Leserbeitrag
Kosten von Gemeindefusionen und höhern Überbauungsdichten

Alex Schneider
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Mit der Professionalisierung der Verwaltung kann die Qualität der Verwaltungsleistung teilweise erhöht werden; sie kann aber auch zu Perfektionismus und zu mehr bürokratischem Aufwand (z. B. Koordinationsaufwand!) führen. Wenn es in kleinen Gemeinden Miliz-Kommissionen zur Beratung von Miliz-Gemeinderäten mit kleinen Entschädigungen gibt, werden in grossen Gemeinden viele Kommissionssitzungen mit voll bezahlten Gemeindeangestellten abgehalten.
Viele Zentrumsfunktionen von grossen Gemeinden gehören zum Wahlbedarf (z. B. Publikumsanlagen wie Fussballstadien und Kulturhäuser mit ihrem Betrieb und Unterhalt). Vielleicht will die Bevölkerung der Aussengemeinden diesen Wahlbedarf gar nicht. Sie werden aber bei einer Fusion zur Mitfinanzierung gezwungen, weil sie in einer Grossgemeinde durch die Kerngemeinde majorisiert werden.
Bei einer Fusion verlieren die Aussengemeinden ihre Autonomie bei der Ortsplanung. Es ist wohl nicht auszuschliessen, dass nach der Fusion das Wachstum der Grossgemeinde in die Aussenquartiere verlagert wird. Das führt zu höheren Überbauungsdichten. Damit verbunden sind höhere Sozialausgaben. Erstaunlicherweise sind die Vollkosten der Erschliessung pro Person in dichten Überbauungen nicht tiefer als in Landgemeinden (siehe entsprechende Publikationen der HSR und des ARE).