fDP Mägenwil
Der Wasserverbund ist eine gute Sache – oder doch nicht?

Michael Umbricht
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(chm)

Die FDP Mägenwil hat an der gutbesuchten Parteiversammlung die Traktanden der Gemeindeversammlung sehr lebhaft diskutiert. Diesmal stand aber nicht das Budget im Zentrum, dem ist so wohl zuzustimmen. Auch der Verkauf des alten Schulhauses ist für die FDP eine klare Notwendigkeit: Ein Gebäude zu behalten, das seit Jahren praktisch leer steht, für das weit und breit keine öffentliche Nutzung in Sicht ist, das einen hohen Sanierungsbedarf aufweist, und das selbst von den traditionsverbundenen Ortsbürgern verschmäht wurde, wäre wahrlich eine Schildbürgerei. Zumal der Ertrag fürs Budget 2022 dringend notwendig ist.

Also zum Wasserverbund: Zuerst informierten zwei Vorstandsmitglieder über die Erkenntnisse aus der gemeinderätlichen Informationsveranstaltung: Dort wurden von den Teilnehmern zahlreiche Fragen gestellt. Der zuständige Gemeinderat Jack Roos konnte keine davon beantworten, der Gemeindeammann übernahm und verteidigte das Projekt mit übergeordneten Argumenten.

Die Diskussion in der FDP Mägenwil zeigte jedoch, dass trotz mehr als neun Seiten Erklärungen im Gemeindebüchlein, die zentralen Fragen nicht beantwortet sind. Es sind dies folgende:

1. Braucht Mägenwil das Projekt wirklich?

Mägenwil hat vier «Wasserquellen»: eigenes Wasser, Wasser von Othmarsingen, von Birr und von Wohlenschwil. Auch wenn von Birr und von Wohlenschwil nicht grosse Mengen bezogen werden können, so bleiben doch zwei ergiebige Zulieferer. Und im Notfall müssten auch Birr und Wohlenschwil Wasser liefern. Wo ist die Notwendigkeit, dem Projekt «Wasser 2035» beizutreten?

2. Was kostet der Kubikmeter Wasser am Schluss für den Nutzer?

Aktuell bezahlt Mägenwil 60 Rappen pro m3 für Wasser aus Othmarsingen oder Birr (aus Wohlenschwil ist es noch deutlich günstiger). An den Nutzer abgegeben wird das Wasser für 75 Rappen je m3. Wie teuer das «Verbundwasser» im Einkauf sein wird, und welchen Einfluss das auf den Abgabepreis haben wird, kann mit den verfügbaren Unterlagen nicht berechnet werden. Und der Gemeinderat wusste es auch nicht…

3. Welche Alternativen gibt es und was kosten diese?

Damit der Bürger den Nutzen des Verbunds beurteilen kann, muss er auch die Alternativen kennen sowie deren Chancen, Risiken und Kosten. Zumindest die offensichtliche Option einer engen Zusammenarbeit mit Othmarsingen wäre vertieft zu prüfen. Denn Othmarsingen hat seit der Betriebseinstellung der Grossschlachterei Marti viel mehr Wasser als es benötigt. Ein Szenario, das übrigens auch Mägenwil drohen könnte, braucht doch die Firma Kneuss rund einen Drittel unseres Wassers.

Und abgesehen von diesen Hauptfragen sind noch viele andere Details ungeklärt: Ab wann zahlen wir den Leistungspreis? Wieso zahlen wir einen Mitgliederbeitrag ab 2023, wenn wir erst ab 2028 beziehen können? Welche nachfolgenden Investitionen sind noch zu finanzieren? etc.

Für die FDP ist deshalb klar: Das Geschäft ist an den Gemeinderat zurückzuweisen!

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