Hotel Schiff, Möhlin. Nach einem feinen und sehr zügig servierten Z’Nacht waren alle Teilnehmer in aufgeräumter Stimmung.

Im Jahresbericht des Vorstandes stachen verschiedene Punkte heraus: ......
Alle Anlässe im vergangenen Jahr konnten wie geplant durchgeführt werden, ohne grössere Zwischenfälle und ausnahmslos in einer guten Athmosphäre. Das Arbeitsklima im Vorstand und in den diversen Ressorts ist hervorragend. Mit seinen Plenums- und Ressortsitzungen, sowie mit den Delegationen an Anlässen des weiten Netzwerkes, war der Vorstand gegen 40 Mal im Einsatz. – Der Verein führte 109 Anlässe durch, mehr als die Hälfte davon als Förderkurse für Angehörige mit einer Behinderung, den Rest als Freizeit- und Treffpunkte, Familien- und Weiterbildungsanlässe, sowie als Anlässe zur Mittelbeschaffung. Die Kurse wurden von 4 bis rund 20 Teilnehmern besucht, die Treffpunkte von 6 bis 10 Teilnehmern und die Familienanlässe von 35 bis 70 Mitgliedern. Die zwei Bereiche der Mittelbeschaffung, die Adventswerkstatt und die „Ängeli-Aktion“ für Kirchgemeinden, generierten über 10'000 Fr Gewinn und fanden Bewunderung, auch wegen des immensen Arbeitseinsatzes von zusammen über 600 Arbeitsstunden. Ebenso durfte der Verein Spenden in noch nie gekanntem Ausmass entgegennehmen. 3 Gemeinden, mehrere Vereine und Kirchgemeinden unterstützen Insieme in irgend einer Weise. Damit war ein riesiges Dankeschön an alle involvierten Kreise verbunden, und natürlich auch an den Kassier und das Geburtstags-„Kind“ Otto Schiesser. – Im Weiteren zeigt der Bericht, dass Insieme Rheinfelden einen sehr konstruktiven und positiven Draht zur KESB Rheinfelden gefunden hat, zum Wohle der Menschen mit einer Behinderung. Dies ganz im Gegensatz zu einem KESB-Bashing, wie es in einigen Kreisen und Regionen Mode geworden ist.

Im personellen Bereich tat sich Entscheidendes. Mit Barbara Wetterwald fand der Verein eine sehr engagierte, kompetente Sekretärin. Mit Frau Judith Furtwängler wurde ein Vorstandsmitglied gewählt, für welches die Vorstandsarbeit eine Heimkehr in ein bekanntes Amt bedeutet.

Christine Brückner berichtete über die Thesen und filmischen Dokumentationen von Insieme CH zum problematischen Thema der PID (PräImplatationsDiagnostik). Einige berührende Filme finden sich auf der Homepage www.insieme.ch. Insieme Rheinfelden bekennt sich im Vorfeld der Abstimmung vom 14. Juni bedingungslos zum Nein von Insieme Schweiz.

Ein grosses Werk sind die neuen Statuten. Sie sollen die neuen Strukturen des Vereins abbilden, Grundsätze der Behindertenrechts-Konvention beinhalten, Entwicklungs-möglichkeiten bieten und vor allem auch das Vermögen schützen, wenn in einer Krisensituation der Vorstand nicht mehr handlungsfähig sein sollte. Mit Hilfe eines Juristen, von Pro Infirmis Aargau und Insieme Schweiz sind die Statuten laut einem Urteil des Zentralsekretariates sehr kreativ, umfassend und „wasserdicht“ geworden, was hoffentlich nie in einem Ernstfall bewiesen werden muss.

Nach eineinhalb Stunden schloss der Präsident eine gut gelungene Versammlung, und wie üblich, diskutierten viele Mitglieder in kleinerem Kreis noch rund eine Stunde eifrig weiter.

Heinz Meier