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Männerturnverein Widen auf dem Fluss

Zeindler Zeindler
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(chm)

Endlich konnte die im 2020 geplante dreitägige Reise doch noch stattfinden, auch wenn anstelle vom Tessin, das Bündnerland als neues Ziel gewählt wurde. Während dreier Tage vom 27. bis 29. August 2021 verbrachte der Männerturnverein Widen ein abwechslungsreiches Wochenende in der Region Flims-Laax.

Relativ früh um 07.15 Uhr besammelten sich die Reiseteilnehmer froh gelaunt auf dem Schulhausplatz in Widen. Aufgeteilt auf drei Fahrzeuge fuhr die kleine Gruppe von 11 Teilnehmern als Konvoi Richtung Bündnerland. Nach einem Kaffeehalt in der Raststätte Heidiland erreichte man Bad Ragaz, wo man sich Zeit nahm für den Rundgang durch die Skulpturenausstellung Bad RagARTz21, welcher auch durch das touristische Städtchen führte. Anschliessend ging es weiter der Tamina entlang zum alten historischen Bad Pfäfers. Direkt hinter dem ältesten Barrockbadhaus der Schweiz führte der Weg hinein in die enge und feuchte Taminaschlucht, wo vor bald 800 Jahren zwei Jäger eine 36,5 °C warme Quelle entdeckt haben, welche bis heute rege genutzt wird. Durch den beleuchteten St.-Barbara-Stollen gelangt man ins Felsinnere, wo man am Thermalwasserbrunnen vorbei bis zur Quellwassergrotte gelangt. Durstig von der Wärme und Feuchtigkeit haben wir anschliessend in der historischen Gaststube ein feines Mittagessen genossen.

Nach der Stärkung stand der anspruchsvolle Heimweg über die alte Holzbrücke und mehrere Dutzend Treppenstufen hinauf Richtung Pfäfers auf dem Programm. Da kam der kurze Halt bei der grossen Statue Cristo Salvador beim Hotel Schloss Wartenstein als Erholung gelegen. Von der Terrasse hat man einen traumhaften Ausblick über Bad Ragaz und die ganze Bündner Herrschaft. Nur wenigen bekannt sein dürfte, dass es von 1892 bis 1964 hier eine Standseilbahn gab, welche das Schloss-Hotel mit dem heutigen Thermalbad in Bad Ragaz verband. Wir mussten aber wohl oder übel zu Fuss, durch den Wald mit seinen Überresten des Trassees und einzelner Viadukte, wandern. Beim Detailhändler im Zentrum konnten wir die bestellten Lebensmittel abholen, welche unser Überleben sicherstellen sollten. So fuhren wir bald darauf nach Laax ins «rockresort», wo wir 2 Appartements mit insgesamt 7 Zimmern bezogen. Nach einer kurzen Pause hiess es ab in die Küche, wo bald die ganze «Mannschaft» unter der Ägide von Markus Stäuble die Kochlöffel schwang und die Küchenmesser einem Härtetest unterzog. Es gelang jedenfalls der Truppe ein formidables Chickencurry mit Gemüse und Basmatireis zu zaubern. Auch dank dem Dessert und denr mitgebrachten Jasskarten konnte der Abend als sehr gelungen bezeichnet werden.

Am Samstagmorgen trafen sich alle wieder im grossen Appartement zum gemeinsamen Frühstück, welches wie von Geisterhand vorbereitet worden war. Kurz darauf trafen wie geplant auch Franz Rutzer und Heiner Weideli ein und so konnten wir wie vorgesehen unsere Wanderschuhe schnüren. Via Staderas ging die Tour über Lag Prau Tuleritg, Caumasee auf schönen Waldwegen zum Crestasee. Hier hat sich die Gruppe aufgeteilt, wobei die Mehrheit die Zusatzschlaufe nach Trin Mulin und die Minderheit die Kurzversion zur Badi am Crestasee inkl. regenbedingtem Bierhalt in Angriff nahm. Beide Wege führten am Ende nach Conn, wo nach dem Besuch der spektakulären Aussichtsplattform «Il Spir» = der Mauersegler, im schön gelegenen Restaurant das Mittagessen auf uns wartete.

