Leserbeitrag
Roter Teppich vor der Kirche

11vor11-Gottesdienst in Tegerfelden zum Thema V.I.P.

Fritz Thut
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Gross war der Andrang am 11vor11-Gottesdienst vom vergangenen Sonntag in der reformierten Kirche Tegerfelden. Mit gutem Grund: nebst zwei Taufen durfte viel Prominenz bejubelt werden, stand der Gottesdienst doch unter dem Motto „V.I.P.". Symbolisiert wurde dies durch den vor der Kirche ausgerollten roten Teppich, sowie durch die zahlreichen Mitwirkenden, die sich mit schwarzer Kleidung und dunkler Sonnenbrille präsentierten.

Die zwei Seiten der Prominenz

In Anbetracht der zahlreichen Prominenz, die der Gemeinde ihre Aufwartung machte, fehlte natürlich auch „das Fernsehen" nicht, welches den Gottesdienst live übertrug. Deshalb war auch das Publikum angehalten, entsprechende Spielregeln einzuhalten. So wurden beispielsweise Klatschen und Jubeln durch ein grosses Plakat verordnet, welchem die Zuschauenden artig Folge leisteten.

Bei den viel erwarteten Auftritten der Prominenten wurde nicht nur offensichtlich, welcher Glanz solche Persönlichkeiten umgibt, sondern dass deren Erscheinen in der Öffentlichkeit auch stets ein Sicherheitsrisiko bedeuten. So wurden die Prominenten von Body-Guards in die Kirche hinein begleitet, die sie vor pöbelnden Fans zu beschützen hatten.

Die echten V.I.Ps waren jedoch zwei andere Persönlichkeiten, nämlich Elena Wiedemeier und Josephine Birrer. Pfarrer Johannes Hug machte deutlich, dass diese beiden Mädchen, obwohl im herkömmlichen Sinn nicht eigentlich prominent, eben doch „ganz wichtige Persönlichkeiten" seien, weil Gott sie als solche ansieht. Diesem Aspekt trug auch die 11vor11-Band Rechnung. Im Lied „Vergiss es nie!" wurde klar, dass jeder Mensch von Gott gewollt ist und kein Zufallsprodukt darstellt.

Was macht einen V.I.P. aus?

Anschliessend gingen Johannes Hug, sowie Rösli und Kurt Haas der Frage nach, wie man sich eigentlich selber wahrnehme. Persönlich sieht man sich selten als V.I.P., weil man stets die eigenen Unzulänglichkeiten in den Vordergrund stellt. Dabei geht meist der Umstand vergessen, dass wir alle für viele Menschen in unserem persönlichen Umfeld ganz wichtige Personen sind. Ebenso wird deutlich, dass eine Vielzahl von im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Personen gar nicht prominent ist, weil sie in ihrem Leben Herausragendes geleistet haben. Vielmehr werden sie der Menschheit wegen Schrecken oder gar Terror in Erinnerung bleiben. Man denke dabei nur an die zahllosen Diktatoren der Vergangenheit und der Gegenwart.

Für Gott hingegen ist jeder Mensch etwas Einzigartiges, und mit dieser Gewissheit sollen wir vertrauensvoll in unserem Leben unterwegs sein.

Der nächste 11vor11- Gottesdienst findet am 7.6.09, zum Thema „Männer" in der Kirche Tegerfelden statt. Die weiteren Daten und Themen für das Jahr 2009 finden Sie unter www.ref.ch/tegerfelden oder können beim Pfarramt der reformierten Kirche Tegerfelden, Telefon 056 242 11 55, erfragt werden.

Stephen Livingstone, Tegerfelden

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