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GLP zur Ortsplanung: Verdichten an allen Ecken und Enden?

Christoph Mühlhäuser
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Bild: Christoph MÌhlhÀuser

Bild: Christoph MÌhlhÀuser

(chm)

Die Ortsplanungsrevision hat weitreichende Folgen für Hausen. Vorgesehen sind massive Verdichtungsmöglichkeiten in den Baugebieten sowie die Industrieansiedlung im Reichhold-Areal. Die GLP ist besorgt, dass ein übermässiges Wachstum die Gemeinde überrollen könnte. Auch befürchtet sie, dass die Gemeinde vom Verkehr stranguliert werden könnte – auf der Südseite entstehen 1200 bis 1400 (!) Arbeitsplätze auf dem Reichhold-Areal, auf der Nordseite sind neue Überbauungen zwischen Hausen und Windisch sowie eine starke bauliche Verdichtung in Hausen-Nord geplant.

Mit den neuen Bauvorschriften würde ein weiteres starkes Wachstum der Gemeinde ermöglicht – von 3650 (2019) auf 4400 Einwohner (2040). Deshalb schlägt die GLP erstens vor, die Bauvorschriften nochmals zu überarbeiten und dabei das Wachstumspotenzial zu reduzieren – vor allem im verkehrsungünstig gelegenen Gebiet Hausen-West.

Die Industrieansiedlung im Reichhold-Areal ist zweitens zu etappieren.

Die GLP verlangt für das Areal zudem eine Verkehrsmengenbegrenzung, ein ökologisches Energiekonzept und einen höheren Grünflächen-Anteil. Das Reichhold-Areal muss überdies mit dem Industriegebiet Lupfig zusammenwachsen können, und die Erreichbarkeit des Bahnhofs Lupfig vom Reichhold-Areal ist absolut zentral.

Mit einem Mobilitätsentwicklungskonzept ist drittens aufzuzeigen, wie die Verkehrsentwicklung mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten kann. Beim öffentlichen Verkehr sind auf regionaler Ebene Verbesserungen für den Bus anzusteuern (Verkehrsmanagement, Busspuren). Zu prüfen ist auch eine Bahnhaltestelle in Hausen südlich der Holzgasse. Für die Hauptstrasse ist sinnvollerweise ein Gesamtkonzept vorgesehen. Das aktuell vorliegende Strassenbauprojekt für das Gebiet Unterdorf/Sooremattstrasse ist deshalb zurückzustellen. Auch im Langsamverkehrsnetz sind Lücken zu schliessen und Schwachstellen zu beheben.

Mit den neuen Bauvorschriften will die Gemeinde nun bereits zum zweiten Mal eine höhere und dichtere Bebauung der Wohngebiete zulassen – mit Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. Als Korrekturmassnahme schlägt die GLP vor, in allen drei Wohnzonen den sogenannten «grossen Grenzabstand» (8m) wieder einzuführen.

Die GLP regt überdies an zu prüfen, ob die zweite römische Wasserleitung stellenweise erhalten werden kann (z.B. auf dem Reichhold-Areal).

Die Planung zeigt einmal mehr, wie abhängig Hausen von den Nachbargemeinden ist. Die GLP schlägt daher vor, dass der Gemeinderat mit den Nachbargemeinden ein Projekt zur Überprüfung und Intensivierung der Zusammenarbeit in Angriff nimmt.

Die ausführliche Stellungnahme findet sich auf der GLP-Website:

https://bezirkbrugg.grunliberale.ch/partei/Sektion-HausenAG/Ortsplanrevision-Hausen.html

Grafik: R. Miloni