Leserbeitrag
Lourdes – eine Tür für den Glauben.

Marcel Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag
3 Bilder
Lourdes 2013 036.jpg
Zwischenablage01.jpg

Bilder zum Leserbeitrag

1805 Pilger davon 179 Kranke und 398 Helfer machen sich vom 12. Bis 18. April auf zur Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz. Sie besuchten diesen wunderschönen Wallfahrtsort in Frankreichs Pyrenäen. Die Wegstrecke wurde mit zwei Nachtzügen, drei Flugzeugen und zwei Cars zurückgelegt. Alle mit dem gleichen Ziel, zur lieben Frau von Lourdes, die im Jahre 1858 der 14. jährigen Hl. Bernadette 18-mal erschienen ist, zu wallfahren.

Die Wallfahrer konnten am Samstag wohlbehalten, doch etwas müde von der Reise, am Eröffnungsgottesdienst in der St. Bernadettekirche teilnehmen. Es war wie alle Jahre ein eindruckvolles Bild, Einzug der 23 Fahnendelegationen der 23 Lourdespilgervereine und 25 Priester, die mit 1800 Pilger, davon 50 Kinder, die Hl. Eucharistie feierten. Bischof Vitus Huonder aus Chur verwies in seinem Predigtwort auf das Tagebuch „Mein Weg zum Glauben“ von Alessandra Borgese. Sie beschrieb Lourdes als den Ort, an dem die „Trennwand zwischen Gott und Mensch durchsichtig“ wird.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Schweizer. Bischof Vitus Huonder stand der Internationalen Messe vor, es gab drei Kreuzwege für die Pilger, Sakramentenprozession, Rosenkranz und Lichterprozession. Am Morgen, bei strahlend schönem Frühlingswetter, wurde in der unterirdischen Piusbasilika der Internationale Gottesdienst durch unseren Bischof Vitus Huonder als Hauptzelebrant gefeiert. 20'000 Gläubige aus aller Welt, Gesunde und Kranke, feierten ehrfürchtig diese Hl. Messe mit. Zum Schluss folgte die Prozession zur Grotte, wo alle zur Ehre der Muttergottes gemeinsam das „Regina Cöeli“ sangen.

In der St. Bernadettekirche wurde am Nachmittag der Kreuzweg für Gesunde und Kranke mit Pfarrer Stefan Staubli abgehalten.

Die Helfer wurden eingeladen, mit ihrem Präses Abt Emmanuel den Kreuzweg auf dem Kalvarienberg zu gehen. Und anschliessend war der Kreuzweg für die romanischsprechenden Pilger an der Reihe. Dabei liess der wunderschöne Frühlingstag jede Betrachtung in die Auferstehung Christi einmünden, die die Pilger in diesen Tagen mit dem feierlichen Halleluja immer wieder verkündeten.

Um 17.00 Uhr fand die Sakramentenprozession mit Bischof Vitus Huonder für gesunde und kranke Wallfahrer statt. Diese Prozession ist etwas ganz Besonderes für die Schweizer, weil dort im Jahre 1952 Bruder Leo Schwager von der als unheilbar geltenden Krankheit Multiplen Sklerose geheilt wurde.

Auch Pater Emmerich konnte um 18.00 Uhr zahlreiche Gläubige beim Rosenkranzgebet begrüssen. Hatte doch auch die Hl. Bernadette bei den Erscheinungen mit der Gottesmutter an der Grotte den Rosenkranz gebetet.

Am Abend folgte noch ein Höhepunkt: Die Schweizer führten die Lichterprozession an. Alle waren dabei, Kranke, Gesunde und ganze Familien. Die Lichterprozession war einfach erhebend. Der Muttergottesstatue folgten tausende Menschen mit einer Kerze in der Hand und den Rosenkranz betend, das muss man einfach erlebt haben.

Am Montagmorgen versammelte sich die Pilgergemeinschaft vor der Grotte von Massabielle bei der Lieben Frau von Lourdes. Bischof Vitus Huonder feierte mit den Gläubigen die Hl. Eucharistie und wies bei der Predigt wieder auf jenes Geheimnis hin, das die Trennwand zwischen Gott und dem Menschen sakramental auflöst.

Bei der gekrönten Madonna, versammelten sich am Nachmittag 50 Kinder, die mit Abt Emmanuel und Helfern den Kreuzweg bastelten. Zum Schluss segnete er sie mit Lourdeswasser.

Zeitgleich konnten die Pilger der Beichtfeier mit Pilgerdirektor Urs Steiner beiwohnen. Etliche Beichtväter spendeten während und danach die Einzelbeichte.

Zum Abschluss dieses Tages wurde um 21.00 Uhr die Hl. Stunde in der Piusbasilika gefeiert. Pfarrer Schnider betete mit den zahlreich erschienenen Gläubigen vor dem Ausgesetzten Allerheiligsten.

Dienstag der 16. April, Gedenktag der Hl. Bernadette, stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Kranken. Am Nachmittag war die Eucharistiefeier mit Krankensalbung in der St. Bernadettekirche. Bischof Vitus Huonder führte durch die Hl. Messe. Das Krankenöl ist Zeichen der Nähe Gottes und zugleich Erwählung von uns Menschen. In kranken und schweren Tagen dürfen wir immer wieder auf Gottes Zusage bauen: Du bist ein vom Vater geliebter Mensch!

In diesen Pilgertagen konnten die Gläubigen auch bei schönstem Wetter ihre Wallfahrt nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gestalten. Dazu gehört das Beten an der Grotte, das waschen mit dem Wasser der Quelle sowie das gemütliche Zusammen, Bummeln und „Lädele“ in Lourdes.

Alles geht zu Ende, am Mittwochmorgen wurde der Abschiedsgottesdienst in der St. Bernadettekirche gefeiert. Die grosse Familie versammelte sich zur Hl. Messe. Bischof Vitus Huonder erinnerte in der Predigt an die Worte von Alessandra Borgesi, immer wieder nach Lourdes zu blicken und Wallfahrten zu unternehmen. Pilgerdirektor Urs Steiner verdankte und verabschiedete die Pilgerschar.

Die ersten Pilger traten am Morgen die Heimreise an. Die Busse, Nachtzüge und die Flugreise folgten am Nachmittag. Im Nachtzug auf der Heimreise in die Schweiz verstarb eine Pilgerin, versehen mit der Krankensalbung. Darauf beteten die Zugpilger für Sie den Glorreichen Rosenkranz. Die Sonne schien in den Zug und man spürte Ostermorgen die Auferstehung Christi. Von ganzen Herzen wünschen wir allen gesegnete Tage und laden bereits zur 118. Lourdeswallfahrt vom 10. – 16. Mai 2014 ein.

Marianne Baldinger-Lang Mitglied des Lourdespilgerverein Baden und Umgebung