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Regierungspräsidentin Schäfer empfängt LoTi-Präsidium in Hohentengen

Dieter Andermatt
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Da. Anlässlich des hohen Besuchs der Regierungspräsidentin Schäfer in Hohentengen spürte man, dass sich die Baden-Württembergische Regierung bewusst ist, dass Probleme nicht am Rhein enden, sondern ganzheitlich, grenzübergreifend angegangen werden müssen. Dies gilt gleichermassen für die Verkehrssituation (Anbindung an die A98), den Gernzübergang Koblenz, die Fluglärmproblematik, die Erneuerung der AKW’s und natürlich die Erstellung eines atomaren Tiefenlagers.

Nebst der intensiven und lebhaften Diskussion um die Fluglärmproblematik und den Vor- und Nachteilen des neuen Staatsvertrages hat der Verein LoTi-Nördlich Lägern ohne Tiefenlager eine grosse Plattform bekommen, ihre Anliegen zu präsentieren. LoTi bedankt sich in einem offenen Brief bei der Regierungspräsidentin für ihr Interesse an der Initiative „Der Atommüll ist da – keiner will ihn haben – und jeder hat dafür einen anderen Grund“. Die Co-Präsidentinnen Rosi Drayer aus Hohentengen und Astrid Andermatt aus Lengnau betonen in ihrem Schreiben, dass es nicht das Ziel des Vereins, dass andere das bekommen, was wir selbst nicht wollen.

Der Verein LoTi „Nördlich Lägern ohne Tiefenlager“ wehre sich gegen ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle, so wie dies von der Nagra und im aktuellen Verfahren zum Sachplan geologischer Tiefenlager vorgesehen sei, betonte Rosi Drayer. Unabhängig vom Standort sind konstitutive, sicherheitsbedeutsame Fragen der Atommüllentsorgung im Opalinuston nicht zufriedenstellend beantwortet.

LoTi weist in diesem Zusammenhang auf „Atommüll XY ungelöst“ hin: „Die 12 ungelösten Fragen der Schweizer Atommüllentsorgung“ der Schweizerischen Energiestiftung (SES). Wahl des Behältermaterials, Gasproblematik, Wärmeentwicklung und die Auswirkung auf die Tonmineralien, Markierungen über tausende von Generationen sind nur einige Beispiele für ungelöste, verfahrenstechnische aber sicherheitsrelevante Fragen.

Weiter bedauert LoTi sehr, dass die möglichen Standorte ungleich untersucht sind. Dem Standort „Nördlich Lägern“ mit seinen eher ungünstigen tektonischen Voraussetzungen fehlt die 3D-Geoseismik, um Störzonen zu erkennen. Das Erkennen dieser Störzonen ist aber für die Sicherheit eines Tiefenlagers maßgebend.

Die Vorschläge der Nagra zur Platzierung der Oberflächenareale sind nicht nur aus Sicht der beiden Co- Präsidentinnen und dem Vorstandsmitglied Werner Ebnöther fragwürdig, stellen doch alle Standorte den Schutz des Trink- und Grundwassers in Frage.

Die Sicherheit ist nach wie vor das wichtigste Kriterium für die Standortwahl eines Atommülllagers. Darum braucht es gleichwertige Untersuchungen aller potentiellen Standorte. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden.

Die beiden Co-Präsidentinnen zeigen sich befriedigt, dass sie der Regierungspräsidentin das Anliegen des Vereins LoTi persönlich entgegennahm und es offensichtlich ernst nimmt.