Leserbeitrag
Podium zur «Öffentlichen Krankenkasse»

Marcel Siegrist
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Die SP Bezirk Muri hielt am 19. August im Dachsaal der Pflegi Muri ein Podium zur «Öffentlichen Krankasse» ab. Die Referent_innenliste war bekannt besetzt. Mit Jacqueline Fehr von der SP und Toni Bortoluzzi von der SVP waren auch zwei Nationalrät_inne anwesend.

Die SP Bezirk Muri veranstaltete am 19. August in Muri ein Podium zur „Öffentlichen Krankenkasse“. Mit SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr und Grossrat und Dr. Med Jürg Knuchel auf der Pro-Seite und SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi und Dr. Med Felix Huber auf der Gegenseite war das Podium mit starken Referent_innen besetzt. Der Aargauer Grossrat Thomas Leitch moderierte das Podium.
Die Initiative für eine „Öffentliche Krankenkasse“ verlangt, dass die 61 Privatversicherungen in der Schweiz durch eine einzige „Öffentliche Krankenkasse“ ersetzt werden. Die einzelnen Kantone würden nach dem neuen Modell die Prämien festlegen.
Die SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr machte die Podiumsteilnehmer darauf aufmerksam, dass das momentane Versicherungssystem zu einer chronischen Prämienexplosion geführt habe. Die „Öffentliche Krankenkasse“ sei effizienter und anstatt auf Firmengewinn auf die Patient_innen fixiert. Die Öffentliche Krankenkasse solle ähnlich wie die SUVA funktionieren, die ein sehr gutes Angebot habe und qualitativ und preislich der privaten Konkurrenz meilenweit voraus sei, erläuterte Fehr weiter. Ebenfalls sei es ein Problem, dass die 61 Krankenversicherungen in der Schweiz 300‘000 verschiedene Angebote vermarkten und es somit für die Prämienzahler_innen niemals möglich ist, dass sie alle Angebote überprüfen können, um das für sie am kostengünstigste auszuwählen.
Der Zürcher SVP-Nationalrat Bortoluzzi versuchte Fehr Gegensteuer zu geben und erklärte, dass eine „Öffentliche Krankenkasse“ zu einem Wettbewerbsverlust und somit zu einem Qualitätsschwund führen würde. Dr. Med Felix Huber pflichtete ihm bei, dass die Qualität schon unglaublich hoch sei und das heutige System optimal funktioniere.
Fehr erwiderte, dass die SUVA, die eine staatliche Einrichtung ist viel effizienter und kostengünstiger ist und ein qualitativ besseres Angebot anbietet, als die private Konkurrenz in diesem Sektor. Fehr erläuterte, dass Wettbewerb eben nicht immer besser sei, sondern in diesem Fall sogar schädlich.
Jürg Knuchel Aargauer SP-Grossrat und Dr. Med fügte an, dass die Privatversicherer in der Schweiz eine Risikoselektion betreiben, die dazu führt, dass vor allem ältere und kranke Menschen von den Privatversicherern abgewimmelt und diskriminiert werden.

Die Diskussion verlief sehr engagiert und fair. Ebenfalls führte Thomas Leitch die rund 30 Besucher_innen souverän durch den Abend.
Nach dem Podium bot die SP Bezirk Muri noch einen Apéro an. Es wurde auch unter den Besucher_innen engagiert diskutiert und es wird sicherlich noch einiges zu diskutieren geben bis zur Abstimmung.

Jonas Hasenfratz

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