Leserbeitrag
Konfirmanden Schönenwerd auf Besuch im Oberelsass

Reise nach Colmar

Marcel Siegrist
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Die Konfirmandenreise Schönenwerd, die nach Frankreich, ins Oberelsass, führte, wurde dieses Jahr wegen des frühen Palmsonntages auf die Zeit nach der Konfirmation verlegt. Das hat sich gelohnt, war es doch viel angenehmer und schöner in der wärmeren Zeit mit längeren Tagen und bei fortgeschrittener Vegetation.
Schon auf der Reise hörten wir über die tragische Geschichte des Elsasses, das je nach den jeweiligen politischen Verhältnissen einmal zu Frankreich, dann wieder zu Deutschland gehörte und so während Jahrhunderten hin- und hergerissen wurde, immer auf Kosten der Bevölkerung.
In Colmar angekommen, einer Stadt mit prächtigen Riegelbauten, besuchten wir das Unterlindenmuseum mit dem weltberühmten Isenheimer-Altar, eines der wichtigsten Kunstwerke christllicher Kunst, ein Wandelaltar mit verschiedenen Ansichten. Auch die Besichtigung des eindrücklichen Münsters fehlte nicht. Ein Spaziergang führte uns durch die mittelalterliche Altstadt in das Bartholdi-Museum. Frédéric-Auguste Bartholdi aus Colmar war der Schöpfer der Freiheitsstatue in New York. Wir bewunderten von ganz nah das Modell mit allen Einzelheiten.
Nach dem Mittagessen in Colmar verliessen wir die Stadt in Richtung Hochkönigsburg. Sie liegt auf 755 m Höhe und wurde das erste Mal ums 12. Jahrhundert erwähnt. Imposant steht sie da mit einem Ausblick über das Tal bis in den Schwarzwald. Pfarrer Wilhelm verstand es, uns mit seinen Erklärungen ganz in die frühere Zeit zu versetzen. Gefesselt von der Atmosphäre durchschritten wir die Räume mit Waffenkammern und Rüstungen, gut erhaltenen Möbeln und Kachelöfen. Wir begegneten sogar einer Hofdame.
Ein besonderer Plausch war der Besuch des Affenberges. Vorgängig machte es der Pfarrer spannend mit Äusserungen über die Begegnung, die uns bevorstünde. Schliesslich kamen die meisten darauf, dass es sich nicht um Menschen handeln könne. So nah wie hier im grossen Waldgebiet des Affenberges kommt man selten an diese lustigen Tiere heran. Wir durften sie mit Popkorn füttern, was die Berberäffchen sichtlich genossen - wie wir auch. Es war eine angenehme Pause zwischendurch, bevor die Reise nach Kaysersberg weiter ging.
Kaysersberg, eine ganz besondere Etappe auf der Weinstrasse, überrascht durch den Charme seiner Bauten aus dem Mittelalter. Wir besichtigten die Kirche mit einem geschnitzten Altar, ein Meisterwerk von besonderer Schönheit. Auch ein Blick ins das Beinhaus aus dem Jahre 1463 durfte nicht fehlen. Auf dem Spaziergang durchs Städtchen erreichten wir das Geburtshaus von Albert Schweitzer, dem Nobelpreisträger und Urwaldarzt. Albert Schweitzer war eine Persönlichkeit besonderer Art, hatte er doch eine Ausbildung als Arzt, Theologe und Organist. Das ethische und ökologische Denken von Albert Schweitzer ist heute hochaktuell.
Zu guter Letzt fuhren wir ins Münstertal nach Günsbach, wo Albert Schweitzer aufgewachsen ist und sich später ein eigenes Haus gebaut hat, das ihm als Ruheort zwischen den anstrengenden Afrikaaufenthalten diente und von dem aus eine Mitarbeiterin die Versorgung des Spitals mit Medikamenten und Instrumenten organisierte. Auch da hörten wir viel Wissenswertes über seine Person und bestaunten im Vorbeifahren die Kirche, in der Schweitzer eine Musterorgel bauen liess.
In der Dämmerung nahmen wir mit vielen neuen Eindrücken Abschied vom Oberelsass, das bisher für die meisten unbekannt war. Gut angekommen in Schönenwerd, verabschiedeten wir uns von den Neukonfirmierten und wünschten ihnen alles Gute für die Zukunft. (imo)
(Text von Irma Menzi, Foto: Ueli Wilhelm)

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