Leserbeitrag
Mit Bruno die Welt und Wälder entdecken

Hirschthal: Eine Regenwald-Ausstellung in der Biberburg soll Hoffnung wecken

Marcel Siegrist
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3 Bilder

Am Mittwochabend eröffnete der Verein „Wald Hirschthal" in der Biberburg eine Ausstellung über den Regenwald und dessen Vielfalt. Bruno Mansers Schwester Monika Niederberger-Manser und Nelly Paysan, die einzige Penan-Frau Europas, waren an der Vernissage anwesend.

Bruno Manser ist seit 10 Jahren verschollen, aber nicht vergessen. Sein Lebenswerk wird weitergeführt, durch die Penan, Verwandte und Freunde sowie mit finanzieller Unterstützung des Bruno Manser-Fonds. Nelly Paysan, Penan-Botschafterin mit Wohnsitz in Französischen Dijon kämpft, täglich gegen die Abholzung der Wälder. Sie ist in ständigem Kontakt mit ihrem Volk und gibt die Botschaften an die Welt weiter. Bruno Mansers Schwester, Monika Niederberger-Manser, reist währenddessen durch die Schweiz und gibt Vorträge an Schulen oder für Gruppen. Sie freut sich über jeden Anlass, bei dem sie die Werte ihres Bruders vermitteln kann und hofft für die Zukunft, auf noch mehr Interesse der Öffentlichkeit für die Sache der Penan.

Alp statt Arztpraxis
Monika Niederberger-Manser schwärmte an der Vernissage von ihrem Bruder: „Mit Bruno konnte man fantastisch die Welt entdecken". Und weiter: „Er war schon als Kind einfach irgendwie anders". Der Vater hoffte, dass er nach der Matura Medizin studieren würde. Doch Bruno besuchte eine landwirtschaftliche Schule - schloss dort als Bester ab - und verbrachte 10 Sommer als Alphirte. Er befasste sich während dieser Zeit intensiv mit Heilkräutern. Im Winter besuchte er Kurse wo er neben dem Drechseln auch das Weben lernte oder wie man strickt oder Kleider aus Leder näht. Als sein Hund starb, nutzte er die neue Freiheit um das Leben der Penan zu entdecken. Niederberger-Manser: „Er suchte ein Volk, dass ganz ohne Geld leben kann.

Kampf gegen die Ungerechtigkeit
Genau so ein Volk hat er gefunden und in sein Herz geschlossen. Die übersichtlich gestaltete Ausstellung in der Hirschthaler Biberburg ist deshalb auch reich bebildert mit vielen eindrücklichen Originalfotos von Bruno Manser. Verschiedene Alltagsgegenstände der Penan zeigen einen Einblick in ihr Leben. Eigentlich kennt ja jeder die Problematik um die Abholzung der Regenwälder und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten. Die Ausstellung zeigt, wie wir alle einen Beitrag leisten und die Tropenwälder schützen können. Sie rüttelt auf, weckt Emotionen und macht nachdenklich. Das ist auch richtig so, denn wir alle müssen kämpfen, dass auch spätere Generationen auf die Lunge unseres Planeten zählen können.

Die Biberburg unterstützt seit längerem aktiv den Fonds mit fünf Prozent aller Konsumationseinnahmen. Die Ausstellung ist kostenlos und dauert noch bis am Samstag, 5. Juni 2010. Sie ist jeweils Donnerstag- und Freitagabend, sowie am Samstagmorgen geöffnet. Weitere Informationen finden Sie auf www.biberburg.ch.

Bilder:
Nelly Paysan (links), mit einer Nasenflöte, und Monika Niederberger-Manser, die Schwester von Bruno Manser

Nelly Paysan mit einem Pangang-Instrument, dass nur Frauen spielen dürfen, weil Männer sonst von Bären angefallen werden. Rechts: Monika Niederberger-Manser

Nelly Paysan (links) und Monika Niederberger-Manser vor einer Ausstellungswand mit Alltagsgegenständen

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