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Männerriegenreise

Herbert Flück-Senn
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Männerriege Hendschiken reist für drei Tage ins Glarner Land

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lassen wir uns nach Matt fahren, ein Neumitglied mit dem zweiten Billett, da das erste noch auf dem Bürotisch zu Hause liegt. Die Feuerstelle auf Weissenberg ist unser erstes Ziel und wir erleichtern die Rucksäcke um den Picknick, Wein und einen Schluck Gebrannten. Das abendliche Ziel ist das für zwei Nächte gebuchte Hotel Sardona in Elm. Andy animiert uns für das Lottospiel um 48 Millionen und wir sehen uns bereits mit den Ferraris vor die Turnhalle fahren. Fünf Richtige auf acht Gewinnspiele reichen aber nicht mal für einen Blumentopf. Mit einem feinen Nachtessen in fröhlicher Vereinsrunde geht der Tag zu Ende.

Nebelverhangenes Wetter begleitet uns auf der Busfahrt nach Obererbs. Wetterpropheten reden davon, dass es um 12 Uhr wechseln soll, aber wir wissen heute noch nicht, ob es besser oder schlechter hätte werden sollen. Der schöne Höhenweg (heute ohne Aussicht) bringt uns vorbei an den Sennereien und vielen Bienenhotels nach Ämpächli. Ein paar wagemutige fahren trotz Regen mit dem schnellen 3-Rad-Gefährt hinunter nach Elm. Auf unser auswärtiges Nachtessen folgt in demselben Lokal ein Besuch der Polterabend-Frauen einer heiratswilligen Glarnerin. Diese Turnerinnen verkaufen Boxer-Shorts; etliche unserer Männerriegler erweitern ihre Garderobe um ein paar farbige Unterhosen. Während dem ist in unserem Hotel ein Ostschweizer Männerchor und der Jodelclub Wiesenberg eingezogen. „Zuhause“ angekommen geht nochmals mächtig die Post ab. Nach „Ewigi Liebi“ werden weitere Lieder gesungen und die bekannten singen wir kräftig mit. Vreni Schneider, welche ebenfalls anwesend ist, hat keine Möglichkeit mehr, ihre Hits zu singen.

Nebel und Regen begrüssen uns auch am Sonntagmorgen. In Engi besuchen wir den Landesplattenberg. Ab dem 16. Jahrhundert baute man Schiefer (auch für Schreibtafeln) ab. 1837 waren für dieses Bergwerk über 200 Personen beschäftigt. 1961 wurde die Grube geschlossen. An einer interessanten Führung können wir den harten Alltag der Bauarbeiter nachvollziehen und auch die Dunkelheit trotz Karbidlampen wird uns vorgezeigt. Der anwesende, 82-jährige Glarner Landammann und Ständerat a.D. schwärmt von der zahlreichen Weberei-Industrie in seinem Kanton, deren Arbeitsplätze heute weitgehend verloren gingen. Ein Männerriegenhut wird ihn an Hendschiken erinnern. Erinnern werden auch wir uns an die erlebnisreichen drei Tage im Glarner Land. Walter Gfeller hat uns mit vielen Informationen versorgt und die Reise sorgfältig geplant und mit uns erlebt.

Herbert Flück

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