Leserbeitrag
Lenzburger Senioren mit der Pro Senectute 3 Tage im Kanton Freiburg

Neben den Wanderungen stand auch ein süsser Besuch bei Cailler auf dem Programm.

Kurt Signer
Drucken
Teilen

Die 3 Freiburger Wandertage begannen am 23. Juni in Semsales mit dem Aufstieg zur hübschen Kapelle von Niremont, wo der Ausblick zurück in die Ebene begeisterte. Gespräche verrieten, dass für die meisten Mitwanderer diese Region eher unbekannt war, um so grösser die Freude an der schönen, lieblichen Landschaft. Nicht einmal die aufkommende Bise konnte diese dämpfen. Nach weiteren Höhenmetern bot die Alpweide Les Alpettes, auf 1340 m gelegen, herrliche Aussicht auf den Mont-Pèlerin und das Broyetal. Auf dem Alppfad über Queue des Alpettes begleitete dann eine bissige, fast eisig kalte Bise die Senioren, so dass nach einem kurzen Picknick der meist sanfte Abstieg nach dem Übernachtungsort Bulle unter die Füsse genommen wurde.

Ein süsser Beginn dann am nächsten Tag beim Besuch der Schokoladeproduktion Cailler Nestlé SA in Broc. Hier wird seit 1819 Schokolade hergestellt, es ist damit die älteste Chocolatrie in der Schweiz. Nebst vielen Informationen über die Produktion wurde auch ein lustiges Detail verraten, nennt man hier doch die Kühe, die für die benötigte Milch in der Ebene gehalten werden „Schoggichüe", diejenigen aber, die auf die Alp getrieben werden, „Chäschüe". Die Gruppe war allerdings zum Wandern da, es brauchte aber doch einige Überwindung, sich vom Degustationsraum los zu reissen. Ausgangspunkt war die Georges de Jogne (Jaunbachschlucht). Der Schluchtweg wurde bald zum Pfad, schwangt sich über Brücken, windete sich durch Tunnels und überwand einen „100-m-Höhenunterschied" mit zahllosen Treppenstufen. Genietruppen haben einen nützlichen Wiederholungskurs damit verbracht, die Schlucht gangbar zu machen. Interessante geologische Formationen begleiteten den Anstieg. Die Erosion hat eine Abfolge dünnplattiger Kalkschichten freigelegt, einmal stehen sie senkrecht, dann wieder liegen sie waagrecht und zuweilen erscheinen sie wild gefaltet. Nach der Überquerung der Staumauer des Lac de Montsalvens änderte sich das Landschaftsbild: harmonische Weite statt romantische Engnis. Das stille Wasser spiegelte die umliegenden Bergkette mit ihren Zweitausendern, bestanden mit Wald oder Weide und durchzogen von Felsbändern. Vom 100 m höher gelegenen Dörfchen Crésuz ging es dann auf gemütlichem Weg nach Charmey und mit dem Postauto zurück nach Bulle.

Start am dritten Tag war in Jaun. Beim Dorfplatz lohnte sich zunächst ein Blick auf den Wasserfall - ein Wahrzeichen des Dorfes. Unterhalb der Hauptstrasse steht die aus dem Jahre 1811 stammende, mit Schindeln gedeckte alte Kirche St. Stephan, heute das so genannte Cantorama, ein Haus des freiburgischen Chorgesanges. Freiburg verfügt über eine reiche und lebendige Gesanges- und Musikkultur. Die Geschichte dieser Volksmusik ist in der alten Kirche dokumentiert. Die Gräber bei der jüngeren Kirche St. Stephan sind alle mit identischen, handgeschnitzten Holzkreuzen besetzt. Nach dem kurzen Rundgang durch das Dörfchen führte nun der Weg steil hinauf zum Euschelspass. Die Gruppe liess sich für die 500 m Aufstieg aber Zeit und freute sich auf die währschafte Älpler-Rösti auf der Ritzialp (1510 m). Nach dieser Stärkung waren die bleibenden 57 Höhenmeter zur Passhöhe nur noch eine Kleinigkeit. Auf guten Wegen durch urtümlich anmutende Landschaft mit moosbedeckten Steinen, schroffen Felsen und bewaldeten Abhängen erreichten die Wanderer via Stierenberg das Ziel Schwarzsee-Bad. (kus)

Aktuelle Nachrichten