Leserbeitrag
Reise des Kirchenchors nach Beromünster

cecile buckelmueller
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Bilder zum Leserbeitrag

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Viele Mitglieder des Kirchenchors haben das Pensionsalter erreicht, so ist es möglich, die Vereinsreise auch am Mittwoch durchzuführen.

Dieses Jahr entschlossen wir uns zu einem Halbtagesausflug. Herr Heiri Römer organisierte für die 31 Teilnehmer/innen eine Besichtigung des Chorherrenstiftes St. Michael in Beromünster. Ein Chorherr ist ein pensionierter Priester, der je nach Kräften seelsorgerische Aufgaben übernehmen kann. Herr Domherr Sidler führte uns in die Geschichte des Stiftes ein. Die Kirche ist umsäumt von vielen Chor- und Pfrundhäusern, besonders die Propstei und Küsterei stechen an Schönheit hervor. Die Häuser sind zur Vermietung an Chorherren gedacht, werden aber mangels Nachwuchs auch an Aussenstehende vermietet.

Erwähnenswert ist auch der schöne Garten sowie die Wappenkartuschen der seit 1690 beigesetzten Chorherren am Eingang der Kirche.

Gegründet wurde das Stift von den Grafen von Lenzburg. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1036 von Graf Ulrich. Zu Beginn des 14. Jh. zählte das weltliche Kollegialstift zu den grössten der Schweiz. Seit 1806 dient Beromünster als Emeritenstift für betagte Priester.

Heute sind die Besitzungen sehr klein geworden.

Der Innenraum der barocken Kirche ist unterteilt in Laienraum, Klerikerchor, Priesterchor.

Zartgrüne Kartuschen zieren die Wände und nicht vergessen möchte ich das grosse Deckenfresko: Maria Himmelfahrt von Josef Weiss. Bewundernswert ist die Kanzel aus Stuckmarmor, verziert mit vielen Engelsköpfen und den Symbolen der vier Evangelisten. Obendrauf schwebt der goldene Posaunenengel, der das Ende der Welt verkündet. Das Chorgestühl ist ein Meisterwerk der Brüder Fischer und zählt zu den schönsten der Schweiz. Hier könnte man viele Stunden verweilen, um all die vielen Heiligen -, Tier – und Menschenfiguren zu bestaunen.

Beeindruckt waren wir auch vom reichen Stiftsschatz. Er zählt zu den schönsten und wichtigsten der Schweiz , obwohl 1798 rund die Hälfte den französischen Besatzern zum Opfer fiel. Wir bestaunten die prächtigen Messgewänder, Paramente, Monstranzen, etliche Goldschmiedearbeiten sowie das älteste gedruckte und mit Jahrgang versehene Messbuch der Schweiz von 1456. Die Monstranzen werden noch heute an Prozessionen gebraucht. Auch die geräumige Chorherrensakristei mit den vielen Kästchen aus verschiedenen Hölzern gefielen uns sehr gut. Jedes Kästchen erfüllt seinen Zweck, sogar ein Lavabo und Elektronik verstecken sich darin. Manche Hausfrau wäre froh, ein solches Bijou in der Stube zu haben!

Ebenso ausgestattet, in Tannen- und Nussbaumholz, ist die grosse Sakristei, wo sich auch das neu restaurierte Heiliggrab-Bild befindet. Es wird jeweils in der Karwoche öffentlich ausgestellt.

Jetzt ist es Zeit, sich wieder ins Jahr 2012 zu versetzen. Menschliche Genüsse warteten auf uns; so wurde zuerst mal der Durst im nächsten Restaurant gelöscht und den Hunger stillten wir mit einem feinen Essen im Restaurant Vogelsang in Eich. Langsam dachten wir ans Heimgehen. Frau Erika Brumann am Steuer lenkte ruhig und sicher den Car über die Erlosen in Richtung Seetal und heim ins Städtchen. Dieser Ausflug war gemütlich, lehrreich und stressfrei – Danke Heiri!

Zi-Wi