Auf zwei unterschiedlichen Wanderwegen erreichte man am späteren Nachmittag wieder Laax «Bergbahnen» und unser dortiges Domizil das «rockresort». Nach der willkommenen Erfrischungspause wurden die Freiwilligen wieder zum Küchendienst aufgefordert, schliesslich musste das Wohl der Truppe aufrechterhalten werden. Dies funktionierte hervorragend, jedenfalls mundete der Salat, die Spaghetti Bolo als XXL-Portion und das Dessert ausgezeichnet. Der Abend verflog mit zahlreichen Gesprächen und etwas Hochprozentigem fast so schnell wie die kurze Nacht.

Ziel des Frühstücks am Sonntagmorgen war es, möglichst alle Lebensmittel sauber zu verwerten, was dank Heiners Rühreiern bestens gelang. Dann hiess es alles Gepäck und alle Utensilien einladen, da heute der grosse Tag anstand. Vorher mussten noch Peter Juchli und die beiden Patrick verabschiedet werden, welche aus unterschiedlichen Gründen leider früher heimkehren mussten. Die übrigen 10 Mann machten sich trotz regnerischem Wetter auf, den längsten Baumwipfelpfad der Welt zu begehen. Dieser verbindet Laax Murschetg mit Laax Dorf und wurde erst am 11. Juli dieses Jahres eröffnet. Über die imposanten Einstiegs- und Ausstiegs-Türme kann man auf diese Weise 1,5 Kilometer auf unterschiedlichen Höhen auf einem Holzpfad durch den einheimischen Wald spazieren. Imposant war auch die Kreativität des Tourismusverbandes, für das Begehen des Baumwipfelpfades einen Eintritt zu verlangen. Auf die Rutschbahn am Schluss des Steges haben wir verzichtet – offiziell aus Altersgründen (tatsächlich kostete sie nochmals extra). Nach diesem Erlebnis konnte man sich in Laax Dorf stärken, bevor es per PW und zu Fuss zum Bahnhof Reichenau-Tamins ging. In Ilanz angekommen erwartete die Teilnehmer das eigentliche Highlight, eine River Rafting Tour auf dem Vorderrhein zurück nach Reichenau. Nachdem sich alle auf irgendeine Weise in den Neopren-Anzug gezwängt hatten und das unbeschreibliche Neopren-Aroma-Feeling genossen, gab es eine Einweisung durch die Guides. Nun konnte die Wildwasser-fahrt in den Schlauchbooten gewagt werden. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich: ob Bergbach-, Wildwasser-, oder Stausee-Passagen, alles war dabei. Einzig bei einer Stufe 4-Passage wurden wir angewiesen, zu Fuss zu gehen, während die drei Guides die Boote nach und nach in einer filmreifen Sequenz durch die unruhige Passage manövrierten.

Es war jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten, die sich nach der Abkühlung erst einmal etwas aufwärmen mussten und eine Stärkung benötigten. Wer mehr erfahren will, dem ist der folgende Link wärmstens empfohlen. https://1drv.ms/v/s!Ar5w1okw6cSXgagn2Gsadc49OOdlLg?e=nNewwy

In Tamins angekommen schälten wir uns wieder aus den immer noch «interessant» riechenden Anzügen und verlegten schweren Herzens die Dusche, weil inexistent, auf später. Den Finisher-Snack unter dem Plastikzelt tauschten wir gegen einen Überraschungsbesuch in Bonaduz’s erster Hoteladresse, um uns bei Kaffee und Getränk zu stärken. Müde und voller Erlebnisse und Bilder im Kopf verabschiedete man sich, um den im Nachhinein unspektakulären Heimweg anzutreten.

Wir richten unseren Dank an unseren Reiseleiter Stefan Schwarz und unseren Küchenchef Markus Stäuble, welche eine in dieser Form neuartige Reise-Symbiose organisiert haben.

Der Männerturnverein Widen www.mtv-widen.ch trainiert jeden Donnerstag von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr in der Turnhalle Widen, jedermann ist herzlich willkommen.

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