Leserbeitrag
Mehr als nur eine Mahlzeit

Ilona Scherer
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Bilder zum Leserbeitrag

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Sabrina Pugliatti
Die Initianten des Seniorenzmittag Freienwil Die Gemeinderäte Rébecca Schneider Häfliger und Daniel Aeschbach haben den Senioren-Mittagstisch in Freienwil wieder zum Leben erweckt - und stehen dabei auch persönlich im Einsatz.

Die Initianten des Seniorenzmittag Freienwil Die Gemeinderäte Rébecca Schneider Häfliger und Daniel Aeschbach haben den Senioren-Mittagstisch in Freienwil wieder zum Leben erweckt - und stehen dabei auch persönlich im Einsatz.

Sabrina Pugliatti

Nach längerer Pause wird in Freienwil wieder ein Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren angeboten. Am Donnerstag wurde im Weissen Wind zum zweiten Mal gegessen, geschwatzt und gelacht.

Es ist kurz vor halb zwölf, als der erste Gast das Restaurant betritt. Drinnen ist alles parat: «Gastgeberin» Rébecca Schneider Häfliger und ihr Gemeinderats-Kollege Daniel Aeschbach haben zusammen mit zwei Freiwilligen von der Nachbarschaftshilfe die Tische gedeckt und in der Küche alles vorbereitet – ausser dem Essen. Dieses holt Schneider mit dem Auto im Restaurant Engel in Ehrendingen, während sich die Tische im Weissen Wind langsam füllen.

Unkostenbeitrag von 25 Franken

Am Ende sind es 18 Seniorinnen und Senioren. Es wird geschwatzt, gelacht und getrunken. Man spürt: Das Bedürfnis nach einem solchen Treffen ist gross. Seit vielen Jahren wurde in Freienwil zwar einiges für junge Familien, aber eher wenig für die ältere Generation getan. Ausser der Seniorenweihnacht, die die Landfrauen in der Mehrzweckhalle organisieren, gab es kaum mehr Anlässe für die Generation 60+. Auch die Jassnachmittage verliefen irgendwann im Sand. «Es ist schön, dass es wieder etwas Regelmässiges für uns gibt», freut sich eine Dame im Weissen Wind.

Für einen Unkostenbeitrag von 25 Franken wird diesmal Erbsensuppe, grüner Salat und Truten-Piccata mit Spaghetti und Tomatensauce serviert. Das Dessert - Süessmostcrème und Totebeinli - haben zwei Seniorinnen gespendet. Dafür verbringen die Gäste einen kurzweiligen Mittag in guter Gesellschaft und mit anregenden Gesprächen. Die beiden Gemeinderäte und die Frauen von der Nachbarschaftshilfe haben alle Hände voll zu tun, um die fröhliche Gästeschar zu bewirten.

Nächster Mittagstisch am 19. November

Nach gut zwei Stunden verabschieden sich die Ersten. Manche würden am liebsten noch den ganzen Nachmittag bleiben und die Jasskarten auspacken. «Wir freuen uns jetzt erst einmal, dass es gut angelaufen ist. Dann prüfen wir weitere Ausbaumöglichkeiten», sagt Rébecca Schneider zufrieden. Der Mittagstisch soll künftig einmal pro Monat stattfinden, der nächste am 19. November.

«Tavolata» in Freienwil

Auch auf privater Ebene gibt es in Freienwil derzeit eine Inititative zum gemeinsamen Essen und Verweilen: Die Freienwilerin Esther Stössel sucht via Flyer interessierte Mitglieder für eine «Tavolata» im Dorf.

Was ist eine Tavolata? Laut Prospekt steht der Begriff für «selbstorganisierte Tischgemeinschaften». Tavolata ist eine 2010 lancierte Initiative des Migros-Kulturprozent und fördert soziale Kontakte. Man kocht, isst und geniesst gemeinsam – gegen einen kleinen Unkostenbeitrag. «Gerade für Menschen, die alleine wohnen, ist es schön, auch mal mit anderen zu essen», ist Esther Stössel überzeugt.

Sie hatte von der Idee gehört und informierte sich im Internet (www.tavolata.net). Am Mittwoch (28. Oktober) fand bereits die erste Tavolata in ihrem Haus statt, mit Mitgliedern einer anderen Gruppe aus der Umgebung sowie zwei Interessierten aus Freienwil. Stössels Ziel ist es, eine eigene Tavolata zu gründen. Die Treffen sollen einmal pro Monat jeweils über Mittag stattfinden. Die nächste Freienwiler Tavolata findet am 24. oder 25. November statt. Interessierte erhalten Auskunft bei Esther Stössel unter Telefon 056/222 28 54.

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