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Männerriegenreise

Fabienne Schmid
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Gutes Vorherbst- oder Spätsommer-Wetter war uns von Meteo-Schweiz versprochen und entsprechend leicht gekleidet konnten wir Männerriegler von Unterkulm am Donnerstag-Nachmittag,13. September die Fahrzeuge besteigen, die uns in die Surselva, genau nach Surcuolm bringen würden. Wie in den letzten Jahren üblich, standen auch dies Jahr zwei Varianten zur Auswahl, einerseits als Wanderer oder aber als Biker an der Turnfahrt teilzunehmen.

Am Abend, im Sport-Hotel „Surselva“ angekommen, kündigte sich bereits ein erster Höhepunkt an. Die schön gedeckte Tafel versprach schon mal Gutes. Chris und Kristina, die beiden jungen, innovativen Hoteliers, gaben alles, um uns zu verwöhnen. Zuerst mit einer hervorragenden Steinpilzsuppe als Einstimmung auf das rosa Hirschfilet. Es würde zu weit führen, nun noch die ganzen kulinarischen Raffinessen aufzuzählen, die uns an dem Abend noch geboten wurden. Schliesslich waren wir zum „Sport“ treiben ins Bündnerland gefahren.

Markus, der „Event-Manager“, Berater und Tourenleiter beriet die Wanderer für den nächsten Tag. In der Höhe lag noch Schnee, so dass wir uns auf die tieferen Regionen konzentrierten, denn eine grossartige Landschaft liegt hier ganz nah, die Vorderrheinschlucht, der Grand-Canyon der Schweiz. Im Aufstieg nach der Schlucht wurden auch die Vielredner unter uns stiller. Atemberaubend war auch das Gefühl auf der Aussichtsplattform „Il Spir“, was soviel wie „der Mauersegler“ bedeutet. Fast frei schwebend, eben wie der Mauersegler, 400 Meter über dem Rhein, ragt dieses imposante Bauwerk über den Abgrund.

Für die Biker mussten erst noch die Fragen: Schutzbleche oder nicht – bin ich zu warm angezogen oder friere ich bei der Abfahrt, geklärt werden. Doch es ging zuerst bergwärts, bis alle schön warm hatten. Nach dem durchqueren eines Feuchtgebiets bei Temperaturen um 0° gingen dann alle mit nassen Füssen auf die 800 Höhenmeter, technisch sehr anspruchsvolle Abfahrt Richtung Ilanz. Jeder hatte hier heikle Situationen oder gar Stürze zu überstehen. Von Ilanz Richtung Rheinchlucht, eine für Wanderer und Biker offene Strecke, war eine genussvolle Herausforderung. Nach dem Mittagessen mussten aber die vorher vernichteten Höhenmeter bis Surcuolm wieder erklommen werden.

Auch am zweite Abend, ich kann es nicht lassen, konnten wir die Kochqualitäten unseres Gastgebers und seiner Frau geniessen. Griechisch sollte es werden, denn beide sind griechischer Abstammung. Ouzo zu Beginn dann Wein aus Kreta und zum Abschluss, wer wollte, noch einen alten Metaxa. Dies nur zum flüssigen Teil des Abends!

Der Samstag begann mit Hochnebel, aber über dem Panixer-Pass kündigte sich wieder schönes Wetter an. Der Sessellift brachte Biker und Wanderer auf den Piz Mundaun (2064), wo wir so ziemlich im Grauen standen und alle verfügbaren Jacken anzogen. Von Aussicht keine Spur.

Für die Biker folgten Ab- und Querfahrten über Wege, Fels, Stein, durch Bäche und Kuhfladen – wirklich abwechslungsreich und genussvoll. Ein Gabelbruch zwang aber einen von ihnen zur Aufgabe, zum Glück nur ein Materialschaden! Nach dem Essen ging es weiter talwärts nach Meierhof (Obersaxen) und über das schöne Hochplateau zurück zum Ausgangspunkt. Eine herrliche Fahrt bei schönstem Wetter und bester Aussicht.

Dank Markus, dem engagierten Führer von vivatrail.ch, der jeden Weg, Baum und Bach der Gegend kennt, erlebten die Biker zwei besondere Tage und schwärmen bereits, was sie wohl im nächsten Jahr angehen könnten. Wir Wanderer erreichten über zwei steile Flanken die Hitzegg, wo die Sicht ins Lugnez schon viel besser wurde. Wieder hinab und nochmals hoch zum Stein und schon schien die Sonne zaghaft durch die Nebelfetzen. Den Abstieg ersparten wir uns, (um die Kniegelenke zu schonen).

Gleichzeitig mit den Bikern trafen wir mit dem „Sesseli“ im Vali-Bergrestaurant ein, um uns zu verpflegen. Dies allerdings nicht auf so hohem Niveau. Noch einmal 200 Höhenmeter über einen alten Valserpfad marschierten wir steil hinab ins Dorf Meierhof, wo uns das Postauto aufnahm und zurück ins Hotel brachte.

Da unsere Riege niemand verloren hatte, konnte die Rückreise angetreten werden und dank unseren guten Chauffeuren kamen alle gesund und munter zurück nach Unterkulm.

Hansruedi Schwammberger Unterkulm